Chancen im AuslandChancen im InlandAlternative Berufsfelder

Anästhesie, Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, Baden-Württemberg
(Nach Zielen gefragt, diesbezüglich gefördert und herausgefordert, 09.08. - 12.09.2004)

  Sie sind hier:
Motivation und Bewerbung
Die Klinik
Unterkunft
Anästhesie
Intensiv
Fazit

Motivation und Bewerbung

Ich nahm gerade am Chirurgieblock in Heidelberg teil, incl. zwei Wochen Anästhesie und Notfallmedizin. Anästhesie und Notfallmedizin haben mir sehr gut gefallen. Da ich auch Krankenschwester mit Erfahrung in Intensivmedizin bin, war dies für mich ein Heimspiel. Ich habe einfach wieder Lust auf Anästhesie und Intensivmedizin bekommen. Es war schon wieder eine Weile her, dass ich dort gearbeitet hatte.

Ich wohne in Heidelberg- Schlierbach. Hier ist die Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg, welche eine Stiftung ist. So bin ich an einem Freitag (02.07.2004) in die Orthopädie gegangen, auf die Intensivstation und habe dort zwecks einer Famulatur nachgefragt. Der dortige Oberarzt hatte daraufhin Dr. Heupel, Chefarzt der Sektion Anästhesie und Intensivmedizin, informiert. Nach ein paar Minuten konnte ich dem Chefarzt meine Wünsche und Vorstellungen mitteilen. Ich wollte sowohl in der Anästhesie als auch auf Intensiv famulieren, und ich bekam meinen Famulaturplatz vom 09.08.-12.09.2004. Ich musste dann nur noch ein kurzes Bewerbungsschreiben aufsetzen und meine Immatrikulationsbescheinigung abgeben und dann habe ich eine schriftliche Bestätigung für den Famulaturplatz bekommen.

Die Entscheidung für Schlierbach war in erster Linie Wohnort bedingt (5 Minuten mit dem Rad). Es gibt in Heidelberg viele Möglichkeiten in der Anästhesie zu famulieren. Ich wollte jedoch nicht in einer Klinik famulieren, in der ich schon als Krankenschwester gearbeitet habe oder in der viele PJ´ler oder andere Famuli sind. Die Sektion Anästhesie und Intensivmedizin in der Orthopädischen Universitätsklinik ist eine eigenständige Abteilung, die nicht zur Abteilung der Anästhesie der Universitätsklinik gehört, d.h. hier werden keine PJ´ler ausgebildet. Der Chefarzt legt auch sehr viel Wert darauf, dass nur ein Famulant jeweils dort beschäftigt ist.

zurück nach oben

Die Klinik

Die Stiftung Orthopädische Universitätsklinik Heidelberg ist ein hoch spezialisiertes Zentrum mit 320 Betten und über 1.000 Mitarbeitern für die Erkennung, Behandlung, Vorbeugung und Rehabilitation aller angeborenen und erworbenen Formveränderungen und Funktionsstörungen, Erkrankungen und Verletzungen der Stütz- und Bewegungsorgane sowie der Behandlung und Rehabilitation von Querschnittlähmungen.

Sie ist eine der größten und modernsten Orthopädischen Kliniken Europas mit einem Leistungsspektrum auf höchsten internationalen Niveau. Die Stiftung verfügt über eine außergewöhnlich gute Ausstattung und eine den heutigen hohen Anforderungen angepasste Struktur und Organisation.

Die Orthopädie hat fünf aseptische Säle und einen septischen OP. Im aseptischen Bereich gibt es noch einen Gipsraum und einen Aufwachraum. Jeder OP-Saal hat einen eigenen Einleitungsraum. In der Abteilung für Anästhesie sind fast ausschließlich Fachärzte für Anästhesie angestellt und wer noch keinen Facharzt hat, ist gerade in dieser Ausbildung. Die Intensivstation hat 10 Betten, davon sind 4 Beatmungsplätze.

zurück nach oben

Unterkunft

Die Klinik hat ein Gästehaus. Während meiner Zeit hat eine Krankenschwester aus Frankreich ein Praktikum im OP gemacht. Sie war dort untergebracht. Auch sonst sind immer wieder ausländische Studenten in der Orthopädie tätig.

Auf Nachfrage ist es vielleicht möglich, dort ein Zimmer zu bekommen. Ich weiß aber nicht zu welchem Preis.


Anästhesie

Am 09.08.04 sollte ich um 7.00 Uhr zum Morgenrapport im Besprechungszimmer sein. Hier wurde mir das gesamte ärztliche Team vorgestellt. Mir wurde ein Mentor zugeteilt, welcher für mich Ansprechpartner im OP war. Nach der Morgenbesprechung ging es in den OP. Hier wurde ich den Schwestern der Anästhesie vorgestellt, damit auch sie mich einordnen konnten.

Am ersten Tag konnte ich mich erst einmal mit der Umgebung und mit den einzelnen Narkosegeräten vertraut machen. Hier kamen mir meine Intensiverfahrungen sehr zu Gute, da ich auf der „Evita“ (Beatmungsgerät von Siemens) gelernt hatte, und alle Narkosegeräte von Siemens waren und es somit viele Parallelen gab.

Erstes Lernziel waren die Narkoseeinleitungen. Wann wird was, warum, wie viel gegeben? Worauf muss man beim Intubieren achten? Am zweiten Tag ging es dann auch gleich richtig los. Da habe ich die ersten Einleitungen unter Anleitung durchgeführt. Da es fünf aseptische Säle gibt, konnte ich dies auch viel üben. Die Schwestern haben mir teilweise Bescheid gesagt, wenn Patienten eingeschleust wurden, so dass ich die Braunülen legen konnte.

In der ersten Woche war mein Schwerpunkt Narkoseeinleitung, ab der zweiten Woche lernte ich mehr über die Narkoseüberwachung bzw. -führung und über Narkoseausleitung. Während der Narkoseüberwachung erklärten mir die jeweiligen Ärzte sehr viel. Wir haben die verschiedenen Narkosearten durchgesprochen (Kombinationsnarkose, TIVA, Intravenöse Regionalänasthesie, Plexusanästhesie, Spinal-, Peridualanästhesie, Lokalanästhesie) und während meines Einsatzes habe ich auch alle gesehen und teilweise selbst durchgeführt. Wir haben verschiedene Narkosezwischenfälle besprochen und was dann zu tun ist. Die Ärzte waren sehr motiviert und haben mir sehr viel gezeigt und mich sehr gut angeleitet. Ich konnte sehr viele Braunülen und Magensonden legen und habe oft intubiert oder Larynxmasken gelegt.

In ruhigeren Zeiten habe ich mir den Larsen „Anästhesie“ (Lehrbuch der Anästhesie - steht griffbereit fürs Personal im Aufwachraum) genommen und viel nachgelesen. Mein Mentor hat nach meinen Zielen gefragt, mich diesbezüglich gefördert und herausgefordert, und er hat dafür gesorgt, dass ich alles umsetzen konnte. Somit hat jeder selbst in der Hand, wie viel er lernen möchte.

Was mir auch gut gefallen hat, vom Patientenklientel war alles von 0 - ... Jahren vorhanden.

zurück nach oben

Intensiv

Ab der vierten Woche war ich teilweise auf Intensiv. Ich wollte die Intensivstation mal von der ärztlichen Seite kennen lernen, die pflegerische Seite war mir von meiner Schwesternzeit bekannt.

Nach dem Morgenrapport ging es jetzt auf die Intensivstation. Hier sind wir zuerst noch einmal mit dem Dienst habenden Arzt der letzten Nacht über Station gegangen und haben uns die einzelnen Patienten angesehen. Danach kam die große Visite mit den Orthopäden. Nach der Visite wurden die neuen Therapien für die Patienten geschrieben. Hier wurden mir auch Patienten zugeteilt. Ich schaute mir die Patienten an, untersuchte sie, fragte wie es ihnen ging und schrieb ihre Therapien für den Tag. Natürlich habe ich die stabilsten Patienten, welche oft am selben Tag verlegt werden konnten, bearbeitet. Danach bin ich alle Dinge mit dem jeweiligen Doktor durchgegangen und er hat ergänzt, was ich vergessen habe und hat seinen endgültigen Segen für die Therapie gegeben.

Meistens waren wir gegen 11.00 Uhr damit fertig. Da kamen dann auch schon die ersten Patienten zum Aufklärungsgespräch für die Narkose für den nächsten Tag. Bei einigen Gesprächen war ich mit dabei. Ansonsten bin ich nach dem Therapienschreiben immer wieder in den OP gegangen und habe dort mitgearbeitet.

zurück nach oben

Fazit

Ich bin sehr froh, dass ich in Schlierbach in der Anästhesie famuliert habe. Ich habe sehr viel gelernt, mir hat es total gut gefallen. Nach den fünf Wochen ist es mir echt schwer gefallen, dort wieder aufzuhören.

Ich habe mich sehr gut mit den Ärzten und den Schwestern verstanden. Ich könnte mir sehr gut vorstellen, später mal dort zu arbeiten. Mein drittes PJ-Tertial werde ich wahrscheinlich auch in der Anästhesie machen, leider geht dies nicht in Schlierbach.

zurück nach oben

Q., C.
Heidelberg, März 2005
News-Alarm