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Chirurgie und Gynäkologie / Geburtshilfe, Hospital Regional Docente de Trujillo, Peru
(Praxis unter Wolken, 22.08. - 08.12.2005)

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Warum gerade Peru?
Bewerbung und Vorbereitungen
Ankunft in Peru und Weiterreise
Unterkunft in Trujillo
Meine Arbeit am Hospital Regional Docente
Hospital Andino in Coina
Reportage eines erlebnisreichen Tages
Mein Fazit

Warum gerade Peru?


Wöchentliche Exkursion
Die Motivation für einen Auslandsaufenthalt ist natürlich immer eine sehr persönliche Sache. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass ein Auslandsaufenthalt, wenn auch nicht immer medizinisch, so doch für das Leben und den persönlichen Horizont eine unvergleichliche Bereicherung ist, die ich niemals missen möchte.

Was die Situation speziell in Peru angeht, so finde ich, dass sich Chirurgie dort ganz besonders für diejenigen anbietet, die viel praktische Erfahrung und manuelle Übung suchen. Auch Gynäkologie/ Geburtshilfe sei hier in dieser Hinsicht sehr empfohlen. Die diagnostischen, vor allem im Labor und in der Bildgebung, sind hingegen sehr beschränkt. Die größte Einschränkung stellt allerdings die Tatsache dar, dass die Patienten - ausgenommen Notfälle (Vor)Schulkinder und Schwangere - jedwede Untersuchung und Therapie vor Erhalt bezahlen müssen. So kann es denn auch vorkommen, dass Patienten mit Schenkelhalsfrakturen anstatt einer Operation aus Geldmangel nur einen „stabilisierenden“ Gipsstiefel erhalten und damit umgehend wieder nach Hause geschickt werden. Ausnahmen stellen wohl die Krankenhäuser dar, die den Krankenkassen gehören („hospitales del seguro“) und annähernd westlichen Standard haben - vor allem jenes in Lima. Ich war aber selber noch nicht da.

Das Gleiche gilt in noch stärkerem Maße für die Innere Medizin und Pädiatrie in Trujillo, wo man zwar über Liquor-, Aszites und andere Punktionen viel lernen kann, aber wenig über zeitgemäße Diagnostik und Therapie, da diese, wenn überhaupt vorhanden, für die meisten Menschen unerschwinglich ist.

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Bewerbung und Vorbereitungen

Die Formalitäten sind mit der Universidad National de Trujillo zu regeln. Die Kontaktaufnahme mit der Universität erfolgt - wie eigentlich immer - am bequemsten per Internet. Man setzt sich mit dem Studentensekretariat in Verbindung.

Die „Capacitación“ wird voraussichtlich folgende Formulare verlangen (erst per Fax, dann postalisch zusenden.):

- Empfehlungsschreiben („Carta de recomendación“ bzw. letter of recommendation) vom Dekan der medizinischen Fakultät
- Versicherungsnachweis
- Aufstellung der bestandenen Kurse/ Scheine
- Nachweis über Spanisch Kenntnisse

Was Drittmittel betrifft, so können Fahrtkostenzuschüsse über den „Deutschen Famulantenaustausch (DFA)“ beantragt werden. Diese, soweit verfügbar, betrugen zu der Zeit 375€ für eine Famulatur von mindestens zwei bis zu höchstens sechs Monaten Dauer in Peru. Und es gibt natürlich die Förderung über die Reisestipendien der Allianz Private Krankenversicherungs-AG. Die Bewerbungsmodalitäten hierfür findet man auf Stethosglobe.

Zum Visum ist zu sagen, dass offiziell die vorherige Beantragung eines Studentenvisums verlangt wird, zumindest von der Botschaft. Im Krankenhaus oder an der Grenze wird man dazu aber sicher nicht gefragt, sodass man auch mit dem normalen, dreimonatigen Touristenvisum sehr gut zurecht kommt. Zur Verlängerung reicht es, einmal aus- und wieder einzureisen oder bei der „Immigración“ in Trujillo 30$ zu zahlen.
Man sollte bei der ersten Einreise ausdrücklich 90 Tage Gültigkeit verlangen, ansonsten kann es vorkommen, dass der Beamte einem nur 60 Tage in den Pass stempelt. Dies scheint Ermessenssache zu sein. (Anm.d.Red.: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich auf jeden Fall rechtzeitig bei der entsprechenden Botschaft unbedingt nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen.)

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Ankunft in Peru und Weiterreise

In Lima angekommen, gibt es zwei Möglichkeiten für die Weiterreise nach Trujillo. Die erste ist mit dem Bus. Dazu muss man vom Flughafen aus mit dem Taxi zu einem Terminal einer Buslinie in Limas Zentrum fahren. Für Trujillo ist die Verbindung mit der Gesellschaft „Linea“ am besten. Kosten 45 „Soles“ (ca. 11€) mit dem „Servicio Executivo“ (gehobene Klasse), 55 „Soles“ (ca. 13€) mit dem „Servicio Dorado“ (1. Klasse) oder 70 „Soles“ (ca. 18€) mit dem „Servicio VIP“ (Luxusklasse).

Auch die Linien „Ormeno“ oder „Cruz del Sur“ sind gut, aber ca. 10 „Soles“ teurer.

Beim Weg vom Flughafen in die Stadt ist Vorsicht geboten. Man kann im Flughafengebäude selbst Taxis der „Green Line“ nehmen. Diese sind vielleicht etwas sicherer, kosten aber fast das Doppelte der Taxis draußen. Oder man geht aus dem Flughafengebäude heraus und ignoriert konsequent(!) die selbsternannten „Vermittler“, die einen wie Heuschrecken auf Anhieb anfallen und geht zur zweiten Querstraße vor dem Flughafen durch und hält dort ein Taxi an. Das kostet dort zwischen 15 und 20 „Soles“. Vorsicht auch vor Taschendieben im Gedränge!

Die zweite Möglichkeit der Weiterreise nach Trujillo ist die mit dem Flugzeug. Vor allem mit viel Gepäck ist dies die viel bequemere Alternative. Es gab seinerzeit zwei Flüge täglich, einen morgens um 7.00 Uhr mit „Star Peru“, den andern gegen 16.00 Uhr mit „LAN Peru“. Beide kosten um die 75$ für einen Weg und dauern ca. eine Stunde.

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Unterkunft in Trujillo

Ich kann nur empfehlen, in „Huanchaco“ zu wohnen. Es gibt wohl nichts schöneres, als nach einem anstrengenden Tag in der stickigen, lauten Stadt mit brummendem Schädel bei einem traumhaften Sonnenuntergang in sein schönes, stilles Surferdorf zurück zu kommen und den Wellen des Pazifik beim Rauschen zuzuhören.

Es sei ausdrücklich das Reisebüro „Travel Trujillo“ empfohlen, dessen Besitzerin Wohnungen in „Huanchaco“ vermitteln kann. Herbergen sowohl in Trujillo wie auch in „Huanchaco“ kann man in großer Zahl den gängigen Reisführern entnehmen.

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Meine Arbeit am Hospital Regional Docente

Das Hospital Regional Docente de Trujillo ist das offizielle Lehrkrankenhaus der „Universidad National de Trujillo“, der staatlichen Universität in Trujillo, der zweitgrößten Stadt Perus.

Die ersten drei Wochen verbrachte ich auf der viszeralchirurgischen Abteilung, deren Betrieb durch den Streik der Krankenschwestern zur damaligen Zeit leider stark eingeschränkt war. Zu normalen Zeiten kann man dort allerdings alle gängigen viszeralchirurgischen Eingriffe sehen, aber auch viele Eingriffe, die hier zu Lande nicht mehr so stattfinden, wie z.B. viele offene OPs an der Gallenblase, die bei uns ja laparoskopisch durchgeführt werden.

Die morgendliche Routine begann um 7.00 Uhr mit der Visite, bei der es die Aufgabe der "Internos" (PJler) war, die Rezepte und die Anforderungsscheine für die verschiedenen Untersuchungen auszufüllen. Danach waren Verbandswechsel durchzuführen oder man war als Assistent für den OP eingeteilt. Das war immer recht spannend, da die Studenten in Peru bei den OPs instrumentieren müssen. Gegen 17.00 Uhr war dann Feierabend auf Station.

Aber dann begann für die Hälfte der „Internos“ die wahre Arbeit erst. Sie waren bis zum nächsten Tag um 17.00 Uhr zum Dienst eingeteilt, entweder auf Station oder in der Ambulanz, d.h. also knapp 34 Stunden am Stück, und das jeden zweiten Tag, immer die Hälfte der „Internos“ im Wechsel. Ich selbst hatte es geschafft, mein Pensum herunterzuhandeln auf anfangs drei, später zwei Dienste pro Woche. An "normalen" Tagen konnte ich gegen 17.00 Uhr nach Hause. Dies war aber immer noch genug.

So eine Notaufnahme in einer peruanischen Großstadt ist nachts oft sehr belebt, und die Verletzungen aufgrund der schlechten Lebens- und Sicherheitsbedingungen oft schwer. Nichts für schwache Nerven. Es gibt regelmäßig offene Schuss- und Stichwunden, v.a. nachts am Wochenende. Aber auch sonst kommt man viel zum Nähen, ferner Brüche zu reponieren, Magensonden zu legen, Verbände zu wechseln.

Alles in allem waren die vier Wochen, die ich auf der Notaufnahme verbrachte sowie die Dienste dort eine sehr lehrreiche Erfahrung. Besonders gut ist es, dass man oft mit in den OP kommt. Zum Schluss darf man, falls es einen leichten Fall gibt, auch selber operieren, z.B. Blinddärme.

Danach ging ich für einen Monat in die Anden (siehe „Reportage eines erlebnisreichen Tages“). Nach meiner Rückkehr ging ich für die letzten vier Wochen auf die Kinderchirurgie. Dort war das Arbeitspensum etwas geringer und wurde dadurch aufgelockert, dass es an manchen Tagen "nur" Sprechstunde gab. So kam man auch noch ein bisschen mehr zum Untersuchen. Man wird sofort (oder so schnell man es zulässt) voll in die Arbeit integriert. Dies ist zwar anstrengend, macht aber großen Spaß, und ist sehr lehrreich. Außerdem waren meine Kollegen einfach super und haben mich mit offenen Armen aufgenommen. Man war neugierig, wie Medizin in Deutschland praktiziert wird und hat mich oft regelrecht ausgequetscht. So kam man mit (fast) allen ins Gespräch und bekam dafür vieles vom peruanischen Alltag mit.

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Hospital Andino in Coina


Hospital Andino in Coina
Das Hospital liegt ca. 130km, d.h. sechs (!) Stunden von Trujillo entfernt malerisch in einem grünen, fruchtbaren Tal, am Oberlauf des „Chicama“ - Flusses. Die Gelegenheit wahrzunehmen, dort für einige Wochen zu arbeiten, kann ich nur empfehlen. Es war, ohne Übertreibung, eine der schönsten Erfahrungen, die ich je gemacht habe.

Man kann in Zusammenarbeit mit den dortigen Ärzten die hausärztliche Versorgung für die umliegende Bevölkerung übernehmen und hat durch das vorhandene Ultraschallgerät und die gespendeten Medikamente trotzdem verhältnismäßig viele diagnostische und therapeutische Möglichkeiten. Ich empfand die Möglichkeiten, dort fast selbständig „hausärztlich“ zu arbeiten, als riesige Bereicherung, die mir zu vielen Kenntnissen und auch einer gewissen Reife verhalf.

Ein Aufenthalt dort kann in Absprache mit dem Büro des „Förderkreises Hospital Andino“ in Deutschland auf der einen Seite und im direkten Gespräch mit dem zuständigen Chefarzt im Hospital Regional Docente de Trujillo auf der anderen Seite vereinbart werden. Die im Hospital Andino verbrachte Zeit wird dann auf das gesamte Tertial angerechnet.

Was Anerkennung und Bescheinigung betrifft, empfiehlt es sich, schon im Laufe des Tertials, spätestens aber zwei Wochen vor Tertialende im Sekretariat vorzusprechen und wegen der Gleichstellungsbescheinigung nachzufragen. Dadurch kann man sich viel Lauferei und eventuell böse Überraschungen, wie z.B. unerwartete Abwesenheit des Dekans, ersparen.

Das Hospital Regional Docente de Trujillo befindet sich schon auf der Liste der vom LPA- NRW anerkannten Kliniken, sodass sich dort bei der Anerkennung keine Probleme ergeben sollten.

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Reportage eines erlebnisreichen Tages


Hallo, mein Kleiner!
Es ist Donnerstag im "Hospital Andino del Alto Chicama"in Coina, und wie jeden Donnerstag erscheint Don Felipe unser Fahrer pünktlich um 8.00 Uhr morgens, um den Wagen aus der Garage zu holen. Der Mercedes Geländewagen, seinerzeit gespendet vom Förderverein Hospital Andino e.V., dem "Lions-Club“ Frankfurt am Main und Mercedes Benz, ist mit seinen zehn Dienstjahren wahrscheinlich eines der neusten Fahrzeuge im „Alto Chicama“, dieser wunderschönen Andenregion im Dornröschenschlaf.

Don Felipe steuert beherzt und sicher wie ein Ralleyfahrer über die vom täglichen Regen ausgewaschenen Sand und Steinpisten. Ab und zu muss er aussteigen, Steine oder Baumstämme zur Seite räumen oder die provisorischen "Brücken" mit dem Fuß auf ihre Festigkeit prüfen. So brauchen wir für die knapp 15km in das Dörflein „Victor Raul“ fast 50
Minuten. Als wir angekommen sind, bin ich so durchgeschüttelt, dass ich einige Minutchen brauche, um eine gewisse „Gehfestigkeit“ wieder zu erlangen.

Noch sind wir aber nicht am Ziel, sondern erst am Anfang unserer Exkursion. Vom Fußballplatz aus, der, wie in den Dörfern hier, so eine Art Mittelpunkt darstellt, ein unebener, spärlich von Grasbüscheln durchsetzter Acker, wie die Hobby-Kicker bei uns sagen würden, geht es jetzt zu Fuß weiter in die noch mehr abgelegenen Gemeinden bis zum letzten Bauernhof. Krankenschwester Iris lädt sich ihren Rucksack mit den Impfstoffen auf und
Hebamme Rosa den ihren mit ihren Instrumenten. Ich habe mein Stethoskop,
Medikamente, Verbandsmaterial und Infusionen für den Notfall zu tragen.

Der erste Stopp folgt schon nach wenigen hundert Metern: die Dorfschule. Ca. zwanzig Knirpse blicken uns aus neugierigen Knopfaugen an. Die Lehrerin begrüßt uns freudig. "Oh, Sie haben einen Arzt aus Deutschland mitgebracht! Sie können ja gleich die Kinder untersuchen." "Ah, ja gern.", zögere ich, "wo denn?" "Ja, hier auf dem Tisch." Sie klopft auf ihr grob zusammen gezimmertes Lehrerpult. "Juanito, Du bist als erster dran." Ein
kleiner, schmächtiger Junge kommt angetrabt. Während Iris und Rosa ihre Plakate auspacken, um den Kindern zu erklären, dass Reis Kraft gibt und Bohnen groß machen, hebe ich Juanito auf den Tisch, höre Herz und Lungen ab und fühle ihm auf den Bauch. Die Leber ist vergrößert und der Bauch insgesamt gebläht. Wahrscheinlich hat er Parasiten, wie so viele Kinder, die hier unter schlechten hygienischen Bedingungen leben. Es wird noch viele Vorträge der Mitarbeiter des Hospital Andino del Alto Chicama brauchen, bis sich daran etwas ändert.

Acht Stunden Wanderung und ca. 15km später sind wir wieder "zuhause" im
Hospital Andino del Alto Chicama. Rosa ist zufrieden, denn sie hat eine Schwangere entdeckt. Die Menschen hier haben gar kein Konzept von Krankheit und medizinischer Vorsorge. Sie verbringen ihre Schwangerschaft auf dem Feld bei der Arbeit und gebären
zuhause. Die Frau, die wir gefunden haben, kommt am nächsten Tag in die Sprechstunde. Ich mache auf dem von Siemens gestifteten Ultraschallgerät die Vorsorgeuntersuchung: 38. Schwangerschaftswoche, alles ist in Ordnung. In einer Woche sehen wir uns wieder, zur Geburt. Dann geht es für mich zurück in die Sprechstunde und für meine Patientin, wie für die meisten hier zurück auf den stundenlangen Marsch nach hause.

Es dauert nur fünf Tage, bis die Frau zurückkommt, das Kind hat es drei Tage zu eilig. Die Wehen sind schon im Gange, der Muttermund hat sich geöffnet, also sofort ab in den "Kreißsaal". Hier haben wir letzte Woche eine Gebärmutterausschabung gemacht und tags darauf eine Geschwulst aus der Handfläche geschnitten: einer für alles, alles in einem. Der eigentlich gut ausgestattete OP wird nur benutzt, wenn Chirurgen von der Küste kommen
und die fälligen Operationen, die sich im Laufe des Jahres angesammelt haben, innerhalb eines Wochenendes durchführen.

Die Geburt kommt nicht voran, über eine Stunde befindet sich das Kind nun
schon auf dem Weg durch das Becken der Mutter nach draußen. Normalerweise,
sollte es nach einer halben Stunde da raus sein. Leider gibt es hier keinen Kardiotokografen, ein Gerät zur Überwachung der Kontraktionen der Gebärmutter und der kindlichen Herztöne gleichzeitig, sodass wir nicht genau wissen können, ob das Kind in Gefahr ist oder nicht. Es gibt aber auch keine Geburtszange und keine Saugglocke, um beim Durchtritt durch den
Geburtskanal nachzuhelfen. Also entschließt sich Dr. Valverde, der verantwortliche Arzt und Klinikdirektor dazu, die Kreißende vom Bett zu holen und sie sich auf den Boden hocken zu lassen. So gebaren die Frauen in den Zeiten vor der Geburtshilfe auch in Deutschland, und so gebären sie noch heute in den peruanischen Bergen - in der Hocke. Während die Frau
presst, drückt ihr Dr. Valverde, so fest er kann, von hinten auf den Bauch, um das Kind weiter zu befördern. Und tatsächlich: fünf Minuten später ist es da. Die Hebamme nabelt es ab
und gibt es mir schnell. Es atmet nicht. Ich reibe ihm fest über den Rücken, um die Atmung zu stimulieren und sauge Fruchtwasser aus dem Mund ab. Da, endlich, sein erlösender erster Schrei! Seine Hautfarbe wandelt sich schnell von gräulich in rosig. Trotzdem kriegt es zur Sicherheit Sauerstoff. Wie gut, dass Du nicht zuhause auf dem Lehmboden geboren bist,
Kleiner!

Nachdem er vermessen und gewogen ist, gebe ich ihn seiner Mutter zurück, der Dr. Valverde mittlerweile einen großen Dammriss genäht hat. Diese Frau sollte ihr nächstes Kind entweder gar nicht oder nur per Kaiserschnitt bekommen. Doch den gibt es nur an der Küste und gegen
Bares, also wird es beim nächsten Mal wohl wieder eine Tortur für sie. Sie kommt mit ihrem Kind erstmal für zwei Tage in eines der Krankenzimmer des Hospital Andino del Alto Chicama.

Ich gehe schon mal ins Bett, denn in ein paar Stunden beginnt ein neuer Arbeitstag mit vollem Wartezimmer im Hospital Andino - im schönen und ein wenig von der Welt vergessenen Tal des „Alto Chicama“.

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Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich jedem, der sich zu einem PJ-Tertial im Ausland entschließt, nur gratulieren, sei es in Peru oder sonst wo. Es wird sicherlich eine Erfahrung sein, die er/sie nie mehr wird missen wollen.

Zum guten Gelingen der Pläne im PJ und darüber hinaus, meine besten Wünsche!


M., M.
Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Bonn, Juli 2006

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