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Der Arztberuf ist wirklich ein Traumberuf! Seit zweieinhalb Jahren arbeite ich als Assistenzärztin in der BG-Unfallklinik Murnau, in der ich während des Medizinstudiums insgesamt vier Famulaturen gemacht habe, und ich habe meine Entscheidung für diesen Beruf, diese Fachrichtung und diese Klinik keine Sekunde bereut. Bereits nach der ersten Famulatur wusste ich, dass ich in Murnau arbeiten will. Klinikporträt
Leistungsspektrum der Klinik
Persönlicher Erfahrungsbericht
Fazit
Kontakt
Klinikporträt Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau |
| Die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau ist ein überregionales Zentrum der Maximalversorgung zur Ver-sorgung von Schwer(st)-verletzten, wie Rückenmarkverletzten / Querschnittgelähmten, Brand-verletzten sowie polytrauma-tisierten Patienten, viele davon mit schwersten Schädel-Hirn-Verlet-zungen.
Als die Klinik 1953 in Betrieb genommen wurde, war das Unfallkrankenhaus in nur vier Abteilungen gegliedert. Die größte davon war die Abteilung für Nachbehandlungen. Im Laufe der Jahre verlagerte sich der Schwerpunkt immer mehr Richtung operative Versorgung (2006: 12.292 Operationen). Durch ständige Forschung und Weiterentwicklung sowie einer Ausstattung auf höchstem Niveau entwickelte sich die Klinik schließlich zu einer international renommierten Einrichtung, die in Teilbereichen, wie der Wirbelsäulenchirurgie, weltweit führend ist.
Leistungsspektrum der Klinik Schockraum |
| Die Unfallklinik verfügt über 433 Planbetten. Es gibt spezielle Abteilungen für Traumachirurgie, Gelenkchirurgie, Wirbelsäulen-chirurgie, Rückenmarksverlet-zungen, septische Chirurgie (mit Isolierstation), Rehabilitation, Neurochirurgie, Hand-Plastische Chirurgie, Anästhesie und Spezielle Schmerztherapie sowie Urologie.
Hinzu kommen zwei große Intensivstationen (41 Betten, inklusive Betten für Schwerbrandverletzte), eine Tagesklinik für ambulante Eingriffe und eine Druckkammer. Zur Optimierung der Patientenversorgung stehen hausinterne Internisten und Psychotherapeuten sowie Psycho-logen zur Verfügung. Darüber hinaus ist ein ITH (Intensivtransporthubschrauber) am Haus stationiert, der ca. 1.500 Einsätze pro Jahr fliegt.
Insofern ist die Versorgung der Patienten vom Unfallort bis zur Entlassung nach abgeschlossener Rehabilitation gewährleistet und kann in einer Hand bleiben. Für den Wiedereinstieg ins Berufsleben bzw. eventuell notwendige Umbaumaßnahmen zu Hause steht den Patienten zudem noch der Sozialdienst mit Rat und Tat zur Seite.
Ein besonderes „Schmankerl“ für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist die klinikeigene Kindertagesstätte, in der 100 Kinder zwischen acht Wochen und zehn Jahren 365 Tage im Jahr zwischen 5.30 Uhr und 21.30 Uhr betreut werden, so dass sich Familie und Karriere optimal verbinden lassen. Mehrere leitend tätige Chirurginnen, die ihre Kinder in der Kita haben bzw. hatten, können hier (mir) Vorbild sein.
In dem biomechanischen Forschungslabor, das zusammen mit der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg betrieben wird, besteht zudem die Möglichkeit, neben dem Klinikalltag auch praxisnahe und –relevante Forschung zu betreiben.
Persönlicher Erfahrungsbericht OP |
| Das Medizinstudium ist ohne Zweifel zäh. Ich weiß noch genau, wie stolz wir waren, als wir endlich die Hürden der Vorklinik und des Physikums genommen hatten und endlich in den klinischen Teil starten konnten. Mit weißem Kittel und Stethoskop bewaffnet, sollten wir endlich auf richtige Patienten losgelassen und in die Geheimnisse der Medizin eingeweiht werden. Doch stattdessen lautete die freundliche Begrüßung in der Universitätsklinik: „Oh nein, schon wieder Studentenunterricht. Für Euch haben wir aber jetzt gar keine Zeit. Geht mal in Zimmer 3, Anamnese machen.“ Derart einladende Worte bekamen wir im Laufe des Studiums leider noch häufig zu hören. Dass jemand wirklich engagiert war und Zeit für Studentenunterricht hatte, war leider die Ausnahme.
Ich persönlich hatte das große Glück, dass meine Famulaturen und das PJ richtig gut waren. Hier waren engagierte Ärzte, die Spaß an ihrem Beruf hatten und das auch weiterzugeben vermochten. Ich lernte hier nicht nur die Basics wie Blutabnehmen, Zugang legen, steriles Verhalten im OP oder Nähen, sondern auch wie schön der Arztberuf ist, und ich erkannte, welche Fachrichtung ich einschlagen wollte.
Mittlerweile arbeite ich seit zweieinhalb Jahren als Assistenzärztin in der BG-Unfallklinik Murnau, in der ich insgesamt vier Famulaturen gemacht habe, und ich habe meine Entscheidung für diesen Beruf, diese Fachrichtung und diese Klinik keine Sekunde bereut. Bereits nach der ersten Famulatur wusste ich, dass ich in Murnau arbeiten will.
Obwohl die Unfallchirurgie im Allgemeinen ja nach wie vor eher als Männerdomäne bekannt ist, war es in Murnau nie ein Problem, eine Frau zu sein. Wir (werdende) Unfallchirurginnen werden hier als gleichberechtigte Kollegen angesehen und akzeptiert. Wir haben mittlerweile auch eine Leitende und mehrere Oberärztinnen, so dass das „Karrieremachen“ leistungs- und nicht geschlechtsabhängig ist.
Ein großer Vorteil der Klinik ist, dass das ganze Spektrum der Unfallchirurgie abgedeckt wird. Als Weiterbildungsassistentin/Weiterbildungsassistent rotiert man alle sechs bis zwölf Monate zwischen den einzelnen Abteilungen, die unterschiedliche Schwerpunkte haben (s. unter Leistungsspektrum), so dass alle im Laufe der Zeit sämtliche Abteilungen durchlaufen und somit einen Überblick über die gesamte Fachrichtung bekommen. Prinzipiell ist es auf den einzelnen Stationen so, dass wir Weiterbildungsassistentinnen/Weiterbildungsassistenten uns bei den OPs, die wir machen dürfen, abwechseln, so dass niemand zu kurz kommt.
Da wir der Aufgabenstellung entsprechend personell angemessen besetzt sind, ist die Dienstbelastung mit 2-3 Diensten pro Monat im Gegensatz zu anderen Kliniken gering. Im Haus sind immer drei chirurgische Dienste. Insbesondere in den ersten Diensten nach Abschluss des Studiums war es sehr beruhigend zu wissen, dass man im Falle eines ernsten Problems nicht allein ist und 15 – 20 Minuten auf den Hintergrund warten muss, sondern dass der fachärztliche Kollege/die fachärztliche Kollegin nebenan schläft und sofort verfügbar ist.
Jeden zweiten Montag und jeden zweiten Donnerstag werden klinikinterne Fortbildungsveranstaltungen angeboten, in denen gerade auch für uns Anfänger Standards vermittelt werden, die den Arbeitsalltag deutlich erleichtern.
Toll ist auch, dass in Murnau Forschung eine wichtige Rolle spielt und dass es möglich ist, Klinikalltag und Forschung zu verbinden.
FazitAuch wenn das Studium - zumindest streckenweise - zäh und praxisfern ist und man über das Arbeitsleben als Mediziner in Deutschland Schreckliches hört: Der Arztberuf ist wirklich ein Traumberuf und auch in Deutschland gibt es Kliniken, in denen das Arbeiten Spaß macht!
Alles in allem hat man als Arzt/Ärztin einen Beruf, in dem - man eine sehr abwechslungsreiche Arbeit hat
- man viel Kontakt zu Menschen hat
- Teamarbeit wichtig ist
- man viel bewirken kann (Es ist ein tolles Gefühl, seine Patienten wieder gesund nach Hause entlassen zu können.)
- man die Möglichkeit hat, auch im Ausland zu arbeiten
- man parallel zur klinischen Tätigkeit Forschung betreiben kann
- man abends meistens mit einem guten Gefühl nach Hause geht.
Also das Durchhalten lohnt sich! Lasst Euch nicht vom Ablauf des Studiums demotivieren. Es wird hinterher besser!
Absolviert viele Famulaturen, damit Ihr die für Euch richtige Fachrichtung findet und macht Euer PJ in einem studentenfreundlichen Haus, dann startet Ihr schon motiviert ins Arbeitsleben.
Viel Erfolg!
KontaktBerufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau
Prof.-Küntscher-Str. 8
82418 Murnau am Staffelsee
Leiter der Personalabteilung
Albert Stichaner
Telefon: 08841-48-2213
E-Mail
Dr. Simone Wurm
Murnau, November 2008 |