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Tropenmedizin
Tropenerkrankungen unter der Lupe

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9. Askariasis durch Ascaris lumbricoides
Hintergründe
Symptome
Diagnostik

Hintergründe


Ein befruchtetes Ei von Ascaris lumbricoides
Die Askariasis wird durch Ascaris lumbricoides verursacht und ist weltweit die häufigste intestinale Parasitose. Etwa 1 Milliarde Menschen sind infiziert. Askariasis tritt vor allem unter schlechten hygienischen Bedingungen auf. Die Prävalenz erreicht in manchen städtischen Gebieten von Entwicklungsländern bis zu 90%, in Industrieländern liegt sie unter 1%.

Die Aufnahme erfolgt meist oral. Am Boden gereifte Eier werden vor allem von Kindern beim Spielen mit den Händen aufgenommen. Entwickelte Eier behalten lange ihre Infektionsfähigkeit. Die Eier werden beim Düngen auf Nahrungsmittel wie Gemüse, rohen Salat oder Obst aufgebracht und werden beim Verzehr der Nahrungsmittel auf den Menschen übertragen. Die Inkubationszeit beträgt etwa 2 Monate.

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Symptome

Die pulmonale Askariasis (Lungenwanderung) verursacht Husten und Fieber. Es kann zur Ausbildung eines pulmonalen Infiltrats (LÖFFLER Syndrom) kommen. Die intestinale Askariasis ist oft symptomlos, kann aber mit uncharakteristischen abdominellen Beschwerden einhergehen. Allergische Reaktionen sind moeglich. Unter Therapie ist die Prognose sehr gut.
Typische Komplikation sind mechanischer Ileus infolge zahlreicher Würmer, Cholangitis, Leberabszeß, Pankreatitis und Appendizitis.

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Diagnostik

Die Würmer oder Wurmeier koennen im Stuhl nachgewiesen werden.
Während der Durchwanderung der Lunge ist häufig eine Eosinophilie nachweisbar, jedoch meist nicht bei intestinalem Befall. Bei pulmonaler Askariasis koennen die Würmer im Sputum nachgewiesen werden.
In der Kontrastmitteldarstellung des Dünndarms werden die Würmer roentgenologisch dargestellt. Eine Obstruktion wird durch Sonographie oder Endoskopie nachgewiesen.

Therapeutisch sind Albendazol und Mebendazol Mittel der Wahl. Sie führen in beinahe 100% der Fälle zur Heilung. Auch symptomlose Infizierte sollten therapiert werden!
CAVE: Bei Verdacht auf Ileus dürfen keine Antihelmintika verabreicht werden!

Die Prophylaxe der Askariasis besteht in der konsequenten Vermeidung von verunreinigten Speisen und Getränken sowie in gründlichem Händewaschen mit Seife unmittelbar vor dem Essen.

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