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Innere Medizin und Chirurgie, St. Francis' Specialist Hospital, Awka-Etiti, Nigeria
(Man wird belohnt mit unschätzbaren medizinischen Erfahrungen, 25.02. - 02.04.2006)

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Wir, zwei Lübecker Medizinstudenten im 9. Semester, bestiegen bei Schneegestöber in Hamburg die Lufthansa-Maschine, um nach unserer Ankunft am Zielort in die drückende Hitze Nigerias entlassen zu werden. Das Ganze mit nicht viel mehr als dem „Bradt - Travelguide“ und der Hoffnung im Gepäck, wie versprochen vom Flughafen abgeholt zu werden.

Der Stich tut höllisch weh
Praktisches für unterwegs
Tipps zu ein paar weiteren Dingen
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Donnergrollen im Morgengrauen
„Ala Igbo di mma“ - das Land der Igbo ist gut

Der Stich tut höllisch weh


Straße zum Krankenhaus
„Nur sehr selten. Die sind weiter draußen in den Wäldern. Aber vor den Skorpionen solltet Ihr Euch in Acht nehmen – der Stich tut tagelang höllisch weh.“ Da sitzen wir nun in der Küche bei unserem Gastgeber, einem Chirurgen mit eigenem Krankenhaus in einem kleinen Dorf in Nigeria. Am Morgen nach unserer Anreise stellen wir die Frage, ob wir mit Vogelspinnen im Haus rechnen müssen und bei der Antwort kommt der Verdacht auf, dass diese Erlebnisfamulatur doch keine so brilliante Idee gewesen sein könnte. „Nur einmal hatten wir eine richtig große. Die saß dort drüben auf dem Bett, in dem Du schläfst. Wir haben sie mit Insektenspray umgebracht.“ Oh, Insektenspray, denken wir. Gegen Vogelspinnen. Wir fühlen uns gleich sicherer.

Der Geruch Nigerias, der von draußen durch die geöffneten Fenster in die Küche des Arztes zieht, die ersten, ungefilterten Eindrücke der Menschen Westafrikas und die Erwartung der Aufgaben, die uns in den nächsten fünf Wochen überwältigen sollten, ersticken jede Angst im Keim. Noch scheint das Ganze unfassbar.

Am Morgen zuvor hatten wir, zwei Lübecker Medizinstudenten im 9. Semester, bei Schneegestöber die Lufthansa-Maschine in Hamburg bestiegen und waren nach Port Harcourt am Nigerdelta aufgebrochen, hatten in der Sahara ein Karavane entdeckt, die durch die Wüste zog, um dann in die drückende Hitze Nigerias entlassen zu werden; mit nicht viel mehr als dem „Bradt - Travelguide“ und der Hoffnung im Gepäck, wie versprochen vom Flughafen abgeholt zu werden. Die Lufthansa erlaubt leider nur 20kg Gepäck nach Port Harcourt, daher die minimalistische Ausstattung.

In der Warteschlange zur Einreise wurden wir von zufällig mitreisenden amerikanischen Angestellten eines Ölkonzerns gefragt, ob wir einen bewaffneten Transport zum Krankenhaus hätten – ohne Feuerschutz würden sie sich gar nicht mehr auf die Straße trauen. Solche Momente erinnerten uns dann an die aktuellen Entführungen von Öl-Arbeitern und anderen weißen „Expats“, die in Südnigeria verschleppt wurden, um Rechte an den reichhaltigen Ölressourcen des Landes zu erpressen. Um es jedoch gleich vorwegzunehmen: uns hat keiner entführt. Nicht mal versucht wurde es. Trotzdem war es eine aufregende Zeit.

Am Flughafen wurden wir, von zwei Angestellten des „Doktors“, wie unser gastgebender Arzt von allen im Dorf genannt wurde, und seiner „Madame“, seiner deutschen Ehefrau, abgeholt und ins zwei Stunden entfernte Dorf Awka-Etiti gebracht. Wenn man den Straßenverkehr in Nigeria überlebt, kann man sich zu Recht als unverwundbar bezeichnen. Wir fuhren in der Dämmerung in einem Tempo über die Straßen, das gefühlten 300 km/h auf deutschen Autobahnen gleichkommen würde. Wer noch nie ein Nahtoderlebnis hatte, wird hier sicher fündig. Nigerias Straßen bestehen zum größten Teil aus Löchern. Tiefen Löchern.

Erstaunt, dass die Achsen des 20 Jahre alten Volvo auf dem Weg nach Awka-Etiti nicht gebrochen waren und beeindruckt von den Dingen, die wir unterwegs gesehen hatten, kamen wir am Abend des 25. Februar 2006 im Krankenhaus an. Begrüßt wurden wir von vielen runden, strahlenden Kinderaugen und unbeschreiblich freundlichen Nigerianern aus der Familie des Doktors, die sofort für uns zu kochen begannen. Der Doktor selbst kam aus seinem privaten Zimmer, in dem er sich nach dem Tag im Krankenhaus erholt hatte und bereitete uns ein warmes Willkommen. Für die nächsten fünf Wochen sollten wir Gäste in seinem Haus sein und ihn täglich bei seiner Arbeit begleiten. Nach dem Abendessen wurden wir mit importiertem Bier versorgt und fielen leicht angetrunken und tief beeindruckt von den Erlebnissen des ersten Tages ins Bett, während im Hintergrund die Musik des afrikanischen Urwalds die Begleitung lieferte.

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Praktisches für unterwegs

Wie kommt man zu einer Famulatur im ländlichen Nigeria? In unserem Fall war die Verbindung zum „Doktor“ in Awka-Etiti seine deutsche Ehefrau, die vor 27 Jahren mit ihm zurück nach Nigeria gegangen war. In England und Deutschland hatte er studiert und in Deutschland hatte er auch lange gearbeitet, um dann, zurück in seinem Heimatdorf, ein kleines Krankenhaus zu bauen und seine Gemeinde zu versorgen. Die Schwester seiner Frau, die in Deutschland lebte, knüpfte den Kontakt nach Afrika, nachdem sie von unserem Wunsch gehört hatte, dort zu famulieren. Man war begeistert von unserer Idee, Awka-Etiti einen Besuch abzustatten, und half uns mit den nötigen Einreiseformalitäten.

Um ein Visum für Nigeria beantragen zu können, bedarf es eines Einladungsschreibens und 55 Euro Bearbeitungsgebühr. Man muss sich dafür an die nigerianische Botschaft in Berlin wenden (siehe weiterführende Links). Persönliches Erscheinen ist nicht nötig, wenn man es wagt, den Reispass mit der Post zu verschicken. Es dauert dann etwa eine Woche, bis man sein Visum und seinen Pass mit der Post zugeschickt bekommt. Unsere Nachfrage, ob wir eine teure Arbeitserlaubnis beantragen müssten, konnte von der Botschaft nicht endgültig beantwortet werden, so dass wir letztendlich mit einem Touristenvisum auskamen. Leider ist dieses Visum nur vier Wochen gültig und muss in Nigeria verlängert werden.

Für diese Verlängerung mussten wir mehrmals nach Awka fahren, der Hauptstadt vom Anambra State. Die Behörden in Awka begegneten uns, wie alle Nigerianer, ausgesprochen freundlich. Allerdings sollte man bei allen Behördengängen in Nigeria Geduld mitbringen, will sagen, was im Ordnungsamt Poppenbüttel Stunden dauert, dauert in Nigeria Tage – und Kleingeld. Letzteres könnte sich als nützlich erweisen, um die ganze Sache zu beschleunigen. Nicht umsonst gilt Nigeria nach Bangladesh als das zweitkorrupteste Land der Welt. Auch ohne „dash“, wie die spontane „Spende“ genannt wird, kommt man voran. Allerdings erspart man sich lange Wartezeiten, wenn man nach den nigerianischen Regeln spielt. Nicht ein einziges Mal ist ein Nigerianer ausfallend geworden, wenn wir es verweigerten, Geld zu geben und niemals wurden wir in irgendeiner Form bedroht – dies sollte hier ganz deutlich betont werden.

Vor der Abreise nach Afrika sollte man beim Tropenmediziner gewesen sein, um sich gegen Gelbfieber, Cholera, Typhus, Meningokokken etc. impfen zu lassen. Die Gelbfieberimpfung soll vorgeschrieben sein – kontrolliert hat dies bei uns niemand. Ebenso soll manchmal der Impfschutz gegen Cholera überprüft werden; diese Impfung ist vielleicht schon deshalb empfehlenswert, weil sie auch vor ETEC schützt und so einem lästige Toilettentage ersparen kann.

Ein wichtiges Thema ist - wie in fast allen afrikanischen Ländern - die Malariaprophylaxe. Fast keiner der Patienten, die wir während der fünf Wochen in Nigeria gesehen haben, war sein Leben lang frei von Malaria. Hepatosplenomegalien gehörten fast schon zum Normalbefund. Wir haben Doxycyclin zur Prohylaxe genommen (1x100mg täglich, ab einen Tag vor Abreise und bis vier Wochen nach Wiederankunft in Deutschland). Außerdem haben wir versucht, uns mit Repellents und dem obligatorischen Moskitonetz vor Stichen zu schützen. Dies hat nicht immer optimal funktioniert, so dass es am Ende nach akribischer Mückenstichzählung etwa 120 zu 20 ausgegangen ist. Warum einer von uns so viel häufiger gestochen wurde, konnten wir nicht ganz klären: das Moskitonetz könnte ein Leck gehabt haben oder der unglückliche Student könnte die Angewohnheit gehabt haben, mit exponierten Körperteilen direkt am Netz zu schlafen, so dass die gemeine Mücke ein leichtes Spiel hatte. Außerdem war die Körperoberfläche des weniger Gestochenen wegen eines signifikanten Größenunterschieds deutlich geringer.

Auch wenn uns dieses Thema, wie sich vielleicht schon andeutet, lange beschäftigt hat, soll hier nur noch erwähnt werden, dass wir bis jetzt, ein halbes Jahr nach unserem Rückflug, noch keine Malariasymptome entwickelt haben. Daher und auch, weil wir keinerlei Nebenwirkungen spürten, können wir Doxycyclin absolut empfehlen. Auf dem neuesten Stand der Prophylaxe sind da natürlich die Tropenmediziner. (Anm.d.Red.: Dringend notwendig! Was Impfungen und Prophylaxe in afrikanischen Ländern betrifft, sollten unbedingt und vor allem auch rechtzeitig aktuelle Auskünfte und Empfehlungen bei einem tropenmedizinischen Institut (siehe ganz unten auf dieser Seite: "Auslands-Check") eingeholt werden. Zusätzliche Infos zum jeweiligen Land bieten ferner die medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amtes, siehe hier: "Auswärtiges Amt - Infos".)

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Tipps zu ein paar weiteren Dingen

Je nachdem, wie man in Nigeria unterkommen wird, sollte man noch an ein paar weitere Dinge denken. So ist zum Beispiel eine Taschenlampe sehr empfehlenswert. Pro Tag gab es von der nigerianischen Energiebehörde NEPA (von Nigerianern liebevoll „Never Expect Power Again“ genannt) nur für etwa drei bis vier Stunden Strom. Da steht man abends häufig im Dunkeln. Des Weiteren empfiehlt es sich vielleicht, einen dünnen Seidenschlafsack mitzunehmen, in dem man auch in weniger sauberen Betten übernachten kann. Wenn man in ländlicheren Gegenden, die keine Touristen kennen, in „Hotels“ unterkommen möchte, könnte man sich darin wohler fühlen, als unter der angebotenen Decke.

Außerdem braucht man das erwähnte Moskitonetz, am besten eines mit ordentlicher und stabiler Vorrichtung, um es an der Decke befestigen zu können. Zusätzlich gibt es verschiedene Repellents, mit denen man die Netze imprägnieren kann. Das Für und Wider dieser „Imprägniermittel“ wird viel diskutiert – wir können sagen, dass das Imprägnieren die Mückenstichquote pro Nacht in unserem Fall scheinbar nicht beeinflusst hat. Sobald die Dämmerung einsetzt, wird empfohlen, auf langärmlige Kleidung umzusteigen. Wir haben das am ersten und zweiten Tag durchgehalten, uns dann der Hitze ergeben und nur noch Repellents benutzt. Bei den klassischen Autan ähnlichen Sprays könnte man vorm Abflug vielleicht ausprobieren, ob man sie gut verträgt oder gegen Bestandteile des Sprays allergisch ist, da es praktisch keine Mückenabwehrsprays im ländlichen Nigeria zu kaufen gibt. Die Nigerianer selbst schlafen auch eher nicht unter Netzen, sondern vertrauen auf ihre „Semi-Immunität“.

Wir hatten das Glück, direkt bei unserem Arzt Geld von Euro in „Naira“ tauschen zu können, da er einmal im Jahr seine Familie in Deutschland besucht und Verwendung für unser Geld hatte. Ansonsten ist man wohl auf den mehr oder weniger korrekt berechneten Wechselkurs am Flughafen oder in Banken angwiesen. Bei unserer Ankunft am Flughafen hätten wir gerne ein paar Ein-Dollar-Noten dabeigehabt, da man für jede kleine Dienstleistung nach Geld gefragt wird und nur Scheine akzeptiert werden. Ein amerikanischer Dollar tut nicht so weh wie ein fünf Euro-Schein und sorgt unter Umständen für freie Bahn.

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OP-Saal
Unsere Tage im Krankenhaus waren anders als die von nigerianischen Medizinstudenten. Der Doktor führte das Krankhaus, das über 25 Betten verfügte, völlig allein und selbständig. Es war kein Lehrkrankenhaus, sondern diente nur der Versorgung der Einwohner des Dorfes und seiner Umgebung. Da unser Chef einen guten Ruf und eine Ausbildung in Europa vorzuweisen hatte, war sein Wartezimmer häufig voll. Die Sprechstunde begann um 9.00 Uhr morgens und dauerte bis in den frühen Nachmittag hinein.

Die drei häufigsten Erkrankungen, die wir zu sehen bekamen, waren Malaria, Diabetes mellitus und arterieller Hypertonus. So bestand die tägliche Arbeit im Ertasten von großen Lebern, der Feststellung von Glucose im Urin und Blutdruckmessungen. Die Diabetiker wurden mit Humaninsulin behandelt, das sie sich mit Einmalnadeln selbst spritzten. Die Nadeln benutzten sie so lange, bis sie stumpf wurden, um Kosten zu sparen. Da auch Blutzuckermessgeräte zu teuer sind, wurden Urinstix in dünnere Streifen geschnitten und mit ihnen die Konzentration der Glucose im Urin bestimmt. Nach dem Farbumschlag auf dem Teststreifen schätzte man dann die nötige Insulinmenge. Für Patienten mit Malaria standen fast alle Medikamente zur Verfügung, die es auch in Europa gibt. Therapiert wurde dennoch zuerst mit Chloroquin, nur bei Therapieversagern wechselte man auf ein anderes Medikament.

Da der „Doktor“ in Deutschland chirugischer Oberarzt gewesen ist, bekamen wir auch einige Operationen zu sehen, darunter eine Appendektomie, eine Leistenhernienoperation und die Korrektur einer Polydaktylie bei einem einjährigen Kind. Steriles Einmalbesteck ist teuer und schwer zu bekommen, so dass Skalpelle und Nadeln nach Benutzung abgekocht und erneut benutzt wurden. Sterile Handschuhe waren ebensowenig vorhanden wie sterile OP-Kleidung. Zur Narkose musste Ketamin und Atropin genügen, was bei willens- und muskelstarken Patienten manchmal nicht ganz ausgereicht hat.

Wenn die NEPA „überraschend“ einen Stromausfall produzierte, mussten wir das eine oder andere Mal das Operationsgebiet mit Taschenlampen ausleuchten. Beim Assistieren wechselten wir uns ab, während der andere mithelfen musste, den Patienten während der Operation ruhig zu halten. Da kein Beatmungsgerät zur Verfügung stand, musste die Narkose so flach gehalten werden, dass die Atmung spontan erfolgen konnte.

Jeder der Patienten, die während unserer Zeit dort operiert wurden, überstand die Operation ohne Probleme. Nicht einmal erlebten wir eine Infektion im Operationsgebiet, was uns wirklich sehr erstaunte.

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Donnergrollen im Morgengrauen


Straßenszene in Awka - Anambra State
Nach der Sprechstunde und den Operationen hatten wir viele Gelegenheiten, die Nigerianer in ihrem Alltag kennen zu lernen. Wir waren fester Bestandteil des Familienlebens des „Doktors“ und seiner Frau. So fuhren wir häufig in die nahen größeren Städte Awka und „Onitsha“, das direkt am Niger gelegen ist, um Einzukaufen oder Familienmitglieder zu besuchen. Was für deutsche Verhältnisse nicht besonders aufregend klingt, wird in Nigeria schnell zum Abenteuer. Vor allem für Weiße, die „Oniotshas“, die wirklich eine Seltenheit im Anambra State sind.

Als wir in Port Harcourt unseren Volvo über eine 8-spurige, chaotisch befahrene Straße schieben mussten, weil die gute schwedische Verteilerkappe dem roten Tropensand erlegen war, standen wir in etwa so im Fokus des Interesses wie Micheal Jackson beim spontanen Moonwalk vorm Schulllandheim. Man schaute uns in den meisten Fällen amüsiert zu und rief unseren Namen („Oniotsha! Oniotsha!“). Nur sehr selten versuchten die freundlichen Nigerianer, uns anzufassen und festzuhalten.

Zweimal hatten wir die große Ehre, bei einer Beerdigung Gäste sein zu dürfen. Beerdigungen sind Großereignisse, bei denen das ganze Dorf tagelang feiert. Nach dem Tod eines Familienmitglieds werden die Leichen zunächst mit Formalin fixiert und so lange aufbewahrt, bis die Familie das Geld für die Beerdigung gespart hat und die Einladungen drucken kann. Dann wird die Leiche aufgebahrt und die Band engagiert. Zu afrikanischen Trommelklängen gemischt mit westlichen Gitarrenriffs tanzen Familie und Freunde, während im Hintergrund das Grab geschaufelt wird. Das Fest zieht sich über die ganze Nacht und endet mit lauten Kanonenschüssen zu Sonnenaufgang, die friedliche, schlummernde Norddeutsche gewaltig aus den Betten donnern und in frühmorgendliche Todesangst versetzen können.

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„Ala Igbo di mma“ - das Land der Igbo ist gut

Es sind nur wenige Eindrücke, die in diesem Bericht vermittelt werden können. Selbst in nur fünf Wochen erlebt man in Nigeria Dinge, die viele Seiten füllen können. Nach den 27 Jahren, die unsere Gastfamilie dort verbracht hatte, konnten sie uns zu jedem Abendessen eine neue, unglaubliche und unglaublich spannende Geschichte von den Menschen, den Bräuchen und der Geschichte des Landes erzählen.

Ob Nigeria das richtige Land für eine Famultur in Afrika ist, mag jedoch trotz unserer durchweg guten Erfahrungen dahingestellt bleiben. Wir hatten das Glück, in einer Familie zu leben, die uns in ihre Obhut genommen hat, so dass wir uns in keinem Moment darum kümmern mussten, einen Schlafplatz zu finden oder durch das Land zu reisen. Hält man sich an bestimmte Regeln, ist es sicher auch möglich, ohne einheimische Hilfe zurecht zu kommen – man sollte allerdings auf Abenteuer gefasst sein und seine Ansprüche auf die gewohnten Annehmlichkeiten gering halten. Dies gilt zumindest, wenn man sich in den ländlichen Gegenden des Landes bewegt.

Andere afrikanische Länder wie Ghana, Kenya oder Tanzania bieten unter Umständen einfachere Bedingungen für Ausländer und eine mindestens ebenso interessante und unvergessliche Erfahrung. In jedem Fall können wir nur jedem dazu raten, sich an das „Abenteuer Afrika“ zu wagen. Man wird belohnt mit unschätzbaren medizinischen Erfahrungen, aber noch viel mehr mit der Herzlichkeit der Menschen dieses Kontinents.

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G., M.
Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Lübeck, Dezember 2006

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