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Tropenmedizin
Tropenerkrankungen unter der Lupe

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7. Haemorrhagisches Syndrom
Im Detail
Die Haemorrhagischen Fieberarten
Diagnose
Weiterführende Literatur

Im Detail

Unter diesem Begriff werden pathologische Zustände zusammengefaßt, die mit unphysiologischen Blutungen einhergehen. Wird bei einem Patienten ein haemorrhagisches Syndrom diagnostiziert, muß der Patient auf folgende Symptome untersucht werden:

  • Haut- oder Schleimhautblutung
  • Fieber
  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Ikterus
  • Exposition: Hat sich der Patient in einem Gebiet aufgehalten, in dem haemorrhagisches Fieber endemisch ist, bzw. hatte er Kontakt mit einer Person aus einem Endemiegebiet?
  • Inkubationszeit: Ist sie länger als 4 Wochen, dann ist die Diagnose Haemorrhagisches Fieber unwahrscheinlich.
Bei Verdacht auf innere Blutungen müssen eine rektale Untersuchung, Stuhluntersuchung, Inspektion der Gelenke und eine Untersuchung auf Psoasschmerz durchgeführt werden.

Ergibt sich der Verdacht auf haemorrhagisches Fieber, muß der Patient isoliert werden. Für das Personal gelten besondere Schutzmaßnahmen, die je nach den örtlichen Möglichkeiten unterschiedlich sein werden (Mundschutz und Handschuhe sind in jedem Fall dringend angeraten).

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Die Haemorrhagischen Fieberarten


Ebola Virus, elektronenmikroskopische Aufnahme des US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases
Unter anderem kann zwischen folgenden Haemorrhagischen Fiebern unterschieden werden:

Dengue-haemorrhagisches Fieber: Es gibt 4 Subtypen von Dengue-Fieber. Bei Zweitinfektion mit einem anderen Subtyp kann es zum haemorrhagischen Verlauf kommen. Davon sind vor allem Säuglinge betroffen. Dies gilt vor allem für die in Südostasien endemischen Subtypen III und IV. Nach einer Inkubationszeit von 5 bis 8 Tagen kommt es zu den typischen Muskel-, Kreuz-, Gelenk- und Kopfschmerzen. Melaena, Haematurie und Schock folgen.

Ebola: Die seltene Erkrankung kommt in den Tropen lokal endemisch vor. Sie verläuft häufig tödlich. Typische Symptome sind haemorrhagisches Exanthem, Pharyngitis, Myalgie, gastrointestinale Beschwerden sowie die Ausbildung von Geschwüren im Bereich der Mundhöhle. Die Krankheit wurde zum ersten mal in Zentralafrika im Gebiet des Ebola-Flusses diagnostiziert.

Gelbfieber: Typische Symptome sind Fieber, Ikterus, Leber- und Nierenschädigung, Blutungen und Schock. Die Erkrankung wird durch Stechmücken (Aedes aegypti) übertragen. Die Gelbfieberimpfung bietet zuverlässigen Schutz.

Lassa-Fieber ist im tropischen Westafrika endemisch. Typische Symptome sind hohes Fieber, Hautblutungen, Geschwüre im Bereich der Mundhöhle, Gelenkschmerzen, Pneumonie und Exsikkose. Nager dienen als Reservoir für das Virus.

Rift-Valley Fieber: Eine akute, hoch fieberhafte Erkrankung mit Kopf-, Glieder- und Bauchschmerzen. Es kommt zur Ausbildung einer Hepatitis, die eine ungünstige Prognose hat. Die Erkrankung wird durch Stechmücken übertragen und wurde zum ersten mal in Kenia im Gebiet das Rift Flusses diagnostiziert. Erste Fälle eines haemorrhagischen Verlaufs wurden in Südafrika dokumentiert.

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Diagnose

Mit Hilfe der Anamnese kann zwischen kongenitaler und erworbener Haemorrhagie unterschieden werden. Pathologischer Quick und PTT sind Zeichen einer Koagulopathie. Bei normalen Gerinnungs- und Thrombozytenwerten ergibt sich der Verdacht auf eine Angiopathie.

Im wesentlichen ergeben sich folgende Differentialdiagnosen:

  • Akute Hepatitis A-E mit Ikterus und gelegentlichem Fieber erfordern eine symptomatische Therapie. Für Hepatitis B und C bestehen spezifische Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere bei frühzeitiger Diagnose.
  • Haemorrhagisches Fieber (Ebola-Fieber, Dengue-Fieber, Gelbfieber, Lassa-Fieber) geht meist mit Kopf- und Muskelschmerzen, Pharyngitis, Fieber und Schock einher. Der Patient sollte umgehend isoliert werden. Die Behandlung erfolgt mit Ribavirin, jedoch nicht bei Ebola-Fieber.
  • Akute Meningokokken-Meningitis mit Waterhouse-Friderichsen-Syndrom mit Versagen von Nebennierenrinde und Kreislauf. In 80% der Aspirate aus haemorrhagischen Läsionen bei Meningokokkensepsis sind in der Gramfärbung Meningokokken nachweisbar. Neben dem supportiven Management erfolgt die antibiotische Behandlung mit Penicillin.
  • Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC) bei schwerer Grunderkrankung oder Zustand nach Operation. Die Therapie sollte neben dem intensivmedizinischen Management die Beseitigung der Ursache einschließen.
Entsprechend der Art und Lokalisation der Blutung ergeben sich weitere mögliche Differentialdiagnosen:
  • Petechien: Thrombozytopenie, Tumorerkrankungen (z.B. Leukämie)
  • Bei starker Blutung: Malaria, Leberversagen, Gifttierbiss

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Weiterführende Literatur

  • Krawinkel: Medical Practice in Developing Countries
  • Lang: Tropenmedizin in Klinik und Praxis
  • Roche: Lexikon Medizin


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