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Schon im Vorfeld hatte es im Rahmen der Bewerbung ausführliche Telefongespräche gegeben, in denen viele Fragen gestellt werden konnten. Wer daran interessiert ist, durch sein eigenes Engagement in den westafrikanischen Alltag integriert zu werden, dem möchte ich eine Famulatur in Gambia ans Herz legen. Zudem ist solch eine Famulatur nur höheren Semestern anzuraten. Wir empfanden es als große Erleichterung, dass wir uns zu zweit für diesen Auslandsaufenthalt entschieden hatten. Unser Ziel – Gambia, Westafrika
Bewerbung
Die Klinik
Die Famulatur
Gambia – das Land und seine Bevölkerung
Praktische Tipps
Unterkunft und Sicherheitsaspekte
Fazit
Unser Ziel – Gambia, Westafrika Gambia River – tief im Landesinneren |
| Gambia ist zweifelsohne ein typisches Land Westafrikas. Westafrika, das heißt karges Land, rote Erde, eine scheinbar undurchschaubare Zahl an Stämmen mit ihren eigenen Sprachen, Traditionen und Gesichtern, das heißt muslimischer Alltag, das heißt traditionelle Musik und es heißt auch Chaos, Improvisation und das Nebeneinander von staubigen Wellblechhütten und grünen Hotelanlagen.
Obwohl Gambia ein typisches Entwicklungsland und in jeder Hinsicht weit entfernt von unserer westlichen Welt ist, muss hier niemand verhungern. Der Zugang zu einem abwechslungsreichen Nahrungsangebot und vor allem zu sauberem Trinkwasser ist jedoch deutlich erschwert. Die Geburtenrate ist hoch, die Kindersterblichkeit aufgrund von Malariainfektionen auch. Das Bildungs- und Gesundheitssystem sind nur spärlich ausgebaut. Nachfolgende Zahlen sollen dies verdeutlichen. | Gambia | Germany | | Total population | 1,517,000 | 82,689,000 | | GNI per capita (US $) | 290 | 30120 | | Primary school attendance (%) | 53 | 83 | | Life expectancy at birth m/f (years) | 55/59 | 76/82 | | Child mortality m/f (per 1000) | 129/115 | 5/5 | | Adult mortality m/f (per 1000) | 344/263 | 112/58 | | Total fertility rate | 4.6 | 1.3 | | Total health expenditure per capita (US $) | 21 | 3204 | Quelle: The world health report 2006 (WHO), The Official Summary of The State of the World's Children 2006 (UNICEF)
Wer daran interessiert ist, diese Zahlen nicht nur als Statistik auf sich wirken zu lassen und zudem noch durch sein eigenes Engagement in den westafrikanischen Alltag integriert zu werden, dem möchte ich eine Famulatur in Gambia ans Herz legen.
Da in der Klinik, in der wir famuliert haben, sehr viel Eigenverantwortung gefragt war, ist solch eine Famulatur nur höheren Semestern anzuraten. Alle großen Fächer sollten vorher komplett absolviert sein, insbesondere Innere, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie, Dermatologie und Pharmakologie. Tropenmedizinische Vorkenntnisse sind sehr hilfreich.
Außerdem empfanden wir es als große Erleichterung, dass wir uns zu zweit für diese Famulatur entschieden hatten.
BewerbungDie Bewerbung am Bijilo Medical Center verlief sehr unkompliziert, da ich durch einen Freund, der selbst für ein halbes Jahr am BMC in einem sozialen Projekt gearbeitet hatte, sehr schnell Kontakt zum Arzt der Klinik aufbauen konnte. Dies geschah zunächst über Email, später auch über recht ausführliche Telefongespräche, in denen ich viele Fragen stellen konnte. Die direkte Kontaktaufnahme mit diesem Arzt ist bei ernsthaftem Interesse also zu empfehlen. Der Arzt spricht Englisch, Deutsch und Französisch - und gambiasche Sprachen. Man sollte sich sicherlich ein halbes Jahr Vorbereitungszeit gönnen, nicht zuletzt, um alle Impfungen aufzufrischen.
Die Klinik Das Bijilo Medical Center |
| Das Bijilo Medical Center (BMC) liegt in „Bijilo“ an der dicht bevölkerten Küste, eine halbe Stunde südlich der Hauptstadt „Banjul“. Es wurde im Jahr 2001 von einem gambiaschen Arzt, der in der Schweiz studiert und seine Facharztausbildung dort absolviert hat, gegründet. Mit dem Medical Center hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt und sein ehrgeiziges Vorhaben ist, die kleine Ambulanz zu einer Klinik mit stationären Aufnahmen und einzelnen Fachbereichen auszubauen.
Das Bijilo Medical Center bietet eine Gesundheitsversorgung weit über den gambiaschen Standards an und fungiert zurzeit als eine Art Allgemeinarztpraxis für Gambianer und Zugereiste und hat in der Region ein recht hohes Ansehen. Dies hat es dem medizinischen Personal, zu dem immer wieder europäische Ärzte und Pflegekräfte zählen, ihrem fairen Preis, dem gepflegten Aussehen und vor allem der guten Unterstützung aus Europa zu verdanken. Medikamente, Laborausrüstung und technische Geräte stammen zu einem großen Teil aus Deutschland und der Schweiz.
Zur Ausstattung des BMC gehören zurzeit zwei Arztzimmer mit EKG und Ultraschall, ein Basis-Labor, ein Röntgengerät und eine Apotheke. Für kurzzeitige ambulante Betreuung steht außerdem ein Bettensaal zur Verfügung. Zum Personal zählen eine Aufnahmeschwester, ein Pfleger/Apotheker, ein Laborant und ein bis zwei Ärzte.
Das BMC versteht sich als Praxis zur gesundheitlichen Grundversorgung der ganzen Familie. Sobald jedoch einzelne Stationen öffnen - was während unseres Aufenthaltes am fehlenden fließenden Wasser im Stationsgebäude scheiterte - und einzelne Fachärzte angeworben werden, wird sich die medizinische Versorgung ausweiten. Demnach wurden während unserer Famulatur alle komplizierten Fälle an die staatlichen Krankenhäuser überwiesen.
Die Famulatur Blutdruckmessen am Fundraising Day |
| Wie bereits oben erwähnt, wurde von uns sehr viel Eigenverantwortung und klinische Erfahrung erwartet. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit von zwei Tagen wurden wir schon als die „German doctors“ den Patienten vorgestellt, sehr zu unserer Überraschung!
Dies bedeutete, dass wir von nun an eigenständig Patienten aufnahmen, die Anamnese erhoben, klinisch untersuchten, Laboruntersuchungen anordneten, diese auswerteten und schließlich, soweit es uns möglich war, einen Diagnose- und Therapievorschlag stellten. Unklare Fälle wurden schließlich mit dem Arzt besprochen. Die Zurückhaltung, die in deutschen Krankenhäusern bei Medizinstudenten üblich ist, war dort also völlig fehl am Platz, und unsere neue Rolle war verständlicherweise eine große Herausforderung für uns.
Man muss jedoch erwähnen, dass die medizinischen Möglichkeiten in Gambia andere sind als in Deutschland, so dass Krankheiten vor allem nach Symptomen behandelt werden, ohne ausführliche Diagnostik. Beschwerden werden nach Organsystemen eingeteilt und dementsprechend therapiert.
Häufige Krankheiten in Gambia sind ähnlich häufig wie in Deutschland. Der Unterschied ist vor allem folgender: an erster Stelle steht immer Malaria. Danach folgen Atemwegsinfekte, gastrointestinale Beschwerden, wie Gastritis, Obstipation, Diarrhoe, Bluthochdruck und Diabetes, Gelenkbeschwerden, Hauterkrankungen, Harnwegsinfekte, vaginale Infektionen und schlicht und ergreifend Schwangerschaften.
Für die Famulatur ist es also hilfreich, sich recht gut in den einzelnen Fachgebieten auszukennen und auch eine gute Vorstellung von der medikamentösen Therapie zu haben. Diese unterscheidet sich zwar teilweise von den deutschen Standards - man kann den Eindruck bekommen, dass Paracetamol und Antibiotika wahre Allheilmittel seien - und sollte deshalb immer mit dem Arzt abgestimmt werden, aber es ist eine große Erleichterung, dass die meisten Medikamente im Bijilo Medical Center aus Deutschland stammen und somit in deutschen Pocket-Pharma-Büchern leicht zu finden sind.
Während der Famulatur kann man auch einen guten Einblick in die Malaria-Diagnostik gewinnen. Blutausstriche gehören zum täglichen Standard, in die Anfertigung und die mikroskopische Auswertung kann man sich engagiert einbringen.
Amtssprache ist im Krankenhaus, wie im ganzen Land, Englisch. Allerdings sprechen nach meinen Schätzungen nur 50 Prozent der Patienten wirklich so gut Englisch, dass man mit ihnen beim Arztbesuch gut kommunizieren kann. Deshalb wird sehr häufig in die Anamnese und Untersuchung ein Übersetzer einbezogen, was übrigens aufgrund der unterschiedlichen Stammessprachen manchmal gar nicht so einfach ist. Darunter leiden natürlich zwangsweise die Anamnesegespräche, da sie schnell zu einem kurzen Frage-und-Antwort-Spiel werden können. Die Patienten beschreiben zwar ihre Beschwerden in unseren Ohren sehr ausführlich, übersetzt wird davon jedoch meist nur ein kleiner Teil.
In kultureller Hinsicht kann man durch die Nähe zum Patienten natürlich auch viel lernen. Nicht nur mit Sprache, Mimik und Gestik wird man ein klein wenig vertraut, sondern man bekommt auch ein Gefühl für soziale Gefüge, traditionelle Medizin und die Bedeutung der Religion in der gambiaschen Gesellschaft.
Wir haben von unserem sechswöchigen Aufenthalt in Gambia fünf Wochen am Bijilo Medical Center famuliert. Unsere Arbeitszeiten entsprachen den Öffnungszeiten des BMC: montags bis freitags von 9.00 – 18.00 Uhr. Um die Mittagszeit ist es meist aufgrund der Hitze ruhiger und damit ist Zeit für eine längere Mittagspause, in der wir von der Klinik-Köchin typisch nach gambiascher Art bekocht wurden. Samstags ist das BMC ebenfalls geöffnet, die Wochenenden haben wir uns jedoch freigehalten.
Gambia – das Land und seine Bevölkerung Der Markt in Serekunda, der größten Stadt Gambias |
| Gambia ist eines der kleinsten afrikanischen Länder. Es umfasst das Gebiet rund um den Gambia River und windet sich wie eine Schlange quer durch den Senegal. Amtssprache ist aufgrund der britischen Kolonialgeschichte Englisch.
In Gambia leben vier große und einige kleinere Stämme: das Volk der „Mandinka“, der „Wolof“, der „Fula“ und der „Jola“. Alle haben ihre eigene Sprache und sind wohl in ihrer Physiognomie voneinander zu unterscheiden. Ein paar Worte in den am meisten verbreiteten Sprachen „Mandinka“ und „Wolof“ sind sehr nützlich und machen viel her.
Der Küstenstreifen, in dem sich auch „Bijilo“ befindet, ist am dichtesten besiedelt und am besten mit Infrastruktur ausgebaut. Hier finden sich auch die Touristenzentren, die jedoch noch aus wenigen Hotelanlagen und Restaurantstraßen bestehen. Es ist erstaunlich, wie sehr sich der Tourismus auf einzelne Straßenzüge beschränkt. Von Vorteil ist, abgesehen vom wirtschaftlichen Aufschwung, der mit ihm verbunden ist, dass man als Famulant von der Entwicklung der Infrastruktur profitiert, das heißt von guten Flugangeboten und von der Möglichkeit, zu europäischen Standards in einem Restaurant essen gehen zu können.
Der Nachteil des Tourismus ist allerdings auch sehr offensichtlich, denn mit ihm kamen die „Bumsters“ oder „Beach Boys“, die sich an die Fersen der Weißen heften, mit der Hoffnung, Gunst und Geld zu erbetteln. In den meisten Fällen war es uns letztendlich möglich, nicht nur als Tourist und Geldquelle gesehen zu werden, als wir zum Ausdruck brachten, dass wir uns als „doctors“ für die Bevölkerung Gambias einsetzen.
Es ist schade, dass man diese Warnung aussprechen muss, noch bevor man ein gutes Wort für die wahren Einwohner Gambias einlegen kann, die natürlich in der Überzahl sind. Sie sind freundlich, respektvoll, und überaus gastfreundlich. Die Kinder sind - typisch afrikanisch - sehr aufgeschlossen und neugierig und sind von ihren Grüßen „hallo toubab“ – „Hallo Weißer“ - schwer abzubringen. Bei einem Spaziergang durch das Dorf passiert es schnell, dass man an jedem Finger ein Kind kleben hat – was man mit Witz und Geschick auch in der sechsten Woche noch gelassen sehen kann.
Durch die Klinik kommt man mit einigen Familien in Kontakt und Einladungen sind nicht selten. Außerdem gibt es im Land viele „Expatriots“, zumeist Europäer, z.B. Engländer, Iren oder Deutsche, die in Gambia eine neue Heimat gefunden haben. Darunter sind viele, die sich in ihrer freien Zeit für Projekte und insbesondere für das BMC einsetzen und viel Energie in die Organisation, den Ausbau oder ins Spendeneinwerben stecken. Allesamt sehr nette und hilfsbereite Menschen. Zweifelsohne trifft man in Gambia auf die unterschiedlichsten Menschen, aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen, mit unterschiedlichen Motiven.
Der afrikanische Alltag bietet allein schon eine große Vielfalt an Interessantem: ein Einkauf auf den Märkten der großen Städte in „Serekunda“ oder „Banjul“, auf denen man zwischen frischem Obst der Saison (Orangen, Papaya, Grapefruit, Mangos, Bananen), Erdnuss in allen Varianten, einer unglaublichen Vielzahl an bunten Stoffen und allen möglichen Gebrauchsgegenständen wählen oder sich einfach durch das Chaos treiben lassen kann. Ein Ausflug in ein typisches Fischerdorf, wo man sich am Nachmittag in genau solch buntem Getümmel wieder findet, wenn die Boote vom Fang zurückkehren und Frauen und Kinder ungeduldig am Strand auf ihre Männer warten. Ein Nachmittag beim Schneider, um sich ein passgenaues Kleid schneidern zu lassen oder eine Fahrt im Buschtaxi bei Reggae-Musik, vorbei an buntbemalten Läden und stolzen Straßenverkäufern...
Mit etwas Glück schafft man es auch zu einer musikalischen Veranstaltung, auf der man sich vom Rhythmusgefühl der Westafrikaner anstecken lassen kann, das sowohl im Tanz, als auch im Trommeln seinen Ausdruck findet. Musik spielt in Westafrika eine sehr große Rolle – die „Kora“ ist das typische traditionelle Instrument, eine Mischung zwischen Gitarre und Harfe, früher nur von „Griots“ gespielt.
Ruhe findet man entweder an einem Tag am Meer oder in einem der Naturparks, in denen man unzählige Vögel, einige Affen und anderes kleines Getier beobachten kann. Ein Paradies für Ornithologen!
Erstaunlich ist, dass man selbst an den touristisch erschlossenen Sehenswürdigkeiten nur wenige andere Reisende sieht. Die meisten bleiben wohl in ihren Hotelanlagen.
In unserer letzten Woche haben wir uns schließlich auf den Weg ins Landesinnere gemacht, allerdings braucht man für die Strecken mit den bescheidenen öffentlichen Verkehrsmitteln viel Zeit und eine gute Ausdauer. Nichtsdestotrotz kommt man „upcountry“ mit dem ursprünglichen Gambia in Kontakt. Hier läuft alles viel ruhiger ab und Touristen verirren sich ohnehin nur noch ganz vereinzelt in die abgelegenen Dörfer. Somit ist es einfacher, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen, da man nicht ständig auf der Hut sein muss. In „Tumani Tenda“, einem „Eco-Tourism-Camp“, wird man sogar wie selbstverständlich ins Dorfleben einbezogen, in unserem Fall in traditionelle Feierlichkeiten, die einen sehr nachdenklichen Hintergrund hatten, die Beschneidung junger Mädchen. Das „Tendaba Camp“ wiederum liegt am Rande eines großen Nationalparks, des „Kiang West National Parks“, in dem es wildlebende Affen, Buschschweine, Antilopen und wieder zahllose Vogelarten zu entdecken gibt. Entlang des Gambia Rivers finden sich auch Hunderte Kilometer von der Küste entfernt noch Mangrovenwälder, durch die eine Bootsfahrt durchaus lohnt.
Das Land hat durch die Abwechslung von Kultur und Natur einiges zu bieten. Im Gegensatz zu Ostafrika kann man zwar nicht auf Safari-Entdecker-Tour gehen, aber dafür ist es mit ein wenig Aufgeschlossenheit und Neugier recht einfach, in die afrikanische Kultur, die durch die verschiedenen Stämme geprägt ist, einzutauchen.
Praktische TippsAbsolut notwendig sind Impfungen gegen Gelbfieber, Hepatitis A und B. Sinnvoll auch Impfungen gegen Meningokokken und Typhus. Überlegenswert ist die Tollwut-Impfung. Selbstverständlich sind Auffrischungen gegen Tetanus, Diphtherie und Polio. Ich habe mich schließlich für alle genannten Schutzimpfungen entschieden. Meine Wahl fiel auf Doxyzyklin, das man täglich ab drei Tage vor bis vier Wochen nach Aufenthalt nehmen muss. Alternative ist Mefloquin, das wöchentlich einzunehmen ist. Ein imprägniertes Moskitonetz und jede Menge Autan gehören zur Standardausrüstung. In der Trockenzeit – November bis Mai - ist die Mückenplage nicht so schlimm, dennoch hatten wir jeden Tag Malaria-Fälle in der Klinik! In der Regenzeit – Juni bis Oktober - häufen sie sich in großer Zahl!
Zur Stand-by-Therapie empfiehlt sich ein Artemisin-Derivat, wie Riamet. Gegen Kopfschmerzen, Fieber: Paracetamol. (Anm.d.Red.: Dringend notwendig! Was Impfungen und Prophylaxe in afrikanischen Ländern betrifft, sollten unbedingt und vor allem auch rechtzeitig aktuelle Auskünfte und Empfehlungen bei einem tropenmedizinischen Institut (siehe ganz unten auf dieser Seite: "Auslands-Check") eingeholt werden. Zusätzliche Infos zum jeweiligen Land bieten ferner die medizinischen Hinweise des Auswärtigen Amtes, siehe hier: "Auswärtiges Amt - Infos".) Obwohl man selbst in einer Klinik arbeitet, möchte man vielleicht doch auf Nummer sicher gehen. Gegen Durchfall ist Loperamid ratsam, außerdem Ciprofloxacin und Metronidazol für alle verdächtigen Fälle. Gegen Erbrechen: Metoclopramid. Handschuhe und Desinfektionsmittel für den Eigengebrauch in der Klinik. Ein Visum muss man vor der Reise nicht beantragen. Allerdings muss man sein Touristenvisum bei der Einwanderungsbehörde nach 21 oder 28 Tagen verlängern, je nachdem, was auf dem Einreisestempel im Reisepass steht. Kosten: 200 Dalasi, dies sind rund 7 Euro.
Bei Anreise sind am Flughafen 10 Euro, 10 US Dollar oder 5 British Pounds als Touristengebühr zu entrichten. Eine private Auslandsreisekrankenversicherung ist ein Muss. Bargeld in Euro, am besten in 50 Euro-Scheinen. Mit 100 bis 120 Euro pro Woche ist man gut dabei. Darin enthalten sind Verpflegung, Wochenendausflüge und persönliche Ausgaben, aber keine Unterkunft. Tauschen kann man in Wechselstuben oder in der Bank, am besten in überschaubaren Summen. Es fallen keine Tauschgebühren an. Währung ist der „Dalasi“: 1 Euro ~ 32 „Dalasi“. Günstige Flüge mit „Condor“ für ca. 800 Euro. Lastminuteflüge können sehr günstig sein, sind jedoch für die Famulaturplanung nicht zu empfehlen. In der Trockenzeit – November bis Mai - ist das Klima sehr angenehm, wenn auch heiß und trocken. In der Regenzeit soll es Berichten zufolge fast unerträglich schwül sein. Malaria stellt dann ein sehr großes Problem dar. 800 Euro Flug
250 Euro Impfungen (Gelbfieber, Meningokokken, Typhus, Tollwut; die anderen hat man meist schon)
150 Euro Medikamente und Moskitoschutz
800 Euro Bargeld für 6 Wochen
~ 2.000 Euro + Unterkunft The “Bradt Travel Guide”: The Gambia. Emms, Barnett, Human.
“Reise-Know-How”: Westafrika 1. Sahelländer. Därr.
“GEO Special”. Westafrika.
„DuMont Reise-Taschenbuch Senegal – Gambia“. Buchholz.
Für die tägliche Praxis unerlässlich sind ein Innere Buch und ein Medikamenten-Pocket-Guide. Empfehlenswert sind außerdem ein Tropenmedizinisches Buch und ein Tropen-Dermatologie-Buch mit vielen Bildern.
“Oxford Handbook of Clinical Medicine”. Longmore.
“Oxford Handbook of Tropical Medicine”. Eddleston, Davidson, Wilkinson, Pierini.
Innere Medizin. „Herold“.
Unterkunft und SicherheitsaspekteDie ersten Wochen haben wir direkt im Krankenhaus gewohnt, da sich dort ein Apartment für medizinisches Personal befindet. Für die Unterkunft mussten wir als Ausgleich für unsere Arbeit nichts zahlen. Gewöhnungsbedürftig, aber typisch afrikanisch, ist der Mangel an Strom und fließendem Wasser. Da sich das BMC in dem kleinen Dorf Bijilo befindet, ist dort abends sehr wenig los. Mit dem Taxi kann man sich in die stärker belebten Gegenden bewegen.
Später sind wir zu einem englischen Ehepaar gezogen, das uns großzügigerweise aufgenommen hat. Wegen der Unterkunft sollte man sich direkt an den Arzt wenden und ihn nach Vorschlägen fragen.
Mit Diebstahl muss man leider in jedem Entwicklungs- oder Touristenland rechnen.
Bei Dunkelheit sollte man Spaziergänge meiden, dann lieber ein Taxi nehmen. Ansonsten reist man bei üblichen Sicherheitsvorkehrungen recht sicher, selbst als alleinreisende Frauen. Dem ständigen Ansprechen muss man mit Gelassenheit und Selbstbewusstsein entgegnen.
Fazit Bunter Trubel in einem Fischerdorf |
| Die Famulatur am Bijilo Medical Center ist definitiv allen Tropen begeisterten Medizinstudenten zu empfehlen, die bereit sind, eigenständig zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen.
Sie bietet eine gute Möglichkeit, für kurze Zeit in den Alltag einer westafrikanischen Klinik bzw. einer privilegierten Klinik, die dennoch mit den Hürden eines Entwicklungslandes zu kämpfen hat, integriert zu werden. Durch die Vielzahl an Krankheitsbildern, die verschiedensten Patienten und die Notwendigkeit zur Improvisation kann man seine praktischen und menschlichen Kenntnisse schulen.
Ich habe es als großes Privileg empfunden, durch den Patientenkontakt hautnah in eine so unbekannte Kultur einzutauchen und durch meine Arbeit Achtung und Dankbarkeit vonseiten der Einwohner Gambias zu erfahren.
T., L. Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Würzburg, Dezember 2006
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