Die Klinik
Medizinische Klinik (Innere Medizin)
Die Stadt Schwelm
Ein persönlicher Erfahrungsbericht
Fortbildung
Bereitschaftsdienste
Mein Fazit
Die Klinik HELIOS-Klinikum Schwelm |
| Das HELIOS-Klinikum Schwelm ist ein Haus der Grund- und Regelversorgung und gehört seit Juli 2003 zum HELIOS-Konzern, einem der größten privaten Krankenhausträger Deutschlands. Die insgesamt 405 Betten verteilen sich auf die Fachrichtungen Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Unfallchirurgie, Urologie, Pädiatrie, Geriatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Außerdem wird eine Belegabteilung für HNO vorgehalten. Das Haus betreibt ein eigenständiges Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie, eine Klinik für Anästhesiologie und ein eigenes Labor.
Medizinische Klinik (Innere Medizin) Ärztlicher Dienst der Medizinischen Klinik |
| Die Medizinische Klinik ist mit 124 Betten die größte Abteilung im HELIOS-Klinikum Schwelm. Geleitet wird die Klinik durch ein Kollegialsystem zweier gleichberechtigter Chefärzte. Gemeinsam verfügen sie über die volle Weiterbildung für Innere Medizin (72 Monate) und für Intensivmedizin (24 Monate).
Neben der allgemeinen Inneren Medizin liegen die Schwerpunkte in der Versorgung von Patienten mit Erkrankungen aus dem kardiologischen und gastroenterologischen Schwerpunkt. Außerdem wird eine Hämato-Onkologie mit einer großen Ambulanz betrieben. Die kardiologische Diagnostik umfasst die komplette nicht invasive Diagnostik einschließlich TEE, Stressechokardiographie, Herzschrittmacher-Implantation und Kardio-MRT. Gastroenterologisch wird die komplette Diagnostik und Therapie einschließlich ERCP mit Papillotomie und Stent-Implantation angeboten. Der leitende Abteilungsarzt für Gastroenterologie besitzt eine Weiterbildungsermächtigung für zwölf Monate, der kardiologische Chefarzt für sechs Monate.
Die Stadt SchwelmSchwelm mit ca.31.000 Einwohnern, ist die Kreisstadt des Ennepe-Ruhr Kreises. Sie liegt am Rande des Ruhrgebietes, grenzt an Westfalen sowie das Rheinland und gehört zur Ärztekammer Westfalen-Lippe. Es bestehen gute verkehrstechnische Anbindungen an Düsseldorf, Köln und das Ruhrgebiet.
Die Anfänge Schwelms reichen weit bis in das Mittelalter zurück, die ersten Stadtrechte wurden 1496 verliehen. Erholung bieten die ausgedehnten Waldgebiete in hügeliger Landschaft.
Ein persönlicher Erfahrungsbericht Autorin: Dr. Rebecca Wiesner |
| Eigentlich wollte ich Anästhesistin werden, aber zum Zeitpunkt meines 3. Staatsexamens waren die ÄiP Stellen für Anästhesiologie und Intensivmedizin selten und ich durch meine familiäre Situation örtlich gebunden. Da meines Erachtens jeder Kliniker von einem internistischen Basiswissen profitiert und ich das HELIOS-Klinikum Schwelm durch meine pflegerische Tätigkeit während des Studiums kannte und schätzte, bewarb ich mich in der dortigen Medizinischen Klinik.
Nach meiner schriftlichen Bewerbung wurde ich telefonisch von CA Dr. Heinecke zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Dieses fand wenige Tage später in seinem Büro, in Anwesenheit des zweiten Chefarztes, in entspannter, ungezwungener Atmosphäre statt. Innerhalb von zwei Tagen erhielt ich eine telefonische Zusage, der Arbeitsvertrag wurde mir wenig später zugesandt.
In Begleitung eines erfahrenen Kollegen übernahm ich eine kardiologisch ausgerichtete Station mit 21 Betten. Trotz des immensen Arbeitsaufkommens gelang die Einarbeitung rasch - dank eines teamorientierten Kollegiums und engagierter Oberärzte, sowie verständnisvoller Chefs. Der Erfahrungsschatz wuchs täglich, so dass ich innerhalb des ersten Jahres die anfallende Funktionsdiagnostik wie Abdomensonographie, Grundlagen der Doppler- und Echokardiographie, Lungenfunktionsprüfungen und Ergometrien selbständig durchzuführen lernte, immer mit der Gewissheit, mir jederzeit Hilfe durch erfahrene Kollegen holen zu können. Nach einem Jahr arbeitete ich mich in die endoskopische Funktionsdiagnostik (Gastro- und Koloskopie) ein.
Am Ende der AiP-Zeit stellte sich die Frage nach einem Fachabteilungswechsel nicht mehr, zu sehr war ich von der diagnostischen und patientenorientierten Medizin eingenommen.
Nach Erhalt der Approbation hatte ich den ersten Einsatz auf der interdisziplinär geführten, 12 Betten Intensivstation, erlernte dort die verschiedenen Kathetertechniken, Umgang mit medizin-technischem Gerät und Beatmungsstrategien, auch in Bezug auf Langzeitbeatmung. Gleichzeitig hatte ich die Möglichkeit, meine Pflichteinsätze für den Notarztschein zu sammeln, ein wichtiger Aspekt, da die Abteilung regelmäßig am Notarztdienst teilnimmt.
Im Verlauf der folgenden Jahre hat sich vieles weiterentwickelt: Der Krankenhausträger hat gewechselt, es finden umfassende Umbaumaßnahmen und personelle Veränderungen statt. Die Liegezeiten haben sich deutlich verkürzt, die Arbeit entsprechend intensiviert. Inzwischen versorgt ein Stationsarzt im Schnitt 15 Patienten, zweimal wöchentlich finden Oberarzt- und einmal wöchentlich Chefarztvisiten statt. Eine neu geschaffene, interdisziplinär (chirurgisch/internistisch) geführte Bauchstation etabliert sich über die kollegiale Zusammenarbeit der Abteilungen gut.
Ich konnte mir ein fundiertes internistisches Wissen erarbeiten und sämtliche oben angegebenen funktionsdiagnostischen Möglichkeiten erlernen sowie im Weiteren in teamorientierter Arbeit eigenverantwortlich umsetzen. Die Fluktuation innerhalb der Abteilung ist äußerst gering, z. Zt. sind alle Planstellen besetzt, auch ein Zeichen für das gute Arbeitsklima. Bis 2003 angefallene Überstunden konnten durch eine zusätzliche befristete Stelle komplett abgebaut werden und fallen zurzeit durch das gut etablierte Schichtsystem (siehe unter Bereitschaftsdienste) kaum an.
Jetzt stehe ich vor der Facharztprüfung. Meinen „Sinneswandel“ hin zur Inneren Medizin habe ich zu keinem Zeitpunkt bereut.
FortbildungDiese findet einmal wöchentlich klinikintern, teilweise mit auswärtigen Dozenten statt. Durch die perfekte Intranet-Struktur besteht von jedem Rechner aus online Zugriff auf alle gängigen Medizinischen Zeitschriften.
Fort- und Weiterbildung wird im HELIOS-Klinikum insgesamt sehr groß geschrieben. So werden auf Antrag Kosten für Kongresse, fachspezifische Weiterbildungen und Seminare übernommen. Die Kosten für Strahlenschutzkurs und Fachkunde Rettungsdienst wurden erstattet.
Konzernweit hatten vor dem Facharzt stehende Kollegen verschiedener Fachrichtungen letztes Jahr in einem Pilotprojekt die Möglichkeit, an einem Workshop zur „Förderung außerfachlicher Qualifikationen“ teilzunehmen, der sich inhaltlich mit kommunikativer Kompetenz und Gesprächsführung beschäftigte und in sehr gepflegtem Ambiente stattfand. Es besteht die Möglichkeit innerhalb des Konzerns in anderen Kliniken zu hospitieren und, falls das Interesse besteht, in spezielle Fachabteilungen zu rotieren.
BereitschaftsdiensteAuf der Intensivstation wird in einem Dreischicht-Modell gearbeitet; der dort tätige Kollege versorgt in der Nacht zusätzlich die internistischen Normalstationen und die Notaufnahme, so dass für die auf Station tätigen Kollegen in der Woche keine Dienste zu besetzen sind. Am Wochenende fallen pro Kollege im Monat zwei 11,5h Schichten an, der Nachtdienst wird vom Intensivarzt verrichtet. Das heißt, wir arbeiten konform zum Arbeitszeitschutzgesetz.
Die acht zu besetzenden Notarztdienste werden gesondert bezahlt und der Bereitschaftsarzt geht am nächsten Morgen nach Hause.
Mein FazitDas HELIOS-Klinikum Schwelm ermöglicht eine fundierte internistische Ausbildung in einer kollegial geführten Abteilung. Es ist gewünscht eigene Therapievorstellungen einzubringen und umzusetzen, sowie eigenverantwortlich zu arbeiten. Durch die überschaubare Größe des Krankenhauses ist der Kontakt zu anderen Fachdisziplinen gegeben, so dass man auch fachübergreifend lernen und viele Dinge auf dem kleinen Dienstweg regeln kann.
Die regelmäßige Teilnahme am Rettungsdienst sorgt zusätzlich für Abwechslung.
Wir Assistenten untereinander haben ein herzliches, kollegiales Verhältnis und durch die Umsetzung des Arbeitszeitschutzgesetzes bleibt uns genügend Zeit für private Aktivitäten. Also alles in allem bin ich froh, in Schwelm zu arbeiten und kann mir einen Wechsel in ein anderes Haus kaum vorstellen.
Dr. med. Rebecca Wiesner
Schwelm, Juli 2006 |
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