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Tropenmedizin
Tropenerkrankungen unter der Lupe

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5. Akuter Atemwegsinfekt bei Kindern in Entwicklungsländern
Hintergründe
Behandlung
Diagnostische Methoden
Weiterführende Literatur

Hintergründe

Pneumonie und Malaria tropica gehören bei Kindern in Entwicklungsländern zu den häufigsten Todesursachen. Die klinischen Symptome beider Krankheiten sind überlappend. Ein großer Teil der Kinder mit Fieber erfüllt die klinischen Kriterien der Pneumonie. In einem Malaria-Hochendemiegebiet ist die gleichzeitige Behandlung einer Malaria indiziert.

Die Mehrzahl aller Todesfälle durch akute Atemwegsinfektionen bei Kindern sind auf die Pneumonie zurückzuführen. Die WHO hat Richtlinien zur klinischen Diagnose der Pneumonie bei Kindern unter einfachen Bedingungen entwickelt. Alle Kinder sollen auf folgende Symptome untersucht werden:

  • Husten
  • Fieber
  • Schwierigkeiten beim Atmen
  • Interkostale Einziehungen
  • Tachypnoe


  • Die Definition der Tachypnoe ist altersabhängig:
  • Säuglinge bis zu 2 Monate: mehr als 60 Atemzüge pro Minute
  • Säuglinge bis zu 11 Monate: mehr als 50 Atemzüge pro Minute
  • Kinder von 1 bis 4 Jahre: mehr als 40 Atemzüge pro Minute
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    Behandlung

    Die Letalität der Pneumonie wird durch frühzeitige antibiotische Therapie deutlich reduziert. Daher wird grundsätzlich die antibiotische Behandlung von Kindern mit klinischen Zeichen der Pneumonie empfohlen. Viele der klinisch diagnostizierten Fälle leiden tatsächlich nicht an einer bakteriellen Pneumonie und werden daher unnötigerweise antibiotisch therapiert. Dies wird jedoch auf Grund der hohen Letalität der unbehandelten Pneumonie akzeptiert.

    Typische Erreger der Pneumonie bei Kindern sind Respiratory-Syncytical-Virus, Haemophilus influenzae und Streptococcus pneumoniae. Bei Neugeborenen kommt es durch Übertragung im Geburtskanal gehäuft zu Infektionen mit Chlamydia trachomatis Serotyp D-K.

    Ein Teil der Kinder mit Pneumonie in Endemiegebieten leidet gleichzeitig an Malaria. Insbesondere die Malaria tropica ist lebensgefährlich. Das Leitsymptom der Malaria ist das Fieber. Daher soll jedes Kind mit Fieber auf Malaria behandelt werden. In den meisten Ländern bestehen Richtlinien zur Therapie der Malaria entsprechend der örtlichen Resistenzlage.

    Kommen weitere Symptome, wie die Unfähigkeit zu Trinken, abnormes Schlafbedürfnis, Krampfanfall oder schwere Unterernährung hinzu, ist die stationäre Einweisung in ein Krankenhaus notwendig.

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    Diagnostische Methoden

    In Endemiegebieten werden die meisten Fälle von Malaria anhand von klinischen Kriterien diagnostiziert. Ein Nachweis der Parasiten im Labor ist oft finanziell nicht möglich. Neben dem Fieber als Leitsymptom sind gastrointestinale Beschwerden (Diarrhoe), Anaemie, Hepatomegalie, Ikterus und Splenomegalie weitere Zeichen. Bewußtseinsstörungen, Krampfanfall oder Koma sind Hinweise auf eine cerebrale Beteiligung.

    Der Nachweis von Plasmodium falciparum im Ausstrich oder Dicken Tropfen festigt die klinische Diagnose. Jedoch ist in Hochendemiegebieten ein negatives Ergebnis bei Kindern mit klinischen Zeichen von Malaria selten. Viel häufiger kommt es vor, daß ein Kind ohne Malariasymptome einen positiven Blutausstrich hat. Das Kind ist infiziert, aber klinisch nicht krank. In Hochendemiegebieten haben bis zu 90% aller Kinder unter 5 Jahre einen positiven Blutausstrich. Dies trifft auch auf solche Patienten zu, die an einer anderen Erkrankung leiden. Eine hohe Parasitaemie erhöht die Wahrscheinlichkeit des Auftretens klinischer Symptome und auch die Letalität. Bei nachgewiesener Malaria soll auch in asymptomatischen Fällen eine Therapie erfolgen.

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    Weiterführende Literatur

    WHO: The overlap in the clinical presentation and treatment of malaria and pneumonia in children: report of a meeting. Geneva, 8 April 1991
    WHO: Programme for the Control of Acute Respiratory Infections, Division for the Control of Diarrhoeal and Acute Respiratory Disease. Geneva
    WHO: Current clinical guidelines of the Malaria Action Programme. Malaria Unit, Division for the Control of Tropical Diseases and Special Programme for Research and Training in Tropical Diseases. Geneva

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