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Chirurgie, The Prince Charles Hospital, Brisbane, Australien
(Ein „Supervisor“ für einen Studenten zuständig., 17.08. - 25.09.2009)

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Australien – „down under“. Eine Zeit, die mich in meinen medizinischen Kenntnissen weit voran gebracht hat. Überdies haben sich meine englischen Sprachkenntnisse zudem so verbessert, dass ich mich jetzt im medizinischen Englisch sicher fühle. Und nicht zuletzt hat diese Zeit meine Lebenserfahrung erheblich erweitert.

Unser Ziel: Australien – „down under“
Bewerbung und Organisatorisches
Visum und Flug
Unterkunft in Brisbane
The Prince Charles Hospital
Das medizinische Ausbildungssystem in Queensland
Meine Tätigkeiten in der Cardiothoracic Surgery
Brisbane und Umgebung
Roadtrip
Mein Fazit

Unser Ziel: Australien – „down under“


Fraser Island
Nachdem ich alle Famulaturen bisher in Deutschland absolviert hatte, entschied ich mich, meine letzte Famulatur vor Beginn des PJ im Ausland zu verbringen. Ein Auslandseinsatz erscheint mir persönlich sehr wichtig, da die im Ausland gesammelten Erfahrungen ein Leben lang prägend wirken. Ein Blick über den Tellerrand hinaus ist unerlässlich, damit die Medizin nicht auf einem Standpunkt verharrt, sondern sich durch gegenseitigen Austausch kontinuierlich weiterentwickelt.

Zudem wollte ich meine Auslandsfamulatur dazu nutzen, meine englischen Sprachkenntnisse, gerade im medizinischen Bereich, weiter auszubauen, um Fachgespräche in Englisch besser verstehen und auch selbst führen zu können.

Meine beiden besten Freunde, Studienkollegen meines Semesters, und ich beschlossen, diese unsere Ziele gemeinsam zu verwirklichen und wir suchten daher nach einem geeigneten Land. Schon bald erschien uns Australien mit seiner von vielen Seiten hoch gelobten medizinischen Ausbildung als geeignetes Land, um unsere medizinischen Kenntnisse weiter auszubauen.

Auch die unendlich wirkende Weite, das „Outback“ einerseits und die Ballungsräume entlang der Küste andererseits, faszinierten uns. Die positiven Erfahrungsberichte u.a. auf Stethosglobe.de bestätigten unsere Auswahl und waren uns in der Planung sehr hilfreich.

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Bewerbung und Organisatorisches


Blick auf die Skyline von Brisbane
Zunächst schickten wir Bewerbungen an „The Royal Flying Doctors“, doch schon bald mussten wir feststellen, dass es aufgrund des großen Andrangs der australischen Studenten sehr schwierig, ja fast unmöglich ist, zu dritt einen Platz zu bekommen. Deshalb entschieden wir uns für ein Zentrum an der Ostküste. Da wir in den Bereichen der Herzchirurgie und Kardiologie tätig sein wollten, hielten wir das The Prince Charles Hospital in Brisbane, das größte Herzzentrum Australiens, für eine geeignete Wahl, um anhand eines großen Krankheitsspektrums abwechslungsreich viel zu lernen.

Nachdem unsere Entscheidung also auf Brisbane im Staat Queensland gefallen war, erkundigten wir uns nach den Bewerbungsmodalitäten. Dabei mussten wir feststellen, dass die Bewerbung und Vergabe eines „Medical Elective“ nur zentral über die Universität von Queensland möglich ist und weder früher als acht Monate noch später als sechs Monate vor Famulaturbeginn an die University of Queensland geschickt werden darf. Die entsprechenden Bewerbungsdokumente können auf der Homepage der University of Queensland heruntergeladen werden.

Auf diesen Formularen kann man drei favorisierte Krankenhäuser sowie drei Fachrichtungen in der Reihenfolge seiner Präferenz angeben, wovon man dann einem Krankenhaus und einer Fachrichtung zugewiesen wird. Da wir gerne zu dritt im gleichen Krankenhaus, nämlich im The Prince Charles Hospital in Brisbane, jedoch in unterschiedlichen Fachrichtungen tätig sein wollten, fügten wir der Bewerbung ein Schreiben bei, in welchem wir um die Unterbringung im gleichen Krankenhaus baten.

Neben dem genannten Formular muss die Bewerbung ein Curriculum vitae, ein Empfehlungsschreiben und ein Sprachzeugnis des Studiendekans, eine Berufshaftpflichtbestätigung, eine Kopie des Reisepasses, die Kopie des Führerscheins sowie einen Nachweis der Hepatitis B Impfung und eine „Blue Card Application form“ enthalten.

Die Beantragung der „Blue Card“, welche wir alle für die potentielle Arbeit mit Kindern benötigten, gestaltete sich teilweise etwas schwierig. Da wir unseren Reisepass hierfür nicht nach Australien schicken konnten, mussten wir vom Bürgeramt unsere Personalien bestätigen lassen. Es gab aber einige Fristen, welche wir bis heute noch nicht ganz verstanden haben und deren Einhaltung sich manchmal aufgrund der Verzögerung durch die Post zwischen Australien und Deutschland etwas schwierig gestaltete. So darf z.B. zwischen dem Datum der Unterschrift und der offiziellen Beantragung durch die University of Queensland eine vorgegebene Zeitspanne nicht überschritten werden. Nichts desto trotz hatten wir sie alle nach einem langwierigen Briefwechsel erhalten.

Die Checkliste für sämtliche Bewerbungsdokumente, welche man ebenfalls auf der Homepage der University of Queensland herunterladen kann, ist sehr hilfreich, so dass man nichts vergisst. Des weiteren musste ich AUD 385 $ Gebühr für mein sechswöchiges „Medical Elective“ zahlen, von welchen AUD 100 $ auch im Falle einer Absage einbehalten werden. Glücklicherweise erhielt ich nach einigen Wochen eine schriftliche Zusage sowohl per Post als auch per E-Mail, in welcher ich erfuhr, dass ich für sechs Wochen in der „Cardiothoracic Surgery“ im „The Prince Charles Hospital“ in Brisbane tätig sein dürfe.

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Visum und Flug

Ich benötigte das Short Business Visum (Subclass 456), welches für maximal einen Aufenthalt von drei Monaten gültig ist (Gebühr: AUD 55$). Aufgrund meiner Tätigkeit im medizinischen Bereich forderte die australische Botschaft zusätzliche eine medizinische Untersuchung (Formblatt 26 incl. HIV und Hep. B,C) und einen Röntgen Thorax (Formblatt 160) bei einem dafür von der Australischen Botschaft zugelassenem Arzt (Kosten: 130 €).

Die Buchung eines Gabelfluges mit dem Ziel Brisbane und dem Abflug zurück nach Deutschland von Melbourne aus stellte sich bei „Emirates“ als am preisgünstigsten heraus (ca. 970 €). Ich war sehr zufrieden mit dem Service und dem Komfort dieser Fluggesellschaft.

Somit summierten sich die Kosten für diesen Auslandsaufenthalt, weshalb ich für das erhaltene Allianz Reisestipendium, für das ich ausgewählt worden war, sehr dankbar bin. ( Weitere Infos zu den Reisestipendien der Allianz)

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Unterkunft in Brisbane

Auf Anfrage per E-Mail bei der für die Studenten zuständigen Sekretärin des The Prince Charles Hospitals, Sally Chan, erhielt ich eine Liste von Unterkünften. Die Preisspanne erstreckte sich dabei von AUD 180$ pro Woche in Gastfamilien bis hin zu AUD 100$ pro Nacht in Hotels. Aufgrund der kommunikativen und sozialen Einbindung entschied ich mich für eine Gastfamilie, nahm per E-Mail Kontakt auf und erhielt eine Zusage.

Meine Gastfamilie, ein junges Paar, stellte sich als großes Glück heraus. Ich durfte die offene, zuvorkommende und freundliche Art der Australier genießen. Sie stellten mir ein Fahrrad incl. Helm zur Verfügung, in Australien herrscht Helmpflicht, so dass ich das Krankhaus in nur sieben Minuten ohne die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen konnte. Das Zimmer war geräumig mit eigenem Bad und im Kühlschrank hatte ich ein eigenes Fach, wurde jedoch auch oft zum Essen oder Barbecue eingeladen.

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The Prince Charles Hospital


The Prince Charles Hospital in Brisbane
Das The Prince Charles Hospital ist in Bezug auf Herz- und Thoraxchirurgie das Hauptversorgungskrankenhaus von Queensland. Mit ca. 2.000 herzchirurgischen Operationen und mehr als 20 Herz-/ Lungentransplantationen pro Jahr ist es das größte Herzzentrum Australiens. Weitere Schwerpunkte liegen in den Bereichen cystischer Fibrose, kongenitale Herzfehler und komplexe Herzversorgung.

Das Hospital liegt nicht direkt im Zentrum von Brisbane sondern im Norden, im Stadtteil „Chermside“. Mit ca. 600 Betten ist es kleiner als das „Royal Brisbane und Women’s Hospital“ im Zentrum der Stadt, was jedoch nicht unbedingt einen Nachteil darstellt, da man sich als „Medical Elective“ sehr willkommen fühlt. Die beiden Intensivstationen, eine zwölf Betten „General Intensive Care Unit“ und eine neun Betten „Post OP Cardiac Surgical Intensive Care Unit“, gewährleisten eine hohe Kapazität.

Das Krankenhaus besitzt neben einer großen Bibliothek mit Internetanschluss und Konferenzräumen für viele interessante Meetings ein gemütliches Café, in welchem man u.a. gratis Kaffee für Mitarbeiter in einem schönen Pavillon trinken kann – oder besser gesagt konnte, da unglücklicherweise während unseres Aufenthalts ein Fahrer seinen Vorwärtsgang mit dem Rückwärtsgang verwechselte und damit unseren heiß geliebten Pavillon zerstörte.

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Das medizinische Ausbildungssystem in Queensland

Das Medizinstudium dauert in Qeensland für „Undergraduates“ sechs Jahre, für „Postgraduates“ vier Jahre. Nach Abschluss der Universität beginnt das „Intern“ mit einer Dauer von einem Jahr, welches man mit unserem PJ vergleichen kann, jedoch beginnt es erst nach dem Examen für dann vollapprobierte Ärzte. Nach diesem einjährigen „Intern“ beginnt die Zeit als „Resident“. Ab dem dritten Jahr bleibt man entweder „Resident“ oder man versucht in ein spezielles Trainingsprogramm zu kommen, was mitunter sehr schwierig ist. Hat man es dennoch geschafft diesem Trainingsprogramm beizutreten, ist man „Registar“.

Falls man es nicht schafft in dieses Trainingsprogramm aufgenommen zu werden, ist man „Principle House Officer“, solange man versucht in ein Trainingsprogramm aufgenommen zu werden. Nach zwei weiteren Examina in der Zeit als „Registar“, wofür man übrigens bezahlen muss, hat man es nach vier bis sechs Jahren geschafft, „Consultant“ zu werden.

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Meine Tätigkeiten in der Cardiothoracic Surgery


Mein Supervisor und ich
Am ersten Tag suchte ich zunächst die für die Chirurgie zuständige Sekretärin Sally Chan auf. Sie übergab mir meine „Blue Card“ und zeigte mir die wichtigsten Einrichtungen des Krankenhauses. Anders als in Deutschland tragen Ärzte in Australien keine Kittel, der „Dresscode“ besteht vielmehr aus Stoffhose mit Hemd, wobei eine Krawatte ratsam, jedoch nicht in allen Abteilungen essentiell ist.

Die Betreuung für ein „Medical Elective“ im The Prince Charles Hospital ist meiner Meinung nach sehr gut organisiert. Ein Student wird seinem „Supervisor“ zugewiesen, welcher auch die Verantwortung für seinen Studenten trägt. Es war ein großer Glücksfall, Dr. Jalali, Consultant der Herzchirurgie mit dem Schwerpunkt von kongenitalen Herzfehlern, als „Supervisor“ zu haben. Durch ihn hatte ich die Möglichkeit im OP assistieren zu dürfen, was für australische Studenten eher ungewöhnlich ist.

Der Morgen begann um 7.30 Uhr mit herzchirurgischen Fortbildungen, in welchen ein „Registar“ oder ein „Consultant“ ein aktuelles Thema vorstellte, worüber im Anschluss daran diskutiert wurde. Ab der zweiten Woche konnte auch ich einmal pro Woche einen Vortrag über physiologische Themen des Herzens halten. Mittwochmorgens fand das interdisziplinäre kongenitale Herzfehler Meeting statt, in welchem Patienten von Radiologen, Kardiologen und Herzchirurgen im Hinblick auf ihre weitere Therapie diskutiert wurden.

Montags und donnerstags waren in meinen Augen die erlebnisreichsten Tage, nämlich die Operationstage meines „Supervisors“. Wie ich von australischen Studenten hörte, ist es in Australien eher ungewöhnlich, als Student im OP assistieren zu dürfen, doch an eben diesen Tagen hieß es: „Let Tobi scrub in“. So wurde mir die Ehre zu Teil, mit am Tisch assistieren oder bei venösen Bypässen die superfiziellen Schichten zunähen zu dürfen. Die Vielfalt an Operationen von Bypässen, Klappenersatz, Aortenatresien bis hin zur Herztransplantation fand ich eindrucksvoll.

Die restlichen Tage gestalteten sich völlig unterschiedlich. Ich hatte keine direkten Verpflichtungen, sondern war relativ frei in der Gestaltung dieser Tage. Generell darf man relativ viel machen und wird integriert, wenn man darum bittet, doch die Initiative muss man selbst ergreifen! Oft nahm mich der „Registar“ von Dr. Jalali nach dem Morgenmeeting mit auf die Station, die Intensivstation oder in die Ambulanz, je nachdem, welchen Dienst er hatte. Dabei konnte ich Patienten untersuchen und abhören sowie die Krankheitsbilder mit ihm diskutieren.

Zudem schloss ich mich den „Interns“ auf der Station an, konnte Patienten aufnehmen und vorstellen, wurde auf Patienten mit eindrucksvollen Herzgeräuschen hingewiesen oder ging mit ihnen typische Symptome von Krankheitsbildern durch. Bei komplexen Operationen ging ich auch oft in den Operationssaal und schaute von der Anästhesieseite aus zu. Die meisten Anästhesisten waren sehr nett, stellten Fragen und erklärten gerne. Auch gab es viele interessante Vorträge in der Bibliothek, wobei man sich nach jedem Meeting gratis am Buffet bedienen durfte.

Die beiden Operationen, die mich am meisten beeindruckten, stellten für mich eine Lungentransplantation und vor allem eine „triple Transplantation“ dar, in welcher ein Patient mit cystischer Fibrose, ein Herz-, Leber- und Lungentransplantat erhielt. Die Operation startete abends um 20.00 Uhr, endete um 12.00 Uhr am nächsten Tag und dauerte somit 16 Stunden.

Summa summarum waren die beiden Operationstage meines „Supervisors“ die Fixtage der Woche. Die restlichen Tage konnte ich selbst relativ abwechslungsreich gestalten. Im Übrigen war es kein Problem, etwas früher zu gehen oder für einen größeren Wochenendausflug montags oder freitags frei zu bekommen.

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Brisbane und Umgebung


Tauchen am Great Barrier Reef
Brisbane ist die Hauptstadt von Queensland, einem Bundesstaat mit einer Fläche von ca. 1,7 Mio. km², der damit fast fünfmal größer ist als Deutschland. Mit knapp 2 Mio. Einwohnern lebt ca. die Hälfte der Einwohner von Queensland in Brisbane.

Ich durfte mit einer Temperatur von maximal 36 Grad Celsius einen der wärmsten August Monate miterleben, was sich auch im roten Sandsturm, der über Sydney bis hin nach Brisbane zog, manifestierte. Die meiste Zeit pendelte sich die Temperatur zwischen 25 und 28 Grad Celsius ein.

Es gibt wirklich sehr viel zu erleben, sowohl in als auch um Brisbane herum. Falls ich früher aus dem Krankenhaus kam, konnte ich mich beispielsweise nahe des „Brisbane Rivers“ in „Southbank“, einem künstlich angelegten Pool mit Palmen und weißem Sand, entspannen und den wunderschönen Blick auf die Skyline von Brisbane genießen.

Die öffentlichen Verkehrsmittel sind mit dem Studententarif sehr günstig (ca. AUD 3,20 $ für eine Tageskarte), in welchem auch die Fähren wie zum Beispiel die „City Cat“ mit inbegriffen sind. Man kann damit entlang des „Brisbane Rivers“ u.a. den „Eagle Street Peer“ erreichen, einen wunderschönen Hafen mit einem Markt und dem höchsten Gebäue Brisbanes.

Des Weiteren existieren zahlreiche Museen, welche für Studenten oft kostenlos sind. Glücklicherweise durften wir das „Brisbane River Festival“ miterleben, welches einmal im Jahr für einige Wochen stattfindet und mit einem gigantischen Feuerwerk eingeleitet wird. Das Feuerwerk erstreckt sich entlang des „Brisbane Rivers“ über mehrere Kilometer und dauert länger als eine halbe Stunde, eingeleitet von zwei Düsenjets mit einem mehrere Meter langen Feuerschweif hinter sich und dies bei einer Flugtiefe von nur etwa 150 Metern über uns.

An den Wochenenden unternahmen wir erlebnisreiche Ausflüge in die Umgebung von Brisbane. Die „Gold Coast“ bietet in „Surfers Paradise“ gigantische Wellen. Ein Surfkurs ist relativ günstig und die Wellen sind wirklich fantastisch. Im „Lone Pine Park“ konnten wir zahlreiche Koalas betrachten und auch auf den Arm nehmen. Auf einer großen Fläche konnten wir freilaufende, sehr zutrauliche Kängurus aus der Hand füttern, doch mussten wir uns in Acht vor den Emus nehmen, welche uns gerne von hinten attackierten, um an das Futter zu gelangen. Die „Sunshine Coast“ ist mit einer vier bis fünfstündigen Busfahrt etwas weiter entfernt als die „Gold Coast“, dennoch genossen wir den Strand in „Noosa Head“.

Zuletzt möchte ich noch von unseren beiden Highlights der Wochenendausflüge berichten. Für einen dreitägigen Bootstrip auf einem Katamaran flogen wir nach „Whitsundays“. Die Crew, welche aus dem Skipper, einem Koch und zwei Tauchlehrern bestand, war wirklich besonders nett. Auch ohne Tauchschein war es kein Problem, auf den „Introductory Dives“ bis zu 17 Meter tief zu tauchen. Die Unterwasserwelt des „Great Barrier Reef“ ist wirklich eindrucksvoll. Von Korallen, zahlreichen mit grellen Farben leuchtenden Fischen, über Schildkröten und Stachelrochen bis hin zu Haien konnte sie uns wahnsinnig viel bieten. Auch die Wanderung zum „White Heaven Beach“, einem der schönsten Punkte der Welt, war beeindruckend.

Das zweite Highlight erreichten wir mit dem Bus und der Fähre: „Fraser Island“ - die größte Sandinsel der Welt. Die Besonderheit dieses Naturschutzgebietes ist, dass keine befestigten Straßen existieren und dass die einzige Möglichkeit, sich fortzubewegen, allradangetriebene Busse oder Jeeps sind. Es gibt zahlreiche sehenswerte „Locations“, wie zum Beispiel die „Champagnerbucht“, Süßwasserflüsse, das Schiffswrack der „Maheno“ oder der kristallklaren „Lake Mc Kenzie“ mit seinem weißen Sandstrand. Bei den „Bushwalks“ fanden wir auch die eine oder andere Liane, so dass wir uns wie Tarzan daran üben konnten.

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Roadtrip


Sydney bei Nacht – Blick vom Sydney Tower
Um unsere Famulatur in Brisbane abzurunden, unternahmen wir im Anschluss daran einen Roadtrip mit mehreren Zwischenstationen nach Sydney und weiter nach Melbourne, wo unser Australien Aufenthalt enden sollte.

Unser erster Zwischenstopp war „Byron Bay“. Die Wellen waren fantastisch zum Surfen und wir standen bereits um 5.00 Uhr morgens auf, um vom östlichsten Punkt Australiens den Sonnenaufgang zu sehen. Einige Tage später erreichten wir Sydney. Hier gab es wahnsinnig viel zu sehen. Das Opernhaus, „Sydney Harbour Bridge“ und das Sydney Aquarium sind nur einige der Sehenswürdigkeiten. Der „Sydney Tower“ bietet einen wundervollen Ausblick über die Stadt.

Von einem besonderen Erlebnis möchte ich etwas genauer berichten. Da im September und Oktober die Wale an der Küste Australiens entlang ziehen, unternahmen wir eine „Whalewatching Tour“ auf einem Schlauchboot. Unser Skipper wurde fündig; zwei 40 Tonnen Wale näherten sich unserem Boot bis auf einen Meter, als ob sie mit uns spielen wollten und das für fast eine halbe Stunde.

Nach der Abreise aus Sydney fuhren wir über „Philip Island“ zur „Great Ocean Road“ und von dort weiter nach Melbourne. Das Wetter in Melbourne ist sehr wechselhaft, so dass es innerhalb weniger Minuten von strömendem Regen zu strahlendem Sonnenschein umschlagen kann. Fast alle Museen, von welchen es sehr viele interessante gibt, sind für Studenten ebenso kostenlos wie Stadtrundfahrten mit der Straßenbahn oder dem Bus.

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Mein Fazit


Surfing – in Australien ein absolutes Muss
Im The Prince Charles Hospital wurde ich auf herzliche Art und Weise aufgenommen. Das australische Betreuungssystem, in welchem ein „Supervisor“ für einen Studenten zuständig ist, finde ich sehr gut organisiert, wobei ich mit meinem „Supervisor“ äußerst zufrieden war. Im OP durfte ich assistieren, wodurch ich viel mehr lernen konnte als durch Beobachten. Sowohl in den Meetings als auch in den interdisziplinären Konferenzen war es mir möglich, viel Neues zu erfahren. Den Kontakt zu Patienten und das Besprechen ihrer Krankheitsbilder mit den Ärzten habe ich schätzen gelernt.

Meine englischen Sprachkenntnisse verbesserten sich ebenfalls, so dass ich mich jetzt im medizinischen Englisch sicher fühle. Selbst Vorträge zu halten, war zwar anfangs etwas zeitraubend, doch im Nachhinein gesehen trug es viel dazu bei, mein Englisch zu verfeinern.

Um die wirklich offene und herzliche Gastfreundschaft der Australier kennen zu lernen, kann ich jedem nur zu einer Unterkunft in einer Gastfamilie raten.

Das Land mit seiner unvorstellbaren Weite, den Städten als Ballungsgebieten als auch die Natur und Unterwasserwelt sind sehr eindrucksvoll. Es gibt enorm viel zu erleben, selbst in zwei Monaten ist es nur möglich, einen kleinen Bruchteil dessen zu sehen, was Australien bietet.

Mein Aufenthalt „down under“ ist für mich eine Zeit, die ich niemals missen möchte. Sie hat mein Interesse anderen Menschen gegenüber geweckt und mir gezeigt, ihnen mit Offenheit zu begegnen, sie hat meine Lebenserfahrung erweitert und mich in meinen medizinischen Kenntnissen weit voran gebracht.

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F., T.
Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Erlangen, November 2009

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