Mount Sinai Hospital
Bewerbung und Vorbereitung
Unterkunft und finanzielle Seite
Orthopädie
Innere Medizin/ Nephrologie
HNO
New York
Fazit
Hilfreiche Adressen
Mount Sinai Hospital Mount Sinai Hospital |
| Das Mount Sinai Hospital, School of Medicine, New York ist ein ehemals jüdisches Lehrkrankenhaus und ist eine rein medizinische Universität für sich. Das eigentliche Krankenhaus liegt auf Manhattan, auf Höhe der 98th Street und 5th Avenue, also direkt am Central Park. Aber es gibt auch noch andere Krankenhäuser, die zum Mount Sinai Hospital dazugehören wie z.B. „Bronx VA“, „Elmhurst“ und „Cabrini Center“ und die über die verschiedenen Stadtteile von New York verteilt sind.
Ganz wichtig für PJ’ler ist es, noch zu erwähnen, dass man als ausländischer Student maximal drei Monate dort arbeiten darf, da gibt’s auch keine Ausnahme oder Sonderregel. Der Grund hängt mit dem Visum und dem Krankenhaus zusammen. Man sollte sich also erkundigen, ob die eigene Universität erlaubt, PJ- Tertiale zu splitten oder drei Monate zu arbeiten und den letzten freien Monat bis zum Schluss aufzuheben.
Bewerbung und Vorbereitung Statue of Liberty |
| Zur Bewerbung muss ich zu aller erst sagen: man sollte sich so früh wie möglich damit auseinandersetzen, da bestimmte Formalitäten sehr kompliziert und zeitaufwändig sind. Hauptsächlich geht es um die Bewerbung, das Visum und die Unterkunft. Auch sollte man viel Geduld haben, weil die Bewerbungsformalitäten sehr genau genommen werden und man immer auf irgendwelche Ämter angewiesen ist. Ich habe mich sechs Monate vorher beworben und da hat alles genau hingehauen.
Die Bewerbungsformulare für Mount Sinai findet man im Internet auf dessen Internetseite. Am besten Ihr gebt einfach „foreign medical student“ als Suchbegriff ein, dann kommt Ihr genau auf den Link, den Ihr braucht. Lasst Euch bloß nicht von den ganzen Anforderungen für die Bewerbung abschrecken.
Nur mit dem Visum sollte man früh anfangen, da man bestimmte Formulare von der Universität in New York benötigt, um überhaupt einen Termin für ein Visum beantragen zu können. Das Visum muss ein J1-Visum sein, weil das so von Mount Sinai vorgeschrieben wird! Mir hatte die Botschaft ein B-Visum vorgeschlagen, weil dies einfacher zu bekommen ist, aber es muss ein J1 Visum sein. Informationen zum Visum findet ihr auf der Homepage der US-Botschaft oder telephonisch unter 0190-850055. Leider kostet diese Hotline um die 1,80 Euro die Minute!
Vorsicht mit dem neuen Pass, der bald eingeführt wird. Da gelten neue Regelungen!
Leider fällt auch eine Bewerbungsgebühr an, die in meinem Fall 150$ betrug. Man soll dann die Summe per „money-order“ von seiner Bank überweisen - wie viel das kostet, ist unterschiedlich und dauert auch eine gewisse Zeit. Leider wird das Geld im Falle einer Ablehnung vom Krankenhaus einbehalten.
Neben dem Flug - Preis ca. zwischen 500 und 800 Euro - ist zur Vorbereitung zu sagen, dass man unbedingt eine Auslands-Reisekrankenversicherung und eine Haftpflicht benötigt. Bei den schriftlichen Bestätigungen der Versicherungen sollte man darauf achten, dass sie auf Englisch verfasst sind.
Travellerschecks und eine Kreditkarte sind auch zu empfehlen. Man sollte sich auch bei seiner Bank erkundigen, da manche Banken keine Auslandsgebühren erheben, wenn man Geld bei bestimmten US-Banken abhebt. Ein Wörterbuch – „Medical English“ vom Thieme Verlag - und vielleicht einen Reiseführer sollte man sich auch zulegen.
Unterkunft und finanzielle SeiteDie Unterkunft kann man bei der Universität beantragen - wieder ein Formular und ein Amt mehr - oder sich selbst eine Wohnung suchen. Ein gutes Internet-Forum dafür ist die „Craigs-List“ (siehe Weiterführende Links).
Ich habe in einer Wohnung im Studentenwohnheim vom Krankenhaus gewohnt und denke es war eine gute Entscheidung, trotz der gepfefferten Preise von 900$ im Monat. Man wohnt zu viert in einer Wohnung mit zwei Bädern und einer Küche. Die Zimmer sind ungefähr 12 m² groß und mit Bett, Schreibtisch, Regal, Kommode und Schrank ausgestattet. Um Decke, Kissen und Bettwäsche muss man sich selbst kümmern – also Schlafsack lohnt sich. Ein echter Vorteil des Wohnheimes ist, dass man dort sehr schnell Kontakte knüpft, denn es ist zu 50 Prozent von ausländischen Studenten bewohnt und es liegt genau gegenüber vom Krankenhaus. ZUdem gibt es im Wohnheim Waschmaschinen (1,50 $ pro Wäsche), Trockner, eine Telefonzelle und einen Fitnessraum. Eine U-Bahn Station, ein Supermarkt und der Central Park z.B. zum Joggen sind genau um die Ecke.
Die anfallenden Kosten setzen sich aus folgenden Posten zusammen:
- Flug: zwischen 500 und 800 Euro
- Bewerbungsgebühr: 150$ (einmalig, wird nicht zurückerstattet)
- Studiengebühr für jeweils vier Wochen: 300$
- Wohnheim-Miete: 900$ pro Monat
- U-Bahn Ticket: 75$ pro Monat
- Tägliche Unterhaltungskosten: ca.: 15-20$
- Waschen/Trocknen/Telefonieren: 15$ pro Woche
Orthopädie Zum allgemeinen Tagesablauf ist zu sagen, dass die Orthopäden um 5.30 Uhr morgens mit der Visite anfangen, bei der die Studenten anwesend sind und danach die Patientenakten ausfüllen. Die Dauer war unterschiedlich, aber meistens waren wir um 6.30 Uhr mit der Visite fertig. Man hatte dann bis um 7.00 Uhr Zeit, sich Frühstück in der Cafeteria des Krankenhauses zu kaufen, das dann zwischen 7.00 und 8.00 Uhr bei der morgendlichen Vorlesung eingenommen wird.
In diesen Vorlesungen werden verschiedene Themen von einem Oberarzt mit Powerpoint vorgestellt und besprochen. Um 8.00 Uhr geht es dann mit dem jeweiligen „Attending“ (Oberarzt) und „Resident“ (Assistenzarzt) in den OP. Dort bestehen die Aufgaben des Studenten aus Hakenhalten, Assistieren, aber öfters auch Beobachten aus zweiter Reihe. Meistens endet dann der Tag zwischen 17.00 und 18.00 Uhr, aber es kam auch vor, dass ich bis 23.00 Uhr in der Klinik bleiben musste.
Als Minifazit zu meiner Zeit in der Orthopädie muss ich sagen, dass es bei chirurgischen Famulaturen - wie überall auf der Welt - oft auf Eigeninitiative und Interesse ankommt, um möglichst viel mitzunehmen, da sich sonst kein Oberarzt von sich aus die Zeit nimmt, Dich persönlich zu unterrichten. Obwohl ich in diesem ersten Monat kaum mehr von New York gesehen habe als mein Bett und den OP, muss ich sagen, dass ich echt viel gelernt habe und die Stimmung stets sehr freundlich und höflich war. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt.
Innere Medizin/ Nephrologie Elmhurst Hospital |
| Nach meiner anstrengenden und zeitlich sehr fordernden Famulatur in der Orthopädie, war ich ganz froh festzustellen, dass die Nephrologen erst um 9.00 Uhr morgens anfangen und man um 16.00 Uhr wieder gehen darf. Das Krankenhaus, dem ich zugeteilt wurde – „Elmhurst“ - befindet sich nicht in Manhattan, sondern in Queens. Aber glücklicherweise fährt ein krankenhauseigener Shuttlebus direkt vor dem Wohnheim ab und benötigt für die Strecke auch nur eine halbe Stunde.
Im Allgemeinen kann ich sagen, dass auf das „Teaching“ sehr viel Wert gelegt wurde, weil unser Oberarzt Dr. Lieber sehr viel Zeit - drei bis vier Stunden pro Tag - dafür verwendete, uns sämtliche Theorie der Nephrologie zu erklären. Aber leider rückte dadurch die direkte Arbeit am Patienten, anders als in Deutschland, stark in den Hintergrund - keine Blutabnahmen, kaum Anamnesen. Des Weiteren gab es täglich eine „noon-lecture“, bei der man umsonst Mittagessen konnte und ein Oberarzt besondere Fälle vorstellte.
Die Besonderheit dieses Krankenhauses liegt darin, dass die Patienten aus sämtlichen Ländern der Welt kommen und meistens schlechtes bis überhaupt kein Englisch sprechen. Aber das Krankenhaus stellt einen „Translator“ zur Verfügung, was dann die Arbeit erleichtert. Schön ist auch die Tatsache, dass es rund um das Krankenhaus Restaurants der verschiedensten Küchen der Welt gibt und man auch genug Möglichkeiten hat, sie auszuprobieren.
Mein Minifazit für die Arbeit in der Nephrologie: In diesem Monat hab ich zwar viel weniger Zeit im Krankenhaus verbracht, aber trotzdem sehr viel Theorie mitgenommen - und am meisten vom New Yorker Nachtleben erlebt.
HNOIn der HNO fing die Visite zwischen 6.00 Uhr und 6.30 Uhr an. Als Student konnte man nur zuhören und hatte keine praktische Funktion. Dies lag daran, dass es in der HNO acht Assistenzärzte gab und dadurch wenig Platz für Studentenunterricht oder Fragen war. Nach einem Frühstück ging es ab 8.00 Uhr in den OP, wo man, je nach Oberarzt und dessen Laune, in den Ablauf eingebunden wurde und dort eine Menge sehen und machen konnte. Mittwochs fand außerdem noch eine eineinhalbstündige Besprechung statt, bei der besondere Fälle und deren Behandlung besprochen wurden.
An dieser Stelle ist wieder zu einer chirurgischen Famulatur zu sagen, dass die Qualität einer solchen Famulatur mit dem eigenen Interesse und Engagement steigt und fällt, und man die Oberärzte wirklich festnageln muss, aber dann auch sehr viel lernen kann.
Und mein Minifazit hier: In der HNO waren die Arbeitszeiten eher normal (6.00 - 15.00 Uhr), aber ich habe nicht soviel Theorie mitnehmen können. Wobei ich aber viele interessante OPs gesehen habe und praktisch mehr habe machen dürfen.
New York US Open 2005 |
| Natürlich ist New York eine unheimlich faszinierende Stadt; der Vielfalt und Abwechselung sind keine Grenzen gesetzt. Man kann unendlich viel machen – ob Oper, Musicals, Theater, Museen, Besichtigungen, Sport Events, Festivals, Shopping, Sightseeing, (Studenten-)Partys, Essen exotischster Art, Tanzen, Bars, Clubs usw.
Aber obwohl man als Student sehr oft Vergünstigungen - sogar durch das Studentenbüro des Krankenhauses („Recreation Office“) bekommt, ist und bleibt New York eine sehr teure Stadt. Vor allem Lebensmittel sind meiner Meinung nach unverhältnismäßig teuer. So kosten etwa Orangen 1,20$ pro Stück!
Fazit Times Square |
| Im Nachhinein kann ich zu meinem Aufenthalt sagen, dass New York eine atemberaubende Stadt ist, die tatsächlich nie schläft, aber sehr teuer ist. Man für die Bewerbung enorm viel Zeit, Geduld und Ausdauer braucht.
Und dass man in den chirurgischen Fächern bei weitem nicht so viel praktische Erfahrung sammelt wie in Deutschland und mit sehr vereinnahmenden Arbeitszeiten rechnen muss. Ich habe PJ’ler getroffen, die sich beklagt haben, dass sie an praktischen Fähigkeiten kaum etwas mitgenommen und von New York so gut wie nichts gesehen haben, weil sie immer im OP standen.
Dass sich das Englisch enorm verbessert und die Leute sehr offen und hilfsbereit gegenüber Ausländern sind.
Hilfreiche AdressenFür das Studentenwohnheim:
Housing Manager
MSMC Residential Realty
1240 Park Ave, Lower Level
Phone: 001- 212-659-9611
Fax: 001-212-659-9626
Weblinks unter 'Weiterführende Links'
A., C. Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Mannheim, Januar 2006
Weitere Infos zu den Reisestipendien der Allianz |