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Notfallmedizin, Somerset Hospital, Kapstadt, Südafrika
(Unsere Erwartungen wurden nochmals weit übertroffen!, 13.02. - 18.04.2009)

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„See it, do it, teach it!” Über diesen Satz stolpert man öfter, wenn man sich um eine Famulatur in einem südafrikanischen Krankenhaus bemüht. Dass man es wirklich wörtlich nehmen kann, hätten wir jedoch niemals gedacht. Zwei Monate in der Notaufnahme in Kapstadt sollten uns eines Besseren belehren.

Motivation
Bewerbung & Vorbereitungen
Unsere Arbeit im Krankenhaus
Finanzierung der Famulatur
Leben am Kap
Sicherheitsaspekte
Unser Fazit

Motivation


Die wunderschöne Front des Somerset Hospitals
Wir hatten uns schon relativ früh in unserem Studium überlegt, dass wir mindestens eine Auslandsfamulatur ableisten wollen, um ein anderes Land mit seiner Kultur, seinem Gesundheitssystem und seinen Einwohnern kennen zu lernen. Da wir nur Englisch sprechen und nach Übersee wollten, war die Auswahl schon mal deutlich eingeschränkt.

Letztendlich haben wir uns dann aus mehreren Gründen für Kapstadt entschieden. Der wichtigste Grund war, dass wir die Erwartung hatten, dort sehr viel praktisch arbeiten zu dürfen. Zum anderem hat uns das Land auch schon seit langem fasziniert, die Bewerbung war per Email sehr unkompliziert und die Kosten sind in Kapstadt auch viel geringer als z.B. in Australien oder Neuseeland.

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Bewerbung & Vorbereitungen


Das andere Gesicht des Krankenhauses
Nach dem die Entscheidung gefallen war, nach Kapstadt zu gehen, hatten wir uns überlegt, wie wir uns am Besten bewerben.

Eine riesige und entscheidende Hilfe war uns hierbei Herr Peter Karle, Chefredakteur der Internetseite Stethosglobe.de. Er hatte an unserer Universität einen Vortrag über „Famulatur und PJ im Ausland“ gehalten. In diesem Vortrag haben wir sehr nützliche Hinweise über Südafrika, die Bewerbung, aber auch über Land und Leute bekommen. Eine weitere wichtige Hilfeleistung waren die Email-Adressen der Krankenhäuser in Südafrika, die wir von Herrn Karle erhalten hatten.

Nach einigen Emails hatten wir eine Zusage für zwei Plätze in der Notaufnahme im Somerset Hospital in Kapstadt, einem akademischen Lehrkrankenhaus der “University of Cape Town”. Wir hatten uns ca. ein Jahr im Voraus beworben, was auch nötig war, da viele Plätze schon vergeben waren. Insgesamt war das Bewerbungsverfahren sehr unkompliziert, wobei man zum Teil schon auf die Beantwortung der Emails warten muss.

Unser Krankenhaus wollte keine Bescheinigung über unsere Englischkenntnisse haben, was aber von Krankenhaus zu Krankenhaus unterschiedlich ist. Leider war es für uns nicht möglich, im Schwesternwohnheim des Hospitals zu übernachten, sodass wir uns per Internet um eine Wohnung gekümmert haben.

Als Visum recht für eine zweimonatige Famulatur ein normales Touristenvisum aus, da es sich um ein unbezahltes Praktikum handelt. (Anm.d.Red.: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich rechtzeitig bei der entsprechenden Botschaft nach den aktuellen Einreisebestimmungen des jeweiligen Landes erkundigen. Hierbei sollte man unbedingt erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken, sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im betreffenden Land aufhalten wird.)

Um in allen Belangen abgesichert zu sein, hatten wir zwei Monate vor Beginn der Reise das Tropeninstitut unserer Universität aufgesucht. Ob sich die Beratung für knapp 30 € wirklich lohnt, sei dahingestellt, da man die gleichen Informationen auch auf günstigerem Weg (Auswärtiges Amt) erlangen kann. Zusätzlich zu den deutschen Standardimpfungen ließen wir uns noch gegen Typhus und Meningokokken impfen. Tollwut wurde uns auch noch nahe gelegt, worauf wir jedoch verzichteten. Die komplette Kap Region ist frei von Malaria. Plant man jedoch einen Ausflug in den Krüger National Park, sollte man Malariatabletten (Malarone) einnehmen. Diese kann man sich aber auch in Südafrika noch besorgen. Von Seiten des Krankenhauses gab es keine geforderten ärztlichen Untersuchungen.

Als Versicherungen sind eine Auslandskrankenversicherung sowie eine private und berufliche Haftpflichtversicherung sinnvoll.

Als Literatur halten wir ein Buch wie z.B. „ Medical English“ für sinnvoll, am Besten mit einer Erklärung der üblichen Abkürzungen im englischsprachigen Krankenhaus.

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Unsere Arbeit im Krankenhaus


Die Notaufnahme des New Somerset Hospital
Die Arbeit im Somerset Hospital ist in keiner Weise mit der in deutschen Krankenhäusern vergleichbar. An unserem ersten Tag sollten wir morgens um 9.00 Uhr in der Notaufnahme sein. Dort wurden wir von unserem „Consultant“ (so ähnlich wie ein Chefarzt in Deutschland) abgeholt. Auf dem Weg zu seinem Büro hat er nebenbei noch schnell zwei Patienten behandelt. Er hat uns sehr freundlich begrüßt, uns dann den Ablauf in der Notaufnahme erklärt und uns die Behandlungsräume gezeigt. Außerdem stellte er auch direkt von Anfang an klar, dass er erwarte, dass wir die Famulatur nicht nur auf dem Papier ableisten, sondern auch wirklich kommen würden. Der Hintergrund ist, dass es wohl auch schon Studenten gab, welche die ersten paar Tage anwesend waren, aber dann erst wieder am letzten Tag eines Monates kamen, um sich ihre Unterschrift für die „abgeleistete“ Famulatur abzuholen.

Unser „Consultant“ wollte gerne sehen, dass wir sowohl Tagschichten (8.00 Uhr - ca.15Uhr) als auch Spätschichten (14.00 Uhr - ca.21.00 Uhr) und Nachtschichten (22.00 Uhr - ca. 8.00 Uhr) machten. Genauso legte er uns nahe, doch mal am Wochenende zu arbeiten, da besonders hier viele Trauma Patienten kamen. Mit uns verblieb er so, dass wir uns zu Beginn jeder Woche aussuchen konnten, an welchen Schichten wir arbeiten wollten. Einer festen Zuteilung unterstanden wir also nicht. Genauso durften wir auch wählen, an welchen Tagen wir frei machen wollten. Unser Chef legte nur Wert darauf, darüber unterrichtet zu werden. Besonders die Nachtschichten können wir sehr weiterempfehlen, da es während diesen durchgängig praktische Arbeiten zu erledigen gab.

Die Führung durch die Notaufnahme war schon leicht schockierend – viele Patienten, für die es keine Liegen gab, sondern nur Stühle oder den Fußboden. Alle Räume sind überfüllt und meistens herrscht ein ziemlich penetranter Geruch. Außerdem sind vor allen Fenstern Gitter, genauso wie vor allen Abteilungen Gittertüren inklusive eines Wachmannes sind. Der Warteraum ist immer mit Patienten überfüllt.

Die Reihenfolge der Behandlung der Patienten erfolgt nach einem Farbcode. Jeder Patient wird, je nachdem wie schwer er verletzt ist, einer Farbe zugeordnet - entweder gelb oder orange. Die Patienten mit der Farbe orange wurden immer zuerst behandelt und die Gelben kamen erst an die Reihe, wenn es keine Akten in orange mehr gab. Aus diesem Grunde kann es leicht vorkommen, dass Patienten stundenlang oder auch mal einen Tag lang warten müssen.

Nachdem unsere Führung zu Ende war und wir allen Ärzten vorgestellt worden waren, erhielt jeder von uns einen „Folder“ in die Hand gedrückt und wir durften/sollten unsere ersten Patienten untersuchen. Der Ablauf war dann auch in den nächsten Wochen immer derselbe. Wir haben bei den Patienten die Anamnese erhoben, sie körperlich untersucht, sie dann einem der anwesenden Ärzte vorgestellt und die weitere Behandlung vorgeschlagen.

Es gab eigentlich keine Behandlung, die wir nicht selbst machen durften. Wir haben die Behandlung, wenn wir sie noch nicht gemacht hatten, einmal gezeigt bekommen und durften sie dann selbst machen. Es war wirklich: „See it, do it, teach it“. Folglich haben wir sehr viele Stichwunden, die es dort ohne Ende gibt, genäht, durften Lumbalpunktionen durchführen, Aszites punktieren, perivaginal und -rektale Untersuchungen durchführen. Leider hatten wir keinen passenden Patienten für eine Thoraxdrainage, aber auch dies sind Behandlungen, die Studenten machen dürfen.

Unser „Consultant“ war immer sehr bemüht, dass wir etwas lernen und hat uns bei der Visite oft auch Fragen gestellt sowie Themen ausführlich erläutert. Extrem positiv war die Freundlichkeit der Ärzte uns gegenüber, wir konnten jeden Arzt jederzeit alles fragen. Jeder hat sich dann Zeit genommen, unsere Fragen zu beantworten bzw. uns zu zeigen, wie etwas geht, wenn wir etwas noch nicht gemacht hatten.

Gegenüber den Patienten war das Verhalten der Ärzte zum Teil jedoch anders. Bei manchen Ärzten hatte man den Eindruck, dass es nur darum ging, die Patienten möglichst schnell wieder zu entlassen. Wohingegen andere sich sehr um ihre Patienten bemüht haben.

Für uns war es eine fantastische Erfahrung, dort eine Famulatur machen zu dürfen. In der Notaufnahme gab es chirurgische, internistische, gynäkologische und pädiatrische Patienten und wir haben daher sehr viele verschiedene Krankheiten gesehen und durften sie auch selbst behandeln. Extrem oft sieht man vor allem Tuberkulose und HIV. Dies sollte auch jedem Studenten bewusst sein, wenn er sich entschließt, in Südafrika eine Famulatur zu absolvieren. Eine Postexpositionsprophylaxe nach einem möglichen Nadelstich etc. ist im Krankenhaus zu erhalten. Um auf Nummer sicher zu gehen, hatten wir uns aber auch eine in der Universitätsklinik besorgt.

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Finanzierung der Famulatur


Die University of Capetown
Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch die Finanzierung der Famulatur. Wir arbeiten beide neben unserem Studium, aber ohne die finanzielle Unterstützung unserer Eltern wäre es uns nicht möglich gewesen, eine Famulatur in Kapstadt zu machen. Sehr erfreulich war es daher für uns, dass jeder von uns beiden ein Reisestipendium der Allianz in Höhe von 250 € erhalten hat ( Weitere Infos zu den Reisestipendien der Allianz).

Die anfallenden Kosten begannen bei den Gebühren für das Krankenhaus in Höhe von 5.266,25 Rand pro Person (ca.438 €). Hinzu kamen dann der Flug (ca. 850 €) und die Wohnung. Wohnen kann man in Südafrika sehr günstig. Am Besten sucht man sich eine Wohnung (siehe „Weiterführende Links“). Generell sind die anfallenden Kosten in Südafrika sehr viel günstiger als in Deutschland, so haben wir z.B. für unser Mietauto ca. 250 € für einen Monat bezahlt.

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Leben am Kap


Blick auf den allgegenwärtigen Tafelberg
Wir sind mit der Absicht nach Südafrika gereist, auch außerhalb der Klinik möglichst viel zu sehen, zu unternehmen und zu erleben. Für diese Intention ist Südafrika das perfekte Land. Es hat eigentlich alles zu bieten, was man sich vorstellen kann. Landschaftlich haben wir beide wohl noch kein atemberaubenderes Land gesehen. Auch was mögliche Aktivitäten angeht, sucht es seines Gleichen.

Mit rund 3 Mio. Einwohnern ist Kapstadt die drittgrößte Stadt Südafrikas. Überragt wird sie vom immer wieder aufs Neue beeindruckenden Tafelberg. Die Stadt hat ein sehr europäisches Flair. Sie ist die einzige Stadt Südafrikas, in der nicht der ANC an der Macht ist, sondern eine weiße Bürgermeisterin regiert. Insgesamt ist die größte Bevölkerungsgruppe in Kapstadt die der sogenannten „Coloureds“. Erst dann folgen Schwarze und Weiße. Auffallend ist, dass es auch nach Ende der Apartheid immer noch Viertel gibt, in denen fast ausschließlich Weiße oder Schwarze wohnen. Sowieso gleicht kaum ein Bezirk dem nächsten. Man sieht alles, von Townships über Studentenviertel und belebte Innenstadtbezirke bis hin zu mondänen Orten am Strand.

Kapstadt hat eigentlich alles zu bieten, was man sich nur vorstellen kann. Es gibt eine Menge großartiger Sandstrände, die zum Baden im kalten Atlantik, zum Relaxen und zum Surfen einladen. Für uns war es fast obligatorisch, nach der Arbeit den „Clifton Beach Nr.4“ anzusteuern. Dies ist ein Strand in einer kleinen ruhigen Bucht mit wundervollem Blick auf Strandhäuser, Palmen und den „Lions Head“, der die zurückliegenden, anstrengenden Stunden schnell vergessen ließ.

Ein unbedingtes Muss sind Wanderungen auf den Tafelberg und den „Lions Head“ - besonders empfehlenswert zum „Sundowner“. Von hier hat man einen unglaublichen Ausblick auf die Stadt, die „Waterfront“, „Robben Island“, die nahe gelegenen „Winelands“ und die südlich anschließende Kaphalbinsel mit dem Kap der Guten Hoffnung. Wer im Sommer, also in unserem Winter, in Kapstadt ist, sollte sich sonntags in den Botanischen Garten begeben. Hier kann man bei einem Picknick in wunderschöner Kulisse jeden Sonntag einem Freiluftkonzert von Klassik bis Rock beiwohnen.

Auch das Nachtleben Kapstadts sucht seines Gleichen. Fast jeder Ort hat gute Ausgehmöglichkeiten. Ob schöne Bars, Jazzcafés oder Clubs, für jeden sollte hier etwas dabei sein. Jeden Tag in der Woche ist irgendwo etwas los. Besonders hervorzuheben ist hier die „Long Street“ in der Innenstadt. In süßen Häusern reihen sich hier Cafés an Bars und Clubs. Schön ist, dass vor allem hier die Hautfarbe keine Rolle zu spielen scheint und multikulturell gefeiert wird.

Tagesausflüge in das rund 50 km entfernte „Stellenbosch“ darf man sich nicht entgehen lassen. Vor allem Weinliebhaber kommen bei den Weinproben in einem der unzähligen Weingüter voll auf ihre Kosten, zumal der Ausschank zum Teil sogar umsonst ist. Auch die Fahrt zum Kap der Guten Hoffnung lohnt ungemein. Auf dem Weg kann man sich noch Pinguine in „Simon’s Town“, Paviane auf der Straße und den beeindruckenden „Chapman’s Peak Drive“ anschauen.

Wir fanden noch Zeit, über je ein verlängertes Wochenende eine Tour in den „Krüger National Park“ im Norden Südafrikas zu machen und die „Garden Route“ an der Südküste des Landes zu bereisen. Wer Tiere aus nächster Nähe, unvergleichliche Strände und Lagunen mit glasklarem Wasser, beeindruckenden Wäldern, Schluchten, Wasserfälle und Wüstenlandschaften sehen will, sollte sich diese beiden Reisen nicht entgehen lassen. Für Leute, die gerne ihren Adrenalinspiegel steigern, empfiehlt es sich, in Kapstadt Fallschirm zu springen oder auf der Garden Route „Kloofing“ oder den höchsten „Bungeejump“ der Welt (216 m) zu machen.

Das Tolle an Südafrika ist, dass man all diese Aktivitäten für günstiges Geld erleben kann. Eintrittspreise, Essen gehen, Unterkünfte und Taxen kosten wirklich wenig, so dass es sich einfach anbietet, möglichst viel davon mitzunehmen.

Da es in Kapstadt kein gutes öffentliches Verkehrsnetz gibt, haben wir uns für die zwei Monate ein eigenes Auto geliehen. Für knapp 100 Rand (~8 €) pro Tag kann man sich alte Mercedes, Käfer oder Golf leihen. (Firmen: „Oceanside Car“ oder „Rent-a-merc“.)

Ein wenig problematisch gestaltet sich die Sache mit der Versicherung. Die Autos haben nämlich immer nur Teilkasko mit einer Selbstbeteiligung von ca. 300 €. Wir hatten beispielsweise einen Unfall mit zwei Afrikanern, die blind in uns hineingefahren waren. Auf der Polizei stellte sich heraus, dass einer der beiden betrunken war, der andere keinen Führerschein hatte, das Auto schon seit Jahren nicht mehr zugelassen war und beide auch zu arm waren, um den Schaden bezahlen zu können. Da die Polizei dann nur die Möglichkeit gehabt hätte, sie für diesen kleinen Schaden einzusperren, weil sonst nichts von ihnen zu holen war, sollte laut unserem Autovermieter letztlich der Schaden an uns hängen bleiben. Wir kamen letztlich zwar noch einmal mit einem blauen Auge davon, haben jedoch Leute kennen gelernt, die einiges zahlen mussten, obwohl sie nicht daran Schuld waren.

Sowieso ist Autofahren in Südafrika ein bisschen abenteuerlich. Fahren auf der linken Seite ist eh ungewohnt und an allzu viele Verkehrsregeln halten sich die Südafrikaner auch nicht. Wer kein Auto zur Verfügung hat, kann sich mit den Sammeltaxen fortbewegen. Für das Hauptfortbewegungsmittel der Schwarzen zahlt man 5 Rand und kann damit überall entlang der Fahrstrecke aussteigen. In manchen Reiseführern wird von der Benutzung dieser Minibusse abgeraten. Wir denken, man sollte mindestens einmal damit gefahren sein, weil es echt witzig ist, obwohl die Fahrten hin und wieder doch abenteuerlich sind. Es kommt dann nämlich schon mal vor, dass ein Fahrer in der „Rush Hour“ die Abkürzung über den Bürgersteig nimmt. Vor dem Einsteigen sollte man sich auf jeden Fall den Fahrer angucken und sichergehen, dass dieser nicht betrunken ist, denn dies kommt leider häufiger vor. Gleiches gilt auch für die Taxen.

Ein wirklich schöner Aspekt an Südafrika sind die Leute. Wir haben fast niemanden getroffen, der uns gegenüber unfreundlich oder abweisend war. Egal wo man ist und mit wem man redet, ob in Geschäften, in Bars, in den Minibussen, am Strand oder auf der Straße, jeder ist offen, freundlich und zeigt sich immer extrem hilfsbereit und bemüht. Auch abends kommt man in den Bars oder Clubs schnell und unkompliziert mit anderen ins Gespräch.

So sehr wir auch von Kapstadt schwärmen, muss man dennoch auch auf die Kehrseite und die Probleme der Stadt, des Landes und der Bevölkerung hinweisen. Wie oben kurz erwähnt, ist die Apartheid zwar offiziell abgeschafft, aber dennoch gibt es große Differenzen zwischen Arm und Reich bzw. Schwarz und Weiß. Es ist nach wie vor so, dass die Weißen die besseren Jobs besitzen und in den besseren Gegenden wohnen. Öffentliche Verkehrsmittel werden z.B. fast ausschließlich von Schwarzen benutzt, wohingegen man in den großen „Shoppingmalls“ oder in edleren Bars kaum einen Farbigen sieht.

So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass wir in einem öffentlichen Krankenhaus zu 95 Prozent mit farbigen Patienten zu tun hatten, während die Weißen vornehmlich die Privatkrankenhäuser aufsuchen. Selbst bei vermeintlich völkerübergreifenden Dingen wie Sport gibt es Unterschiede. Während die Weißen klar Rugby und Cricket bevorzugen, ist in der schwarzen Bevölkerung Fußball mit Abstand die Nummer 1. Auffällig ist, dass es nicht nur Unterschiede in den finanziellen Möglichkeiten gibt, sondern auch bzw. besonders im kulturellen Bewusstsein.

Dieser Umbruch wird wahrscheinlich noch Jahre dauern. Fraglich ist, ob es mit der Wahl des neuen südafrikanischen Staatspräsidenten zu einer weiteren Annäherung diesbezüglich kommt oder die Diskrepanz noch größer wird. Wir haben uns mit südafrikanischen Studenten unterhalten, die beinahe eine Umkehr der Apartheid in den nächsten Jahren befürchten.

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Sicherheitsaspekte


Beinahe am Ende der Welt – das Kap der Guten Hoffnung
Auch mit anderen Problemen wurden wir konfrontiert. Kriminalität ist leider ein Thema, mit dem wir nicht nur im Krankenhaus zu schaffen hatten. Auf körperliche Gewalt im Sinne von Überfällen, Messerstechereien oder Prügeleien sind wir zwar kein einziges Mal gestoßen, aber von einem anderen Deutschen wissen wir, dass er in einem Park überfallen worden ist. In so einer Situation heißt es dann nur, zügig alle Wertsachen herzugeben, denn sonst hat man sehr schnell ein Messer in der Brust.

Dieser Vorgang war für uns die Warnung, sich an die oft genannten Regeln zu halten. Man sollte sich in manchen Gegenden gar nicht und in manchen vor allem nachts nicht aufhalten. Wege, die man in Deutschland nachts zu Fuß geht, sollte man in Kapstadt lieber mit dem Taxi fahren. Von Leuten aus Johannesburg haben wir gehört, sie würden sich dort niemals trauen, mit einem Handy am Ohr über die Straße zu gehen. Keine Angst, so schlimm ist es in Kapstadt bei weitem nicht, zumal besonders nachts vor allen größeren Clubs und Bars immer die Polizei präsent ist.

Womit wir es allerdings persönlich zu tun hatten, war Diebstahl. Inmitten einer Disco wurde einem aus der Hosentasche das Handy gestohlen, beim Geldabheben wurde eine Karte manipuliert und aus dem Kofferraum eines Autos wurden von Bekannten ein Paar Klamotten gestohlen. Insofern sollte man dringend vermeiden, Sachen im Auto zu lassen und beim Geld abheben ebenfalls aufzupassen. Sobald ein Automat nicht einwandfrei funktioniert, sollte man lieber einen anderen benutzen.

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Unser Fazit


Atemberaubender Blick vom Tafelberg
Unsere zwei Monate in Südafrika waren eine unglaublich schöne und unvergessliche Zeit. Das Land hat unvorstellbar viel zu bieten, was man niemals in diesen wenigen Wochen alles erleben kann. Wir haben jeden einzelnen Tag aufs Neue genossen und versucht, unseren Aufenthalt von Anfang bis zum Ende auszunutzen.

Kapstadt ist eine Stadt, in der man sich vom ersten Tag an heimisch fühlen kann. Sowohl das tägliche Leben als auch die Tätigkeit im Krankenhaus haben unsere Erwartungen nochmals weit übertroffen. Zwar muss man sich in einigen kleinen Dingen einschränken, aber schließlich ist man ja nicht in Europa, sondern in Afrika - noch dazu in einem der wunderschönsten Länder der Welt.

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S., S. und W., N.
Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Mainz, Juni 2009

 Weitere Infos zu den Reisestipendien der Allianz
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