Hintergründe
Symptome
Komplikationen
Diagnose- und Vorbeugungsmöglichkeiten
Weiterführende Literatur
Hintergründe Hakenwurmeier |
| Die Hakenwurminfektion ist vor allem in den feuchtwarmen Gebieten der Tropen und Subtropen verbreitet. Synonym werden die Begriffe Ankylostomiasis und Nekatoriasis verwendet. Die Erreger sind Ancylostoma duodenale und Necator americanus.
Die Eier werden mit dem Stuhl von infizierten Personen ausgeschieden. Unter günstigen Bedingungen, wie Feuchtigkeit und Wärme, schlüpfen die Larven nach 1 bis 2 Tagen. Innerhalb von 5 bis 10 Tagen reifen sie im Stuhl oder Boden zu infektiösen Larven heran. Sie können 3 bis 4 Wochen in diesem Milieu überleben, bevor sie perkutan in einen neuen menschlichen Wirt eindringen. Sie gelangen mit dem Blutstrom durch die Venen in das Herz und anschließend in die Lunge. Sie penetrieren die Alveolen und steigen durch das Bronchialsystem zum Pharynx auf. Dort werden sie geschluckt und gelangen in den Dünndarm, wo sie Blut und Eiweißverlust verursachen.
Seltener ist die orale Aufnahme von Ancylostoma duodenale durch verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser. Necator americanus verursacht bei oraler Aufnahme keine Infektion.
Symptome Der Hakenwurm gehört zur Klasse der Nematoden (= Fadenwürmer) |
| Juckreiz der Haut, Erythem und Ödem. Bei Lungenpassage kommt es zu Husten, Fieber und Pneumonie.
Gastrointestinaltrakt: Die Symptomatik hängt von der Befallsstärke ab. Zunehmender Blut- und Eiweißverlust führen zu Schwäche, Schwindel, Eisenmangel, hypochrome mikrozytäre Anämie, Verdauungsstörungen und Diarrhoe.
KomplikationenKinder mit schweren und langdauernden Infektionen haben häufig Wachstums- und Entwicklungsstörungen. Bei adäquater Therapie erfolgt restitutio ad integrum.
Diagnose- und Vorbeugungsmöglichkeiten Beißwerkzeug eines adulten Necator americanus |
| Die Eier können mikroskopisch im Stuhl nachgewiesen werden. Typisch sind okkultes Blut im Stuhl, Anämie und Eosinophilie. Während der Bronchialwanderung können die Larven im Sputum diagnostiziert werden.
Differentialdiagnostisch kommen vor allem Bilharziose, Leberegel, andere intestinale Nematoden (evtl. gleichzeitig bestehend) und weitere Ursachen der Eisenmangelanämie in Betracht.
Mebendazol und Albendazol sind Mittel der Wahl zur Behandlung der Hakenwurminfektion. Levamisol, Pyrantel und Bephenium sind ebenfalls wirksam. Unter Umständen muss die Therapie nach 6 Wochen wiederholt werden. Eisensubstitution sowie vitamin- und eiweißreiche Kost unterstützen die Genesung.
Um einer Hakenwurminfektion vorzubeugen, sollte Bahrfußlaufen auf potentiell infiziertem Untergrund vermieden werden. In den Tropen und Subtropen sollte auf den Genuss von ungekochten Speisen und ungereinigten Getränken verzichtet werden.
Weiterführende LiteraturKnobloch J: Tropen- und Reisemedizin
Lang W: Tropenmedizin in Klinik und Praxis
Roche Lexikon Medizin
Warrell D A: Infektionskrankheiten
Zielonka M: Reisen und Infektionsrisiko
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