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Who is who & what is what
Was ist bei ausländischen Krankenhäusern anders gegenüber den deutschen?

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1. USA
Einleitung
Krankenhausorganisation
Zusammensetzung der Teams
Rotations
Deutsche und amerikanische Terminologie

Einleitung

Dass das amerikanische Gesundheitssystem anders organisiert ist als das unserige, wird jedem bewusst sein. Dennoch hatte ich keine Ahnung, als ich das erste Mal in einem amerikanischen Krankenhaus arbeiten sollte, was mich dort wirklich erwartet bzw. wie ein Krankenhaus dort überhaupt organisiert ist. Daher kommt die Idee zu diesem Artikel, der verständlicherweise durch meine persönlichen Erfahrungen, die ich am Washington Hospital Center in Washington, DC und an der Tulane University Medical School in New Orleans gesammelt habe, aber auch durch Berichte anderer Studenten geprägt ist. Es werden somit Grundzüge aufgezeigt, die sich so oder in ähnlicher Form in den zurück nach oben!meisten amerikanischen Krankenhäusern wiederfinden.

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Krankenhausorganisation

In den USA werden die Patienten von Teams betreut. Auch die Stationen sind für gewöhnlich nicht nach Fachdisziplin getrennt, wie bei uns, sondern die Betten werden belegt, wie sie frei sind - dabei werden natürlich bestimmte Stationen für bestimmte Fachrichtungen bevorzugt. Wer schon ein mal in England war, der kennt das Prinzip, dass die Teams ihre Patienten auf diversen Stationen verteilt haben. Das bedeutet, dass es auch keinen Stationsarzt gibt. Daher muss z.B. das Pflegepersonal bei Fragen bezüglich eines Patienten immer dessen entsprechendes Team ansprechen, was die Arbeit manchesmal durchaus erschweren kann.

Die Patienten werden von einen Ärzteteam aufgenommen, dem sogenannten "primary team", welches dann hauptverantwortlich für den Patienten zuständig ist. Das sind für gewöhnlich die "General Medicine" oder "General Surgery teams", können aber auch bereits die sogenannten "subspecialty teams" sein. So wird z.B. ein Herzinfarktpatient meistens direkt von den Kardiologen oder ein Nierentransplantierter vom "Transplant team" betreut.

Darüber hinaus gibt es die sogenannten "consultancy teams", die konsiliarisch herangezogen werden. Damit sind im Prinzip alle Fachrichtungen und Spezialgebiete gemeint. So wird z.B. ein Nierentransplantierter zusätzlich immer auch von den Nephrologen betreut; oder sollte es bei einem Herzinfarktpatienten ein Magen-Darm-Problem geben, so werden die Gastroenterologen hinzugezogen. Für Deutschland zwar noch ungewöhnlich, aber bei Patienten mit schweren Infektionen wird meistens das "Infectious Disease team" konsultiert. Offiziell dürfen diese Teams lediglich beratende Funktion ausüben, da die Ärzte des "primary teams" in der Behandlung des Patienten das "letzte Wort" haben. Dennoch oder gerade deshalb kommt es auch zurück nach oben!häufiger zwischen "primary" und "consultancy team" zu deutlichen Meinungsverschiedenheiten.

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Zusammensetzung der Teams

Die Teams setzen sich aus mehren Ärzten zusammen. Der Chef eines Teams ist der "attenting", welches ein Facharzt und sozusagen auch der Chefarzt ist. Denn er ist fachlich, d.h. bezüglich der Betreuung des Patienten, nicht weisungsgebunden, obwohl der "Head of Department" in der Hierarchie zwar noch über ihm steht. Wenn es sich bei den "attendings" um Mitglieder einer Medical School handelt, werden sie auch "faculty" oder "staff" genannt. In den "subspecialities" - also in den Weiterbildungsfächern, wie z.B. Pulmologie oder Herz-Thorax-Chirurgie - kommt ein "fellow" dazu, welcher ein angehender Facharzt für die jeweilige "subspeciality" ist. D.h. der "fellow" hat bereits z.B. eine 3-jährige Residency zum Internisten gemacht (und ist damit Facharzt für "General Medicine") und kann sich dann in den "subspecialities" weiterbilden, beispielsweise in 2 Jahren zum Nephrologen oder in 3 Jahren zum Intensivmediziner und Pulmologen. Weiterhin gehören zum Team die Assistenzärzte, die "residents". In den internistischen Teams findet man gewöhnlich nur einen "resident", während es in den chirurgischen Disziplinen jeweils einen aus den entsprechenden Weiterbildungsjahren gibt - also z.B. einen "4th, 3rd and 2nd year-resident". Schließlich gibt es dann noch den "intern" ("1st year-resident"), welcher dem AiPler entspricht.

Und "last but not least" gehören zu einem richtigen Team natürlich auch zwischen ein und vier "medical students" des 3. und 4. Studienjahres. Allerdings nehmen die Studenten im 3. Jahr gewöhnlich nur an den "General Medicine" und "General zurück nach oben!Surgery" Rotationen teil und erst im 4. Studienjahr an den "subspecialities".

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Rotations

Für alle Ärzte und Studenten gilt, dass das Team nach 4 Wochen gewechselt wird, d.h. jeden Monat gibt es ein komplett neues Team mit unterschiedlichen Leuten. Als "resident" und "intern" rotiert man so während seiner Ausbildungszeit durch die verschiedenen "subspecialities". "Attendings" und "fellows" rotieren innerhalb ihrer jeweiligen "subspeciality" oder arbeiten an Forschungsprojekten. Aufgrund dieser 4wöchigen Wechsel kommt eben auch der Begriff "rotation" zustande. Eine weitere Bezeichnung, die besonders von Studenten benutzt wird, aber im Prinzip synonym für "rotation" gebraucht wird, ist der Begriff "firm".

In den USA gibt es eigentlich die gleichen Fachdisziplinen, wie bei uns. Im folgenden gibt es eine kleine Übersicht darüber:
ANESTHESIOLOGY, DERMATOLOGY, EAR, NOSE AND THROAT, INTERNAL MEDICINE, OBSTETRICS AND GYNECOLOGY, OPHTHALMOLOGY, ORTHOPEDICS, PEDIATRICS, RADIOLOGY, SURGERY, UROLOGY

Es folgt nun eine Auswahl der möglichen Rotationen, die es in der Inneren Medizin gibt:
ALLERGY & IMMUNOLOGY, CARDIOLOGY, EMERGENCY ROOM (ER), ENDOCRINOLOGY, GASTROENTEROLOGY, HEMATOLOGY & ONCOLOGY (HEM-ONC), INFECTIOUS DISEASES (ID), MEDICAL - INTENSIVE CARE UNIT (M-ICU), NEPHROLOGY, PRIMARY CARE, PULMONOLOGY, SUBINTERSHIP IN GENERAL MEDICINE (SUBI)

In der Chirurgie kann man u.a. folgende Rotationen belegen:
TRANSPLANTATIONSCHIRURGIE, VISZERALCHIRURGIE, NEUROCHIRURGIE, HAND-CHIRURGIE, PLASTISCHE CHIRURGIE, HERZ-THORAX-GEFÄß-CHIRURGIE, UNFALL-CHIRURGIE teilweise auch ORTHOPÄDIE.

Übrigens wird auch aufgrund der Vielzahl der möglichen Rotationen und vor allem der ständigen Rotation der Ärzte unweigerlich deutlich, dass es innerhalb eines Krankenhauses von Monat zu Monat große qualitative Unterschiede nicht nur zurück nach oben!zwischen den einzelnen Fächern, sondern auch innerhalb der jeweiligen "subspecialities" gibt.

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Deutsche und amerikanische Terminologie

Zum Abschluss möchte ich noch kurz auf die immer wiederkehrende Problematik mit der Terminologie von Famulatur und PJ eingehen. Die Amerikaner unterscheiden nämlich im Prinzip nicht zwischen Famulatur und PJ. Denn sobald man ein Praktikum in einem Krankenhaus macht, welches nicht zur eigenen Medical School gehört, verwendet man in den USA den Begriff "elective". "Elective" oder auch "clinical elective" ist somit jedes Fach bzw. jede Rotation, die nicht Pflicht ist, man also frei wählen kann. Allerdings werden "electives" für gewöhnlich erst im vierten Jahr, also im "final year", und dann im allgemeinen in den "subspecialites" belegt. Hierbei ist das Anforderungsprofil an den Studenten zwar etwas höher, aber es besteht auch die Möglichkeit, selbständig Patienten zu betreuen. "Clerkship" sind dagegen Praktika, die üblicherweise im dritten Studienjahr gemacht werden. Dabei wird noch viel Wert auf das Vermitteln von Grundlagen gelegt, insbesondere von Untersuchungstechniken.

Bei den "electives" besteht des öfteren die Möglichkeit ein sogenanntes "subinternship" zu machen. Hierbei arbeitet man gewöhnlich für ein "primary team" und übernimmt die Funktion eines "interns". D.h. man betreut selbständig eigene Patienten und stellt sie dem "resident / fellow / attending" direkt vor. - Normalerweise besprechen nämlich die Medizinstudenten ihre Patienten zunächst mit dem "intern". - Darüber hinaus nimmt man im "subinternship" regelmäßig an den Nachtdiensten teil (also mit Übernachten im Krankenhaus). Meiner Erfahrung nach klingt das aber immer viel verantwortungsvoller und anstrengender, als es dann eigentlich in Wirklichkeit ist. Denn als Student macht man immer nur soviel, wie man sich selber oder die anderen einem zutrauen. Also nur Mut, denn man kann dadurch sehr, sehr viel lernen!

Viel Erfolg bei euren eigenen Erfahrungen.

Dr. Lutz I. Petersdorf
Lübeck, Juli 2000

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