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Tropenmedizin
Tropenerkrankungen unter der Lupe

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11. Die Chagas-Krankheit
Hintergründe
Symptome
Diagnosemöglichkeiten
Eindämmungsmöglichkeiten
Weiterführende Literatur

Hintergründe

Die Südamerikanische Schlafkrankheit ist vor allem in ländlichen Gebieten mit einfachen Wohnverhältnissen in Mittel- und Südamerika verbreitet. Die Begriffe Chagas-Krankheit und Südamerikanische Trypanosomiasis werden synonym verwendet. Der Erreger Trypanosoma cruzi wird durch Raubwanzen der Gattungen Triatoma, Rhodnius und Panstrongylus übertragen.

Die Inokulation erfolgt durch Einreiben von erregerhaltigem Kot in die Haut oder Schleimhaut, insbesondere im Bereich der Augen oder infolge von Juckreiz und Kratzen an der Einstichstelle der Raubwanze.

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Symptome


Eine mit Parasiten gefüllte Zyste im Herzmuskelgewebe
Nach einer Inkubationszeit von 2 Tagen bis 4 Wochen tritt an der Eintrittsstelle eine entzündliche Schwellung auf. Dieser subcutane Knoten wird Chagom genannt. Ein Ödem des Augenlides (Romaña-Zeichen) und eine lokale Lymphknotenschwellung sind typische Zeichen des akuten Stadiums.
Im weiteren Verlauf kommt es zur Parasitaemie, welche zunächst durch unregelmäßiges Fieber symptomatisch wird. Hypotonie, Tachykardie, generalisierte Lymphadenitis und Hepatosplenomegalie sind weitere Zeichen.
Bei chronischem Verlauf können unter anderem Myocarditis, Meningitis und eine Schädigung des endokrinen Systems auftreten. In Südamerika ist die Chagas-Krankheit die häufigste Ursache einer inflammatorischen dilatativen Cardiomyopathie.

Durch toxisch allergische Schädigung des intramuralen Plexus können sich im weiteren Verlauf ein Megaoesophagus und / oder ein Megacolon entwickeln.

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Diagnosemöglichkeiten


Trypanosoma cruzi
In der akuten Phase erfolgt die Diagnose durch direkten Nachweis von Trypanosoma cruzi im Ausstrich oder im Dicken Tropfen. Bei fehlendem Nachweis kann die Konzentrationsmethode von Stout oder die Silikonmethode von Rohwedder angewandt werden. Material aus der quergestreiften Muskulatur, evtl. Herzmuskel, ist als Biopsat geeignet. In der chronischen Phase können die Komplementbindungsreaktion nach Guerreiro-Machado, Haemagglutinationstest, Immunfluoreszenztest oder Latextest angewendet werden.

Die Letalität der Südamerikanischen Trypanosomiasis beträgt ohne Therapie etwa 10%, bei Kleinkindern bis zu 50%. Die Therapie richtet sich nur gegen die extrazellulären Parasiten. Die Anwendung von Nifurtimox oder Benznidazol ist im akuten Stadium zu etwa 60% erfolgreich. Im chronischen Stadium ist die Therapie symptomatisch.

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Eindämmungsmöglichkeiten


Reduzierung der Infektionsrate
Die erfolgreichste Strategie zur Eindämmung der südamerikanischen Trypanosomiasis ist die Ausschaltung der Vektoren durch Insektizide. In Brasilien und in Chile wurde so in den letzten 20 Jahren die Übertragungsrate deutlich reduziert.


Weiterführende Literatur

Knobloch J: Tropen- und Reisemedizin
Lang W: Tropenmedizin in Klinik und Praxis
Roche Lexikon Medizin
Warrell D A: Infektionskrankheiten
Zielonka M: Reisen und Infektionsrisiko


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