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Anästhesie, Klinikum Konstanz, Akademisches Lehrkrankenhaus, Albert-Ludwigs Universität Freiburg, Konstanz, Baden-Württemberg
(äußerst positive Bereicherung, gute Betreuung und auch viel praktisches arbeiten, 21.02. - 21.03.2004)

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Warum Konstanz?
Die Wahl des Faches
Erfahrungen bei der Famulatur
Mein Fazit

Warum Konstanz?

Meine erste Famulatur habe ich nach meinem ersten klinischen Semester im März 2004 in der Anästhesie in Konstanz absolviert. Da ich in an der Charité – Universitätsmedizin Berlin studiere, ist Konstanz ja nun nicht gleich die nächstgelegene Stadt. Wieso es mich nach Konstanz verschlagen hat und welche Erfahrungen ich bei meiner Famulatur gesammelt habe, könnt ihr nun im folgenden Bericht nachlesen.

Bereits während der Vorklinik habe ich meine Pflegepraktika außerhalb Berlins, in Freiburg und Nürnberg, absolviert. Nachdem ich nun viele Jahre in Berlin wohne, finde ich es immer wieder spannend, von der Stadt Abschied zu nehmen und eine neue Gegend zu erkunden. Die diversen Praktika während unseres Medizinstudiums bieten meiner Meinung nach die perfekte Gelegenheit dafür. Des Weiteren habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich bei den Praktika viel motivierter bin, wenn ich nicht den gewöhnlichen Alltag um mich herum habe, sondern gleichzeitig eine neue Umgebung kennen lernen kann. Es stand für mich also fest, dass ich auch diese Famulatur woanders absolvieren wollte.

Da es meine erste Famulatur war, wollte ich diese in Deutschland und nicht im Ausland machen. Ich denke, dass es nicht schadet, wenn man zuerst im eigenen Land Erfahrungen sammelt und den Stationsablauf kennen lernt, bevor man im Ausland famuliert. Dann kann man später besser die Vor- und Nachteile der Ausbildung beurteilen und durch die bereits gesammelten Erfahrungen im Inland auch mehr von seiner Auslandsfamulatur profitieren.

Auf die Stadt Konstanz bin ich durch eine Freundin von mir gekommen, die während der Ferien ein Praktikum in Berlin geplant hatte und mir ihr Zimmer angeboten hatte. Da mir damals mein Pflegepraktikum in Freiburg sehr gut gefallen hatte und ich mich ein wenig in den Süden Deutschlands verliebt habe, habe ich das Angebot gern angenommen. So war also für die Stadt und das Zimmer gesorgt, jetzt fehlte nur noch der Famulaturplatz.

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Die Wahl des Faches

Im Zeitalter des Internet war es keine Schwierigkeit, Kontakt zu den Konstanzer Kliniken aufzunehmen. Während meiner Suche im Internet bin ich auf eine Website gestoßen, die ich nur wärmstens zur Krankenhaussuche innerhalb Deutschlands empfehlen kann: www.kliniken.de. Unter dem Link Kliniken braucht man nur den gewünschten Ort eingeben und schon hat man eine Übersicht über die Krankenhäuser vor Ort. Da die meisten Krankenhäuser eher spezielle Schwerpunkte hatten, habe ich mich gleich an das Klinikum Konstanz gewandt, da es mir am vielfältigsten erschien. Falls man keine Unterkunft durch Bekannte findet, hilft das Klinikum auch gern weiter mit Zimmern im Personalwohnheim.

Eigentlich wollte ich meine erste Famulatur auf der Inneren machen. Während meines 1. klinischen Semesters hatte ich zwar nach der alten Approbationsordnung an der damaligen FU-Berlin keinerlei Untersuchungskurse, sondern eher die theoretischen Fächer wie Mikrobiologie und Pathologie. Von einigen Kommilitonen höherer Semester hatte ich aber gehört, dass Innere eine gute Ergänzung zu den in Mikrobiologie gelernten Sachen sein soll und sich deshalb als erste Famulatur eignet. Natürlich hätte ich noch ein Semester abwarten und die Famulatur erst nach dem 2. klinischen machen können, wo ich dann auch schon Patienten untersuchen könnte, aber zum einen mache ich die Praktika ungern im Sommer und zum anderen wollte ich endlich mal was praktisches lernen! Ich würde auch jedem empfehlen, gleich nach dem ersten klinischen Semester eine Famulatur zu machen. Es macht einfach unheimlich viel Spaß, praktisch zu arbeiten und für mich war es ein sehr wichtiger Motivationsschub bei den sonst so theoretischen Studieninhalten.

Ungefähr im Dezember 2003 hatte ich mich dann telefonisch direkt an das Sekretariat der Inneren Medizin gewandt. Alle Kontaktinformationen zu den jeweiligen Abteilungen kann man unter www.klinikum-konstanz.de einsehen. Leider war dort schon alles mit Famuli und PJ’lern besetzt und mir wurde auch keine Hoffnung auf einen Warteplatz gemacht. Aus dieser Erfahrung heraus kann ich nur dringend empfehlen, sich frühzeitig einen Platz zu sichern!

Das Klinikum Konstanz ist ein Lehrkrankenhaus der Universität Freiburg und erhält daher auch viele Anfragen von Famuli und PJ’lern aus Freiburg. Nun wusste ich zunächst nicht recht, was ich tun sollte. Die Famulatur verschieben? Eine andere Stadt suchen? Andere Abteilungen kamen für mich eigentlich nicht in Frage. Bis mir wieder ein Rat eines Arztes aus meinem Pflegepraktikum einfiel, man solle unbedingt eine seiner Famulaturen in der Anästhesie absolvieren, da man später in fast jeder Fachrichtung damit in Berührung komme. Nun, ich wusste, dass man in der Anästhesie recht viel machen darf und auch viel lernt, aber ohne Vorkenntnisse in Pharmakologie? Daraufhin habe ich erst mal das Sekretariat der Anästhesie kontaktiert und nachgefragt, ob überhaupt ein Platz frei wäre. Und ich hatte Glück. Vor ein paar Tagen hatte jemand abgesagt, so dass ich den Platz haben konnte. So bin ich also über Umwege in der Anästhesie gelandet.

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Erfahrungen bei der Famulatur

Besonders vorbereitet habe ich mich auf die Famulatur nicht. Ich habe mir aus der Lehrbuchsammlung einen Klinkleitfaden Anästhesie besorgt, den ich jedem empfehlen würde. Es ist kein großes Buch, passt deshalb gut in die Reisetasche und alles ist recht übersichtlich in Kurzform beschrieben. Da kann man dann gegebenenfalls einige Themen schnell nachlesen.

Die Anästhesieabteilung im Klinikum Konstanz gliedert sich in einen OP-Bereich, eine Intensivstation, eine Extra-Abteilung für Augen-OP und eine Schmerzklinik. Außer mir gab es noch eine andere Famulantin und 3 PJ’ler.

Die meiste Zeit habe ich im OP verbracht. Am ersten Tag wurde ich einer Ärztin im OP zugeteilt, mit der ich die ersten Tage immer mitgelaufen bin. Es empfiehlt sich am Anfang immer mit dem gleichen Arzt in einen OP zu gehen, weil der dann schon weiß, was man alles bereits gemacht hat bzw. kann. Zunächst wurde mir immer viel gezeigt und erklärt. Abhängig vom Vorwissen ist es anfangs eine Menge, was man kennen lernen muss. Wie funktionieren die Beatmungsmaschinen? Wie entsteht ein Narkoseprotokoll? Welche Arten der Narkosen gibt es? Aber gerade diese Vielfalt habe ich als spannend und abwechslungsreich empfunden.

Das Wichtigste was man zunächst lernen sollte, ist Zugänge zu legen. Jeder Patient bekommt im Vorbereitungsraum eine Braunüle gelegt, was eine gute Gelegenheit ist, um viel zu üben. Leider hängt es aber immer von dem zugeteilten Pflegepersonal ab, wie viel man selbst machen darf. Im Gegensatz zu den Ärzten sind die Anästhesiepfleger eher zurückhaltend im Anlernen der Famuli - aber auch hier gab es Ausnahmen! Dann muss man sich immer ein wenig durchsetzen, denn schließlich soll man ja was lernen!

Im Laufe der Zeit war es dann ganz selbstverständlich, dass ich Schritt für Schritt immer mehr machen durfte. Ich habe sehr viele praktische Dinge gelernt, wie z.B. die Beatmung mit einem Beutel, die sich an einem Menschen doch weitaus schwerer gestaltet als an den Dummies im Erste-Hilfe-Kurs. Des Weiteren durfte ich oft unter Anleitung intubieren und Larynxmasken legen. Einer der Oberärzte hat mich sogar Schritt für Schritt an die Spinalanästhesie rangeführt, so dass ich schließlich sogar eine ganz allein stechen durfte! Als Höhepunkt durfte ich am letzten Tag einen ZVK legen.

Von der Betreuung her kann ich die Station wirklich wärmstens empfehlen. Der Großteil der Ärzte ist wirklich sehr bemüht, dass man etwas lernt. Leider war es auf Grund der wenigen OP Säle manchmal etwas schwer, einen geeigneten Saal zu finden. Pro Saal sollte immer nur ein Praktikant sein, damit man sich nicht gegenseitig die Arbeit wegnimmt. Auf jeden Fall würde ich Säle mit kurzen OPs empfehlen, da diese viele Ein- und Ausleitungen der Narkose mit sich bringen, wo man dann auch selbst Hand anlegen darf. Bei OPs, die länger als zwei Stunden dauern, wird es dann mit der Zeit auch etwas langweilig, aber da kann man dann ja sein Wissen vertiefen und viele Fragen stellen.

Die Arbeitszeiten waren offiziell von 7.45 Uhr bis 16.00 Uhr. Es war aber überhaupt kein Problem, wenn man früher gehen wollte, insbesondere dann, wenn es keine spannenden OPs gab. Das kam mir sehr entgegen, da ich dadurch mehr Zeit hatte, die Gegend zu erkunden. An einigen Tagen, an denen die interessanten Säle schon besetzt waren, bin ich auf die Intensivstation gegangen. Dort wurde ich von einem AiP’ler betreut, der mir sehr viel über die Organisation der Station und die Krankheitsbilder erklärt hat. Wenn man Lust hatte, durfte man sich auf der ITS sogar den zweiten Notarzt Piepser einstecken und bei einem Einsatz mit dem Notarzt mitfahren. Dies habe ich leider nicht geschafft, würde es aber unbedingt empfehlen. Ansonsten gab es noch regelmäßigen PJ-Unterricht und PJ-Fortbildungen, auch zum Thema Anästhesie, bei denen man auch als Famulant willkommen war. Bei den Anästhesiefortbildungen war ich immer mit dabei, was ich als gute Ergänzung betrachtet habe.

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Mein Fazit

Als Fazit habe ich diese Famulatur als äußerst positive Bereicherung zum Studium empfunden. Auch ohne Vorwissen in Pharmakologie bin ich gut klargekommen. Allerdings kann man bestimmt noch mehr von der Anästhesie profitieren, wenn man sich ein wenig mit den Medikamenten auskennt. Ich habe mich die gesamte Zeit gut betreut gefühlt und durfte auch viel praktisch arbeiten. Das Arbeitsklima unter den Anästhesisten war sehr angenehm, wodurch ich auch außerhalb der Stationsarbeit Kontakt zu einigen Ärzten gefunden habe. Falls ich mich irgendwann für den Facharzt in Anästhesie entscheide, würde ich das Konstanzer Klinikum auf jeden Fall als Arbeitsplatz in Betracht ziehen.

Falls ihr nun auch Lust auf Konstanz bekommen habt – es lohnt sich! Die Stadt ist eine Reise wert. Geht unbedingt auf die Insel Mainau und verbringt viel Zeit am wunderschönen Hafen von Konstanz. Und wenn ihr Glück habt, könnt ihr von dort die Alpen am anderen Ende des Bodensees sehen...

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B., A.
Göteborg, Schweden, August 2004
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