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3. USA (USMLE Step 1) - 2005
Meine Motivation, das USMLE zu absolvieren
Anmeldung zur Prüfung
Offizielle Infos zur Prüfung
Vorbereitung und Zeitplan
Literaturempfehlungen
Dauer und Ablauf der Prüfung
Score
Persönliche Tipps
Kosten
Mein Fazit

Meine Motivation, das USMLE zu absolvieren

Ich hatte mich vor fast zwei Jahren entschlossen, das erste amerikanische Staatsexamen - das United States Medical Licensing Examination USMLE Step 1 - zu absolvieren. Dies hatte verschiedene Beweggründe. Erstens bin ich Amerikanerin und wollte mir deshalb die Option offen halten, mal später in den USA arbeiten zu können.

Zweitens wollte ich wegen der neuen Studienordnung und den abgeschafften Ersten und Zweiten Staatsexamina den Stoff, den ich bis dahin gelernt hatte, wiederholen. Ich habe mich deshalb entschlossen, das medizinische Lernen mit einer anderen Sprache und einem besonderen Zweck, die spätere Arbeitserlaubnis in den USA, zu verknüpfen. Hiermit würde ich sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

Die Fächer, die im USMLE Step 1 abgehandelt werden, sind die des Physikums und des alten Ersten deutschen Staatsexamens, also Anatomie inkl. Histologie, Biochemie, Physiologie, (Chemie und Physik werden ausgelassen), Pathologie, Pharmakologie, Mikrobiologie und Pathophysiologie. Außerdem wird „Behavioral Science“, eine Kombination aus Psychologie und „korrektes ärztliches Verhalten“ abgefragt. Wegen dieser Fächerkombination dachte ich, wäre es am Besten, den Step 1 zu dem Zeitpunkt zu absolvieren, in der ich nach alter Studienordnung mein Erstes Staatsexamen gemacht hätte, also ein Jahr nach dem Physikum. Im Nachhinein muss ich leider zugeben, dass es vielleicht nicht die beste Idee war, den Step 1 so früh im Studium zu machen. Unter der Pathophysiologie wird nämlich praktisch die gesamte Innere Medizin verstanden, die ich aber bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht in der Uni gehabt hatte.

Ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoller wäre, den Step 1 des USMLE direkt vor dem PJ zu machen, da man dann alle klinischen Fächer abgehandelt hat und man einfach viel mehr Durchblick in der Klinik hat. Die vorklinischen Fächer, wie Anatomie und Biochemie, die im Step 1 behandelt werden, werden auch viel klinischer abgefragt als bei uns im Physikum. Man braucht also keine Angst zu haben, dass man Sachen aus der Vorklinik vergisst.

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Anmeldung zur Prüfung

Die Anmeldung zur Prüfung ist leider ein etwas komplizierter Prozess. Zuerst muss man im Internet auf die USMLE- Seite gehen (www.usmle.org ) und dort die Anmeldungsformulare ausfüllen, die elektronisch gespeichert werden. Als Nächstes muss man ein Schreiben von der eigenen Universität an die Prüfungsanmeldungsstelle schicken, in der bestätigt wird, dass man ein „student in good-standing“ ist. Erst dann ist die Anmeldung nach erhaltener Bestätigung von der Anmeldungsstelle komplett. Den genauen Ablauf mit Fristen und Adressen kann man der oben genannten Internetseite entnehmen.

Man muss bei der Anmeldung auch einen geplanten Prüfungszeitraum von drei Monaten festlegen, in der man vorhat, die Prüfung zu absolvieren. Ungefähr zwei Monate vor Beginn dieses Prüfungszeitraums legt man dann den genauen Tag der Prüfung fest. Die Prüfung ist eintägig und kann montags, mittwochs oder freitags jede Woche im Jahr an einem Prüfungszentrum in Frankfurt oder in Berlin absolviert werden. In den USA wird die Prüfung sogar täglich angeboten!

Um sicherzustellen, dass es auch noch freie Plätze gibt, muss man nach Bestätigung des Prüfungstages das Prüfungszentrum in Frankfurt oder Berlin kontaktieren. Wie man sehen kann, ist die Anmeldung ein mehrmonatiger und aus mehreren Schritten bestehender Prozess, den man rechtzeitig beginnen sollte. Dies gerade auch deshalb, da bei der Anmeldung zu Prüfungen im Ausland häufig etwas schief läuft und noch mehr Zeit beansprucht wird, den Fehler zu beheben.

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Offizielle Infos zur Prüfung

Offizielle Infos zur Prüfung und zu deren Ablauf erhält man natürlich auf der USMLE Internetseite. Außerdem gibt es sehr gute Tipps auf Kaplan-Medical. Hier gibt es auch ein Forum, wo man andere Studenten zum USMLE befragen kann.


Vorbereitung und Zeitplan

Als Riesenhilfe hat sich das Buch „First Aid for the USMLE Step 1“ gezeigt. Dieses Buch enthält wirklich alle gängigen Fragen, die sich ein Student zur Prüfung stellt. Außerdem beschreibt es auch noch den genauen Ablauf der Prüfung und das Korrektursystem. Die Infos in diesem Buch haben mir auf jeden Fall geholfen, da man sich dann schon eher den Ablauf der Prüfung vorstellen kann.

Für das gesamte Projekt „USMLE“ sollte man ca. sechs Monate einplanen. Sechs Monate vor geplantem Prüfungstermin sollte man mit dem Anmeldungsprozess beginnen. Auch die Bestellzeit der Bücher sollte berücksichtigt werden, da es bis zu einem Monat dauern kann, bestimmte Bücher aus den USA zu erhalten. Reine Lernzeit hatte ich gut drei Monate eingeplant, da ich noch sehr wenig Ahnung von Pathophysiologie hatte. Ich kann mir aber vorstellen, dass man nur zwei Monate einplanen müsste, wenn man sich entschließt, den Step 1 direkt vor dem PJ, also nach der gesamten Klinik, zu machen.

Am Anfang sollte man außerdem ein bis zwei Wochen für die Umstellung in die englische Sprache einrechnen. Trotz der Tatsache, dass meine Muttersprache Englisch ist, hat es doch ungefähr eine Woche gedauert, bis ich mich an das Lernen auf Englisch gewöhnt hatte. Es dauert auch eine Weile, bis man sich an die etwas andere Lehrweise bzw. den etwas anderen Lernstil der Amerikaner angepasst hat. Die in den meisten Büchern verwendete Sprache ist viel umgänglicher als bei uns und auch die Anschauungsweise und die Schwerpunkte mancher Fächer sind recht anders.

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Literaturempfehlungen

Wie schon oben erwähnt, ist das allerwichtigste Buch das „First Aid for the USMLE Step 1“. Dieses Buch ist wirklich die „Bibel“ zur USMLE- Vorbereitung. Es enthält nicht nur die Infos zur Anmeldung zur Prüfung, Infos zur Prüfung selbst, sondern es fungiert auch noch als Lehrbuch. Es werden alle Fächer in diesem Buch abgehandelt und zwar in kurzer Wiederholung. Es steht eine Unmenge drin, die man aber wirklich als Grundlage parat haben sollte.

Zusätzlich gibt es am Ende des Buches eine Auflistung und kurze Beurteilung der anderen detaillierten Bücher, die man sich zulegen sollte, um die einzelnen Fächer gründlicher und intensiver zu lernen. Hierbei sind die Bücher von Studenten benotet. Ich habe damals für jedes Fach ein Buch bestellt, das eine Note A bekommen hatte.

Es ist sehr wichtig, sich auch Bücher in Fächern anzuschaffen, in denen man sich sehr sicher fühlt. Die Amerikaner legen da einfach ganz andere Schwerpunkte auf die einzelnen Fächer. Hier also nicht versuchen zu sparen!

Das Anschaffen eines medizinischen deutsch-englischen Wörterbuches kann ich aber nicht empfehlen, da die medizinischen Begriffe zu 90 Prozent identisch sind.

Gegen Ende meines Lernprogramms - ungefähr zwei Monate vor dem Examen - habe ich mich auch noch Online für den Zugriff auf ein Fragenkatalog angemeldet (Kaplan-Medical). Hier gab es um die 2.000 Fragen, die sehr ähnlich den echten USMLE- Fragen sind. Da es sonst keinen originellen Fragenkatalog gibt, ist man hiermit sehr gut bedient. Die Fragen werden, anders als in Deutschland, nie offiziell veröffentlicht. Leider kostet aber ein einmonatiger Zugriff auf diese Seite um die 180 US $. Aber es ist ein absolutes Muss, Fragen zu kreuzen.

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Dauer und Ablauf der Prüfung

Zuerst ist zu sagen, dass die Prüfung an einem einzigen Tag stattfindet, mit ausschließlich Multiple Choice Fragen, die an einem PC gestellt werden. Es gibt insgesamt 350 Fragen, die in sieben einstündigen Blocks zu je 50 Fragen gegliedert sind. Man hat noch eine zusätzliche Stunde Pause, die man in kurzen Pausen aufteilen kann, wie man es braucht und möchte. Eine Revision der schon gelösten Fragen ist nur innerhalb eines Blocks möglich. Eine Rückkehr zu einem früheren Block ist also nicht erlaubt.

Außerdem gibt es etwas, das sich „interactive testing“ nennt, was bedeuten soll, dass der Schwierigkeitsgrad der Fragen dem Niveau des Prüflings angepasst wird. Das heißt, je besser man pro Block abschneidet, desto schwieriger wird der nächste Block und desto höher ist natürlich die Punktzahl, die man erreichen kann und umgekehrt. Deshalb haben keine zwei Prüflinge an einem Tag die gleichen Fragen.

Zusätzlich gibt es bei den 350 Fragen auch eine bestimmte Anzahl von Probefragen, die man aber nicht als solche erkennt. Diese werden aber nicht bei der Auswertung mitgezählt und dienen nur zur Erfassung der Nützlichkeit und des Schwierigkeitsgrades der Frage für zukünftige Prüflinge. So wird der Fragenpool ständig erweitert. Also erschreckt nicht bei sehr schweren oder komischen Fragen, da sie womöglich nur in der Erprobung sind.

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Score

Vorne weg muss man sagen, dass nur 58 Prozent aller nicht-amerikanischen Studenten die Prüfung bestehen, 42 Prozent demnach nicht, aber man kann das nicht bestandene USMLE so oft wiederholen, wie man will – vorausgesetzt, man kann sich dies leisten! Sobald man die Prüfung aber bestanden hat, sei die Note noch so schlecht, darf man sie nicht wiederholen.

Das Scoresystem ist sehr kompliziert. Es gibt eine „three-digit-score“ und eine „two-digit-score“ (drei- ziffrige- Punktzahl und zwei- ziffrige- Punktzahl), wobei eigentlich nur die two-digit-score interessant ist. Dies ist aber weder eine Punktzahl als solche noch eine Prozentzahl. Man kann die two-digit-score als eine Perzentile verstehen. Die Bestehensgrenze liegt bei 75.

Für einen Platz zur Facharztausbildung für sehr beliebte, gut bezahlte Fachrichtungen in den USA sollte man eine sehr hohe Perzentile - über 90 - anstreben. Falls man aber Interesse an von den Amerikanern nicht so beliebten Fachrichtungen, wie die Innere Medizin, die Pädiatrie oder die Psychiatrie hat, sind auch niedrigere „scores“ für spätere Facharztausbildungsstellen ausreichend. Außerdem gibt es ja auch noch den Step 2 des USMLE, in dem man sich nochmals beweisen kann.

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Persönliche Tipps

Als persönlichen Tipp kann ich Euch mitgeben, dass man wirklich auf den limitierenden Faktor Zeit in der Prüfung achten sollte. Man sollte deshalb öfters üben, auf Zeit zu kreuzen. Auch die Anzahl der Fragen ist überwältigend!

Die Vorbereitung auf so genannte „two-step-questions“ (zwei-schrittige-Fragen) ist auch sehr empfehlenswert, da es eine Weile dauern kann, sich an sie zu gewöhnen. In diesen Fragen, in denen ein medizinischer Fall beschrieben wird, gilt es nicht die beschriebene Krankheit zu erkennen, sondern gleich deren Therapie.

In Bezug auf die ewige Bürokratie: Lasst Euch bloß nicht davon abschrecken. Am Anfang ist alles noch ein großes Durcheinander, aber das legt sich mit der Zeit.

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Kosten

Die Prüfung an sich kostet um die 850 US $, aber mit allen Büchern muss man mit ca. 1.000 Euro insgesamt rechnen. Leider sind die Bücher recht überteuert. Natürlich klingt dies sehr teuer, aber wenn man davon ausgeht, dass man später in den USA sehr viel mehr als Arzt verdient als in Deutschland und dass die amerikanischen Studenten unglaubliche Summen für ihr Studium bezahlen, kommt man mit besagten 1.000 Euro doch noch recht günstig davon.

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Mein Fazit

Auf jeden Fall lohnt es sich, diese Prüfung zu absolvieren, da man mit ihr auf eine Zusatzqualifikation hinarbeitet. Man öffnet sich mit ihr die Türen zu sämtlichen Ländern - außer zu den USA auch noch zu Kanada, Australien, Neuseeland....

Außerdem bietet sie eine hervorragende Gelegenheit zur Wiederholung und Festigung aller Fächer. Diese Prüfung hat mir persönlich im Nachhinein sehr viel für die Uni gebracht. Ich hatte in so vielen Fächern die Nase einfach vorn. Da die Lehrweise doch recht anders ist als in Deutschland, prägt sich der Stoff auch noch mal anders und besser ein.

Allerdings würde ich nicht dazu raten, zur Prüfung ohne ernsthafte Absichten auf eine Zukunft in den USA anzutreten. Hierzu ist sie einfach zu teuer und man muss schon mit vollem Einsatz an die Sache rangehen. Denn leicht ist es nicht, aber es lohnt sich!

Viel Spaß und viel Glück dabei!

A., S.
Mannheim, Januar 2006

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