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Tropenmedizin
Tropenerkrankungen unter der Lupe

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3. Schwere Mangelernährung
Hintergründe
Mangelernährung
Marasmus und Kwashiorkor
Realimentation

Hintergründe

In keinem Bereich der Medizin wird der soziale Aspekt der ärztlichen Tätigkeit deutlicher als in der Pädiatrie. Mangelernährung ist der "stille Notfall" und trägt jährlich zum Tod von etwa 10 Millionen Kindern auf der Welt bei. Säuglinge und Kleinkinder sind am anfälligsten für die Folgen der Protein-Energie-Malnutrition (=PEM). Einerseits haben sie einen hohen Bedarf an Energie und Proteinen für das Wachstum, andererseits ist ihr Immunsystem nur unvollständig ausgebildet. Mangelernährung verstärkt die Symptome der meisten Erkrankungen. Weltweit leiden mangelernährte Kinder durchschnittlich 160 Tage im Jahr an Krankheiten.

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Mangelernährung

... ist eine Krankheit, welche durch die Diskrepanz zwischen dem Nahrungsmittelbedarf des Organismus und der tatsächlich im Gastrointestinaltrakt resorbierten Nahrung definiert wird. Eine quantitative Definition erhält man, wenn das Körpergewicht in Relation zum durchschnittlichen Körpergewicht der entsprechenden Altersklasse und dem Geschlecht gesetzt wird: Mangelernährung ist definiert, wenn die Standardabweichung grösser als 2 ist. Dabei ist der ökonomische Status der Familie für die Referenzdaten wesentlich wichtiger, als die ethnische Zuordnung.

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Marasmus und Kwashiorkor


Abb. 1 (WHO): Kind mit ausgeprägtem Kwashiorkor
Chronische Erkrankungen wie HIV/AIDS oder Tuberkulose verstärken wegen des erhöhten Katabolismus Ansätze von Mangelernährung.
Die Protein-Energie-Malnutrition wird unterschieden in Marasmus und Kwashiorkor:
Marasmus wird definiert als schwere Mangelernährung mit sehr niedrigem Gewicht und Fehlen von subkutanem Fettgewebe. Kwashiorkor (Abb. 1) beschreibt eine schwere Form der Mangelernährung mit Ödemen, entfärbtem Haar sowie Anaemie, Apathie, dünne Oberarme, Ödeme und abblätternde Hautrötung (kann wie Verbrühung aussehen). Bei Kindern, die an Kwashiorkor leiden, treten zusätzlich zur Mangelernährung häufig Herzfehler, Zottenatrophie des Dünndarms und megalozytäre Anaemie auf.

Marasmus (Abb. 2) hat folgende klinischen Symptome: "Little old man", deutliches Untergewicht, Mangel an Fettgewebe, hungriges Kind, normales Haar.

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Realimentation


Abb. 2 (WHO): Kind mit schwerer Form von Marasmus
Die Realimentation muss sich an entsprechenden Tabellen orientieren (WHO). Die schnelle Realimentation eines stark unterernährten Kindes mit Hilfe von hochkalorischer und proteinreicher Nahrung ist kontraindiziert!
Um die Rehabilitation eines unterenährten Kindes auf Dauer sicher zu stellen sind folgende Punkte zu beachten:

  • Die Mutter sollte in den Rehabilitationsprozess eingebunden werden. Sie muss in die richtige Ernährung des Kindes genau eingewiesen werden.

  • Besonders wichtig ist die Anbindung der Mutter an die Klinik über den Zeitpunkt der Entlassung hinaus.

  • Teilnahme von Mutter und Kind an Präventionsprogrammen (mother and child health programmes = MCH)
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