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Chirurgie, Hospital de Niños de Ricardo Gutierrez und Hospital de Oncología de Marie Curie, Buenos Aires, Argentinien
(Nähe zum OP-Tisch ausdrücklich erwünscht, 20.08. - 07.12.2007)

  Sie sind hier:

Kinderchirurgie mit argentinischer Herzlichkeit, Eigenengagement und Public Health Projekte für medizinische Prävention – in einem facettenreichen Land zwischen Moderne und Entwicklung.

Meine Motivation
Gezielte Vorbereitung
Medizin in Buenos Aires
Hospital de Niños Ricardo Gutierrez
Meine Arbeit am Hospital Gutierrez
...und am Hospital de Oncología Marie Curie
Freiwilligenprojekte in den Villas
Unterkunft und Finanzielles
Argentinien - Land des Tangos
Fazit

Meine Motivation

Während meines PJs wollte ich unbedingt in ein südamerikanisches Land. Zum einen, um mein Spanisch zu vertiefen, zum anderen aufgrund meiner Faszination für Einwanderungsländer, deren Gesellschaften zahlreiche Kulturen ganz natürlich in ihren Alltag integrieren. Argentinien hatte mich dabei am meisten fasziniert, ein Land zwischen Moderne und Entwicklung, zwischen Europa und Lateinamerika.

Ich hatte mich dafür entschieden, mein Chirurgie-Tertial in der Hauptstadt Buenos Aires zu absolvieren. Insbesondere bot sich mir die Möglichkeit, dies in der Kinderchirurgie durchzuführen. Außerdem wollte ich während meines Aufenthaltes in Argentinien nicht nur im Krankenhaus arbeiten, sondern auch an Public Health Projekten teilnehmen. Die Fakultät der Universität von Buenos Aires ist in diesem Bereich besonders engagiert.

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Gezielte Vorbereitung

Ein Praktikum an einem Krankenhaus der Universidad de Buenos Aires (UBA) organisiert man am besten über das Büro für Internationale Beziehungen der UBA, der „Secretaría de Relaciones Internacionales“, da man dort alle notwendigen Unterlagen für die Anerkennung in Deutschland erhält. Die Bewerbungsunterlagen sind recht umfangreich und müssen vier Monate vor Beginn des Praktikums vorliegen. Bewerben können sich nur Studenten im letzten Jahr des Medizinstudiums - was man als PJler ja immer ist. Famuli sollten dennoch nachfragen oder sich direkt an das Krankenhaus wenden.

Man benötigt ein Empfehlungsschreiben des Dekans und eines Professors, eine Auflistung aller absolvierten Fächer, ein Motivationsschreiben sowie Zertifikate über Sprachkenntnisse und eine Krankenversicherung. Das Büro vermittelt Praktika in den verschiedenen Krankenhäusern der UBA, zu denen die öffentlichen, aber auch einige private Krankenhäuser gehören. Am besten, man nennt das Wunschkrankenhaus in seinem Motivationsschreiben.

Notwendige Impfungen, die die Fakultät der Universität von Buenos Aires verlangt, sind Tetanus, Diphtherie, Polio, Röteln und Hepatitis B. Eine Impfung gegen Hepatitis A ist jedoch auch unbedingt empfehlenswert.

Für Aufenthalte bis zu drei Monaten ist ein Touristenvisum, das man bei der Einreise erhält, ausreichend. Für längere Aufenthalte sollte man sich mit der Botschaft in Verbindung setzen, um ein Praktikums- bzw. Studentenvisum zu beantragen. Es ist jedoch auch möglich und viel weniger aufwändig, nach drei Monaten das Land kurz zu verlassen und erneut einzureisen, um das Visum um weitere drei Monate zu verlängern.

(Anm.d.Red.: Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man sich unbedingt rechtzeitig im Vorfeld des geplanten Auslandsaufenthaltes bei der jeweiligen Botschaft des betreffenden Landes nach den aktuellen Einreisebestimmungen erkundigen. Zudem sollte man hierbei erwähnen, dass man sich nicht zu Urlaubszwecken sondern zu einer medizinischen Tätigkeit im Rahmen seines Medizinstudiums im Land aufhalten werde.)

Um den Eigenheiten des argentinischen Spanisch gewappnet zu sein, bin ich schon einige Wochen vor Beginn des PJs eingereist und habe einen Sprachkurs an einer sehr empfehlenswerten Sprachschule in Buenos Aires gemacht. Die Schule „Verbum“ ist recht klein, wodurch man sehr persönlich betreut und unterrichtet wird. Dort wird sogar auch ein Kurs für Mediziner angeboten, mit dem man sich auf Anamnesegespräche und den Ablauf der „Historias Clinicas“ vorbereiten kann.

Argentinien ist ein faszinierendes und facettenreiches Land - im Norden Hochgebirgs-Kakteenlandschaft, im Süden das weite Patagonien mit Gletschern. Fürs Reisen sollte man unbedingt Zeit einplanen. Empfehlenswerte Literatur zum Einstimmen und sehr hilfreich sind der „Lonely Planet“ und „Footprint Argentina“. Der Reiseführer „Time Out“ war eine wahre Perle für Buenos Aires!

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Medizin in Buenos Aires


Das Hochhaus der Facultad de Medicina der Universidad de Buenos Aires
In Argentinien gibt es öffentliche und private Krankenhäuser. Die privaten blitzen und blinken von innen und außen und sind für alle Patienten, die sich eine Krankenversicherung leisten können, d.h. für die Mittel- und Oberschicht. Ich selbst habe eine Privatklinik im „Consultorio“ als Patientin kennengelernt und war von der Effizienz und der Ausstattung stark beeindruckt, kannte ich doch die Verhältnisse in „meinem“ Krankenhaus. Von argentinischen Studenten habe ich erfahren, dass man in den privaten Häusern als Student jedoch überhaupt nichts machen darf.

Die öffentlichen, in denen für alle Patienten die medizinische Versorgung kostenlos angeboten wird, stehen in einem starken Kontrast dazu, umso stärker, je weiter man sich von Buenos Aires Capital entfernt. Die Gebäude sind in einem schlechten Zustand, Patienten müssen sehr lang auf ihre Behandlung warten, es gibt viele Streiks des Personals und die Ärzte lernen, ihren Erfindungsreichtum zu schulen.

Trotzdem wird in den öffentlichen Krankenhäusern ein guter medizinischer Standard angeboten, die besten Ärzte arbeiten hier. Unter der Unterfinanzierung des Gesundheitssystems leiden nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte. Die meisten sind gezwungen, in verschiedenen Krankenhäusern zu arbeiten – vormittags unter Umständen sogar kostenlos oder für ein geringes Gehalt in einer öffentlichen Einrichtung, um sich weiterzubilden und geschult zu werden, und nachmittags sowie am Wochenende in privaten „Consultorios“ und „Guardias“, um Geld zu verdienen. In Buenos Aires gibt es eine unglaublich große Zahl an Medizinstudenten, da es keine Zulassungsbeschränkung für das Medizinstudium gibt. Letztendlich schaffen es nur 10 Prozent von allen, eine bezahlte Stelle als „Residente“ zur Facharztausbildung zu bekommen.

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Hospital de Niños Ricardo Gutierrez


Haupteingang des Hospital de Niños Ricardo Gutierrez
Mein Chirurgie-Tertial habe ich in der „Cirugía Infantil“ im Hospital de Niños Ricardo Gutierrez begonnen. Das Hospital Gutierrez ist ein reines Kinderkrankenhaus mit langer Tradition und einem sehr guten Ruf. Es nimmt einen ganzen Häuserblock ein und besteht aus mehreren „Pabellones“, in denen die verschiedenen Fachgebiete von Neonatologie bis Psychiatrie untergebracht sind. Dazwischen findet man Spielplätze, bunte Wandmalereien und viel Grün, was eine sehr angenehme Atmosphäre schafft. Im Vergleich zu anderen öffentlichen Krankenhäusern ist das Gutierrez ganz gut ausgestattet, was wohl daran liegt, dass es ein pädiatrisches Krankenhaus mit gutem Namen ist und viele Spenden empfängt.

Die Chirurgie besteht aus den Bereichen Allgemeinchirurgie, Plastische Chirurgie, Traumatologie und Herzchirurgie. Ich war im Prinzip die ganze Zeit in der Allgemeinchirurgie beschäftigt, da es der vielfältigste Bereich war.

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Meine Arbeit am Hospital Gutierrez


Nähe zum OP-Tisch ausdrücklich erwünscht
Ich war in ein sehr nettes Team von fünf „Residentes“ integriert, die ich auf Station und in den OP begleitet habe. Da argentinische Studenten kein Praktikum in der Kinderchirurgie im Rahmen des Studiums machen, war ich die einzige Studentin in der gesamten Abteilung, wodurch ich sehr gut betreut wurde und immer jemand ein offenes Ohr für meine Fragen hatte.

Der Tagesablauf begann um 7.00 Uhr mit der Visite durch die drei Abteilungen „Intensiv“, „Intermediate Care“ und der „Sala“. Von 8.00 bis 13.00 Uhr wurde an vier Tagen der Woche operiert. Da das Krankenhaus ein Referenzkrankenhaus ist, sah ich viele verschiedene und komplexe Fälle im Bereich von Tumoren, Missbildungen und seltenen Erkrankungen.

Aufgrund der Komplexität konnte ich jedoch meist nur zuschauen. Am Nachmittag wurden kleinere Operationen, wie Phimosen und Hernien, durchgeführt, bei denen ich regelmäßig assistiert habe. Außerdem durfte ich Blasenkatheter und Magensonden legen und auch bei der Anästhesie beim Intubieren helfen. Die OPs befanden sich für alle Fachbereiche im gleichen Trakt, so dass ich ganz einfach zwischen den einzelnen OPs wechseln konnte und auch bei traumatologischen und herzchirurgischen Operationen zusehen konnte. Außerdem fanden verschiedene „Consultorios“ statt: Zum einen zum Fädenziehen, bei dem ich auch tätig werden konnte, zum anderen z.B. ein „Consultorio“ für Thoraxdeformitäten.

Ein Arzt des Teams war immer in die 24-stündige „Guardia“ eingeteilt, die Notaufnahme, in der auch ich bei den akuten Aufnahmen Patienten untersuchen und schließlich auch im OP assistieren konnte.

Zur Fortbildung gab es einmal pro Woche ein „Ateneo“, eine Patientenvorstellung, in der Kliniker und Chirurgen sowie manchmal auch Pathologen interessante Fälle gemeinsam diskutierten und ich viel lernen konnte. Des Weiteren wurden von den „Residentes“ selbst oder den Oberärzten „clases“ zu den verschiedensten kinderchirurgischen Themen und manchmal auch praktische Übungen zum Nähen angeboten.

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...und am Hospital de Oncología Marie Curie

Nach acht Wochen habe ich an ein Krankenhaus für Erwachsene gewechselt, damit ich nicht nur die pädiatrische Seite in der Chirurgie kennenlernte. Das Hospital Marie Curie ist ein Krankenhaus, in dem vorrangig, aber nicht ausschließlich onkologische Patienten betreut werden. Es finden nur geplante Operationen statt, d.h. eine „Guardia“ des Krankenhauses existiert nicht.

Es gibt eine Allgemeinchirurgie und eine Kopf- und Halschirurgie. Hier traf ich auf eine Gruppe von Studenten und „Internados“, die zur gleichen Zeit ein Praktikum in der Chirurgie absolvierten. Der Vorteil war, dass ich endlich argentinische Medizinstudenten kennenlernte und viel über das Medizinstudium erfahren konnte. Aufgrund der Fülle von Studenten war jedoch der Kontakt zu den Ärzten leider nur recht spärlich. Dafür wurden viele „clases“ angeboten, an denen ich sehr oft teilnahm. Zweimal pro Woche fanden „Consultorios“ statt, in denen sich Patienten in zum Teil sehr weit fortgeschrittenen Stadien ihrer Tumorerkrankung vorstellten und OP-Indikationen gestellt wurden. An den anderen Tagen der Woche wurde operiert, wobei ich jedoch immer nur zuschauen durfte. Leider traf man auf der Station nur selten einen Arzt an und so entschied ich mich, selbst Patienten auf der Station zu befragen und ihre Krankengeschichten aufzuarbeiten, um diese dann mit den Ärzten zu diskutieren.

Schließlich wurde ich von einem Arzt in ein Krankenhaus der Provinz von Buenos Aires eingeladen, in dem ich während der „Guardia“ Patienten aufnehmen und untersuchen konnte. Dort sah ich viele Schusswunden, Frakturen und Wunden, die genäht werden mussten. Generell ist anzuraten, an den „Guardias“ teilzunehmen, da man viele Patienten in kurzer Zeit sieht und man viel lernen und selbstständiger arbeiten kann.

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Freiwilligenprojekte in den Villas


Aufruf zur Impfkampagne in einer Villa in Buenos Aires
Zusätzlich zu meiner Arbeit im Krankenhaus nahm ich an „Voluntariados“ teil, die von der medizinischen Fakultät der UBA organisiert werden. Die meisten finden in den „Villas“ oder „Ciuades de Emergencía“ statt, den Armenvierteln von Buenos Aires, die sich am südlichen Stadtrand befinden. Dort wohnen auf engstem Raum vor allem Einwanderer aus Bolivien, Peru oder Paraguay - in improvisierten Häusern und Wellblechhütten. Wasser- und Stromversorgung sind kostenlos, aber in einem katastrophalen Zustand.

Die Projekte der Universidad de Buenos Aires sind sehr gut organisiert. Die „Voluntarios“ fahren mit dem Auto in die „Villas“ und man trifft Mitarbeiter eines „Centro de Salud“. Ich nahm an Impfkampagnen teil, bei denen wir einmal pro Woche in den Straßen einen Stand zum Impfen aufbauten und alle Impfungen des Impfkalenders für Säuglinge, Kinder und Erwachsene anboten. Dies wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen, und oft fanden wir große Lücken im Impfkalender, so dass es nicht selten war, dass ein Kind fünf Impfungen gleichzeitig bekam. Außerdem organisierten wir in sogenannten „Comedores“ – Einrichtungen, in denen Mittagessen und Abendessen ausgeteilt wird - Workshops zur Ernährungsberatung, in denen wir mit viel Bildmaterial die Ernährungspyramide erklärten. Zudem gab es ein Projekt zur präventiven Aufklärung der Bevölkerung, insbesondere über kardiovaskuläre Risikofaktoren, indem wir die Leute auf Diabetes, Bluthochdruck und Fehlernährung screenten und sie auf die Bedeutung von Lebensgewohnheiten hinwiesen.

In den Projekten lernte ich noch einmal eine ganz andere Seite von Buenos Aires kennen, mit der man sonst nur für Sekunden in Kontakt kommt - wenn in der U-Bahn ein bettelndes Kind Kleinigkeiten zum Verkauf anbietet. Es ist eine Parallelwelt, die vom Gesundheitssystem ignoriert wird und deshalb vom Engagement Einzelner abhängt. So gibt es zum Beispiel in der Provinz „La Matanza“ vor den Toren der Hauptstadt nur ein einziges Krankenhaus für drei Millionen Einwohner. Dies erinnert daran, dass Argentinien doch noch ein stückweit ein Entwicklungsland ist. Und in starkem Kontrast dazu steht die allgegenwärtige, reich beworbene plastische Chirurgie als boomendes Phänomen.

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Unterkunft und Finanzielles

Als Europäer kann man in Buenos Aires sehr gut leben und vom guten Wechselkurs des Euros profitieren. Wohnungen sind für Ausländer jedoch überteuert und WG-Zimmer sind rar, da viele junge Argentinier sich ein Zimmer mit Freunden oder Geschwistern teilen. Ich habe die erste Zeit in einem Hostel gewohnt und über das Internet auf Seiten wie „compartodepto“ oder „craigslist“ ein Zimmer gesucht. Ich habe schließlich in einer 4er WG zusammen mit anderen ausländischen Studenten gewohnt und ca. 200 Euro pro Monat bezahlt. Die Fakultät gibt zudem eine Liste mit „Residencias“ heraus, den Studentenwohnheimen. Ob es einfach ist, dort ein Zimmer zu bekommen, kann ich leider nicht sagen. Die Sprachschulen vermitteln außerdem Zimmer in Familien, bei denen man vielleicht auch länger wohnen kann.

Für die Organisation des Praktikums/PJs verlangt die Universidad de Buenos Aires 400 Pesos (ca. 100 Euro). Ein Flug nach Buenos Aires kostet ca. 900 Euro. Ich bin mit Iberia geflogen und hatte keine Probleme. Mit Delta Airlines zu fliegen hat den Vorteil, dass man mehr Gepäck mitnehmen kann, da man über die USA fliegt. Allerdings riet mein Reisebüro davon ab, da man für Aufenthalte, die länger als 90 Tage andauern, ein Transitvisum für die USA benötigt, was mit einem größeren Aufwand verbunden ist.

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Argentinien - Land des Tangos


Das pulsierende Microcentro
Buenos Aires ist ohne Frage eine großartige Stadt. Man kann sich in den verschiedensten Stadtvierteln treiben lassen, vom hippen Palermo, in dem sich Designerläden und gestylte Restaurants mit internationaler Cuisine abwechseln, über das hektische Microcentro, das mit Pariser Architektur beeindruckt, bis hin zum quirligen „Once“, in dem man Lateinamerika wohl am nächsten kommt mit seinen vollgestopften Billigläden und den Spuren jüdischer und peruanischer Einwanderer.

Buenos Aires ist überwältigend reich an kulturellen Möglichkeiten: argentinisches Kino, zahlreiche Festivals, deutsche, italienische, französische Opern, Galerien und Museen… und natürlich die faszinierende Kultur des Tangos. Betritt man eine „Milonga“, betritt man eine Welt von anziehender Melancholie, wird man eingehüllt in sehnsuchtsvolle Musik des traditionellen und elektronischen Tangos. Um in Buenos Aires einzutauchen, sollte man unbedingt Tangostunden nehmen!

Zum Thema Sicherheit: Die Viertel, in denen man sich als Ausländer bewegt, sind meist sicher. Man hört jedoch immer wieder, dass jemand ausgeraubt wurde und einmal war ich Zeuge eines Raubs in einem Buchladen. In den südlichen Vierteln, auch in „San Telmo“ und „La Boca“, und der Provinz sollte man besser nicht allein und schon gar nicht nachts unterwegs sein.

Argentinier sind sehr herzliche und hilfsbereite Menschen und ich habe mich in ihrem Land sehr willkommen gefühlt. Argentinier lieben „Mate“ und „Asado“, mit denen sie ihre Geselligkeit zelebrieren und denen man sich nicht entziehen sollte. Der Fleischgenuss ist beeindruckend, in der „Parilla“ findet man Namen für jeden Teil der Kuh, der verspeist wird. Vegetarier haben es hier schwer!

Argentinien lädt zum Reisen ein. Im Nordwesten sind die hochgelegenen, trockenen Provinzen „Salta“ und „Jujuy“, in denen die Landschaft von bunten Felsformationen, Kakteen, Inkaruinen und Llamas geprägt ist. Im Süden breiten sich stille Gletscher zwischen windumtosten andinen Bergspitzen aus. Das Land ist riesig, aber die Entfernungen schrumpfen durch sehr bequeme Nachtbusse. Auch Flüge sind erschwinglich.

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Fazit


Purmamarca, Jujuy, im Nordwesten Argentiniens
Meine Erfahrungen im Krankenhaus sind etwas zwiegespalten. Im Hospital de Niños habe ich sehr engagierte und aufgeschlossene Ärzte getroffen, von denen ich viel lernen konnte. Da ich als Wahlfach Pädiatrie machen werde, hat es sich für mich sehr gelohnt, einen Teil des Chirurgie-Tertials im Hospital de Niños zu absolvieren, da ich eine Vielzahl an pädiatrisch spezifischen Operationen gesehen habe und bei kleineren Eingriffen assistieren konnte. Die Atmosphäre im Team war sehr herzlich - ganz im Gegensatz zum Ruf der deutschen Chirurgen - und viele Ärzte waren bereit, ihr Wissen weiterzugeben.

Die Zeit im Hospital Marie Curie war sehr viel theoretischer geprägt und es war viel Eigenengagement gefragt, um wirklich etwas Praktisches machen zu können. Im OP und in den „Consultorios“ sieht man weitaus fortgeschrittenere Erkrankungen als in Deutschland, und ich habe mich oft gefragt, ob es an der schlechten medizinischen Vorbildung der Patienten lag oder an den langen Wartelisten im Krankenhaus.

Sehr bereichernd fand ich die Mitarbeit in den „Voluntariados“, in denen man lernt, mit wenigen Mitteln vor allem im präventiven Bereich viel zu bewirken.

In Buenos Aires gibt es recht viele deutsche PJ‘ler. An „meinen“ beiden Krankenhäusern war ich jedoch die einzige ausländische Studentin, was sicher daran lag, dass es nicht das große Haus der Uniklinik, das „Hospital de Clinicas“, war.

Argentinien ist ein Land starker Kontraste, dessen Facettenreichtum es sich mehr als lohnt kennenzulernen!

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T., L.
Stipendiat/-in der Allianz Privaten Krankenversicherungs-AG
Würzburg, Februar 2008

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