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Das Medizinstudium war zu Ende, das Examen bestanden. Auch die Entscheidung für das Fachgebiet war bereits gefallen – für die Chirurgie. Doch nun stellte sich die Frage, an welcher Klinik man sich bewerben sollte und überhaupt: „Welche Klinik ist die richtige für mich?“ Eher ein großes Haus oder eher ein kleines? Und wo kann man sich zu Beginn der klinischen Tätigkeit ein umfangreiches Basiswissen in der Chirurgie aneignen? Es gibt viele Gründe, warum die Wahl letztlich auf das Kreiskrankenhaus in Rotenburg an der Fulda fiel. Das Kreiskrankenhaus Rotenburg an der Fulda
Die Weiterbildung
Wer sollte sich bewerben?
Dienstvergütung, Dienstmodelle und Urlaubsregelungen
Wer schreibt dies überhaupt?
Das Kreiskrankenhaus Rotenburg an der Fulda Rotenburg an der Fulda |
| Es existiert bereits ein Bericht aus dem Kreiskrankenhaus Rotenburg in diesem Internetportal, jedoch haben sich seit seinem Erscheinen 2004 viele Dinge im KKH Rotenburg verändert, die meisten zum Positiven. Dieser Bericht soll also den aktuellen Stand vor allem hinsichtlich des Behandlungsspektrums und der Ausbildungssituation wiedergeben.
Rotenburg an der Fulda ist eine kleinere Stadt, im schönen Waldhessen gelegen, mit 15.000 Einwohnern. Rotenburg ist von Kassel, Fulda und Eisenach nicht weit entfernt, ebenso sind auch Göttingen, Marburg und Frankfurt am Main mit dem Auto gut zu erreichen.
Das Kreiskrankenhaus Rotenburg selbst hat ein großes Einzugsgebiet, das ganz Waldhessen und teilweise auch Thüringen umfasst. Das Haus gehört zum evangelischen Diakonieverein Berlin-Zehlendorf, der alleiniger Gesellschafter ist.
Insgesamt gibt es 180 Betten mit 75 chirurgischen und 76 internistischen Betten. Die restlichen Betten sind auf die neurochirurgischen, orthopädischen, und gynäkologischen Belegabteilungen aufgeteilt.
Der Stellenschlüssel der chirurgischen Abteilung ist 1-3-8.
Die Weiterbildung Kreiskrankenhaus Rotenburg an der Fulda |
| Der Chefarzt Dr. Neff hat die Weiterbildungsermächtigung für drei Jahre Allgemeinchirurgie. Der „Common trunk“ kann inklusive einem halben Jahr Mitarbeit auf der ITS und einem halben Jahr Dienst in der Notfallambulanz absolviert werden.
Grundsätzlich unterscheidet sich die Weiterbildung im Kreiskrankenhaus Rotenburg von der in größeren Häusern durch das breite Krankenspektrum. Dadurch lernt man vor allem am
Anfang die „Basics“ in der Chirurgie und verliert nicht wie in vielen größeren Abteilungen schon zu Beginn den Blick fürs Ganze. Zu Beginn der Weiterbildung stellt einen dieser Umstand zwar vor einen ganzen Haufen Informationen, aber schon nach einer relativ kurzen Einarbeitungszeit hat man einen gewissen Überblick und kann relativ selbständig arbeiten. Zudem sind auch alle Oberärzte und der Chefarzt bei Fragen oder Problemen immer behilflich. Dieses selbständige Arbeiten beinhaltet auch das Erlernen aller gängigen Untersuchungen in der Allgemein-, Visceral-, Gefäß- und Unfallchirurgie unter Anleitung der Oberärzte und der älteren Assistenten. Dazu gehört die Durchführung von Abdomen- und Weichteilsonographien, Wundversorgung, Punktionen, Thoraxdrainagen und vielem mehr. Auf diese Weise eignet man sich schön früh in der Weiterbildung ein breites Wissen in der Chirurgie an.
Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit der Teilnahme an der notärztlichen Versorgung, die zusammen mit der Abteilung für Anästhesie und der Inneren Abteilung im Hause organisiert wird. Da der Erwerb des Fachkundenachweises Notfallmedizin während der Weiterbildungszeit eine Einstellungsvoraussetzung ist, werden die Kosten hierfür auch vom Haus übernommen. Aufgrund der neuen Zusatzbezeichnung Notfallmedizin und der damit geänderten Voraussetzungen ist noch nicht absehbar, in wie weit in Zukunft noch Chirurgen als Notarzt fahren können.
Am Beginn der Weiterbildung wird man zunächst einer Station zugeteilt und von einem erfahrenen Kollegen in die Stationsarbeit eingearbeitet. Zudem lernt man in den ersten Monaten auch die Aufgaben in der Notfallambulanz kennen, die für die Dienste notwendig sind. Die ersten Dienste macht man nach ein bis zwei Monaten, wobei hier der Facharzthintergrund jederzeit telefonisch hinzugezogen werden kann.
Zudem kann man schon nach sehr kurzer Zeit die ersten Eingriffe im OP unter Anleitung übernehmen und so schon erste Erfahrungen in der operativen Versorgung sammeln. Die Anzahl und der Schwierigkeitsgrad der operativen Eingriffe nimmt dann im Laufe der Weiterbildungszeit natürlich zu, wobei auf eine sinnvolle strukturierte Ausbildung sowohl im Bereich der operativen als auch konservativen Chirurgie geachtet wird.
Die chirurgischen Assistenten assistieren auch bei größeren Operationen bei den beiden belegärztlichen Orthopäden in unserem Haus. Hierdurch erhält man noch mehr Einblicke in die Orthopädie, da diese Ärzte ein sehr großes Spektrum abdecken, insbesondere die Endoprothetik, bis hin zu Sprunggelenkprothesen.
Wer sollte sich bewerben?Absolventen und Assistenten in den ersten Jahren der Weiterbildung, die sich zu Beginn ihrer klinischen Tätigkeit ein umfangreiches Basiswissen in der Chirurgie aneignen wollen. Ideal also auch für alle, die sich noch nicht auf eine spezielle chirurgische Fachrichtung festlegen oder erst einmal grundsätzliche Erfahrungen in der Chirurgie sammeln wollen.
Zudem herrscht im Haus ein wirklich gutes Betriebsklima. Viele Mitarbeiter arbeiten hier schon seit vielen Jahren, weshalb ein sehr kollegialer und vertrauter Umgang miteinander gepflegt wird. So trifft man sich auch privat häufiger auf ein Bier oder zu dem in unregelmäßigen Abständen stattfindenden chirurgischen Stammtisch. Höhepunkt des Jahres bildet dann immer die „Chef-Fete“, welche absolut legendär ist. Man muss also keine Angst haben, in Rotenburg zu vereinsamen! Die Stimmung unter den Assistenten ist wirklich hervorragend und hat auch schon zu der einen oder anderen Beziehung geführt. Eine Vermittlungsgarantie können wir aber selbstverständlich nicht geben!
Wer also die Anonymität einer großen Klinik scheut und wem ein angenehmes Betriebsklima wichtiger ist als hochwissenschaftliche Weihen, wird hier sicherlich zufrieden arbeiten können.
Dienstvergütung, Dienstmodelle und UrlaubsregelungenTja, das ist momentan leider der Haken an der Geschichte: es ist ein neuer Vertrag nach AVR verhandelt worden, der insbesondere auch die Berufsanfänger aller Berufsgruppen neu eingruppiert. Ein gesonderter AVR Ärzte wird derzeit verhandelt, weshalb auch aufgrund der derzeitigen Arbeitsmarktsituation von einem Angleichen der Ärztegehälter an den TVöD ausgegangen werden kann. Sicher ist aber nichts und daher kann man auch noch nichts Genaues zu der neuen Vergütung sagen. Noch sind die neuen AVR nicht umgesetzt, so dass man aktuell auch nicht sagen kann, ob es mehr oder weniger wird.
Angestrebt wird durch das Haus die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes. So wurden bereits einmal für einige Monate die gesetzlichen Vorgaben umgesetzt, was auch erfolgreich lief. Allerdings musste dann aufgrund von unbesetzten Stellen bei den Assistenzärzten wieder auf das alte Dienstmodell mit 24-h Bereitschaftsdienst umgestellt werden. Das ist sicher nicht ideal, aber sobald eine volle Stellenbesetzung erreicht ist, wird wieder auf das neue Arbeitszeitmodell umgestellt. Hierfür wurde ein etwas abgeändertes Modell entworfen, bei dem man finanziell in etwa vergleichbar zum Bereitschaftszeitmodell lag. Die Einbußen durch Wegfall der Dienste wurden dabei relativ gut kompensiert.
Bei dem Bereitschaftsmodell fallen zwischen 4-6 Dienste im Monat an, je nach Stellenbesetzung. Diese werden nach Stufe D vergütet. Überstunden werden bis zu einem gewissen Kontingent ausbezahlt, die restlichen auf einem gesonderten Überstundenkonto geführt und als Freizeit ausgeglichen.
Urlaubansprüche sind nach AVR geregelt; es stehen aber jedem Assistenten mindestens 26 Tage Erholungsurlaub und 5 Tage Fortbildungsurlaub zu. Der Fortbildungsurlaub wird rege in Anspruch genommen und soll auch genutzt werden, was nicht in jedem Haus Standard ist.
Wer schreibt dies überhaupt? Abendstimmung im alten Schlosspark |
| Die beiden Autoren sind einmal ein Assistenzarzt am Ende seines 3. chirurgischen Jahres und eine Assistentin am Ende des 1. Jahres. Ich hoffe durch diese Kombination konnten wir einen guten, wenn auch selbstverständlich nur sehr kurzen Einblick, auf die Chirurgie hier in Rotenburg geben.
Uns gefällt es nach wie vor hier und wir können nur jedem empfehlen, sich unser Haus einfach mal anzusehen. Sei es live oder virtuell im Internet (siehe Weiterführende Links).
Wer weiß, vielleicht sehen wir Euch ja mal in Rotenburg. Wir würden uns freuen.
Kontaktdaten:
Chefarzt Dr. med. Norbert Neff
Kratzberg 1
36199 Rotenburg an der Fulda
Tel: 06623-861002
Email: (Siehe Weiterführende Links)
H., C. und W., U.
Rotenburg, August 2008 |