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Chirurgie, Universitätsklinikum Würzburg, Bayern
(Eine Famulatur im "Zentrum für operative Medizin", 28.02. - 30.03.2005)

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Warum eine so frühe Famulatur?
Bewerbung
Die Famulatur
Wohnmöglichkeiten
Mein Fazit

Warum eine so frühe Famulatur?

Nach Bestehen meines Physikums im Sommer 2004 beschloss ich, sofort in den darauf folgenden Semesterferien meine erste Famulatur zu absolvieren. Klar war für mich, dass ich auf jeden Fall in den zwei großen klinischen Fächern Innere und Chirurgie famulieren wollte.

Da ich in Würzburg studiere und vor einem Jahr die Chirurgie in ein nagelneues Gebäude umgezogen war, beschloss ich im sog. „ZOM“ (Zentrum für Operative Medizin) der Universität wegen einer Famulatur anzufragen. Besonders neugierig hatten mich die Erzählungen von anderen Kommilitonen über die moderne und schöne Aufmachung der Klinik und über die neueste Technik, mit der die Operationssäle und Untersuchungsräume ausgestattet wurden, gemacht.

Außerdem hatte ich für die kommenden Semesterferien einen Famulaturplatz in der Schweiz, und um dort nicht völlig ahnungslos anzukommen, wollte ich die erste Famulatur in Deutschland machen, um ein paar „basics“ zu lernen.

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Bewerbung

Ich habe mich persönlich bei der Sekretärin des Direktorats vorgestellt und wollte eigentlich, da ich recht spät dran war, nur anfragen, ob es noch Plätze gäbe. Zufällig war der Klinikdirektor, Prof. Thiede, persönlich anwesend und bot mir sofort, ohne weitere Bewerbung, einen Platz an.


Die Famulatur

So arbeitete ich im März 2005 auf der Station „Intermediate Care“ (IMC) mit, die eine Mischung zwischen Normalstation und Intensivstation ist. Auf diese Station kommen vor allem Patienten mit Komplikationen, mit vielen Nebendiagnosen oder stark verwirrte Patienten, die besonderer Aufsicht bedürfen.

Anfangs war ich leicht enttäuscht, dass ich nicht auf der Normalstation war und den „normalen chirurgischen Alltag“, wie ich ihn mir vorgestellt hatte, erleben konnte. Bald aber sah ich viele Vorteile darin, auf dieser Station mitarbeiten zu können. Zum einen hatte ich so die Möglichkeit, viele verschiedene Krankheitsbilder kennen zu lernen, da wir Patienten von fast allen chirurgischen Stationen, z.B. Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie... bei uns zur Überwachung hatten. Zudem waren die Stationsärzte nicht ständig im OP, so dass immer jemand auf Station war, der sich Zeit für mich nahm.

Auch die Schwestern waren ziemlich fit und konnten mir bei einigem helfen. Das Verhältnis zwischen Schwestern und Ärzten war ebenfalls ziemlich gut. Dies war für mich, um aus der Erfahrung in meinen Pflegepraktika zu sprechen, eher ungewohnt. Wenn mal wenig zu tun war, nahmen sich die Ärzte die Zeit, mit mir Röntgenbilder durchzusehen oder bestimmte Krankheitsbilder durchzusprechen. An Stationsarbeit fiel für mich natürlich das tägliche Blutabnehmen, aber auch mal einen ZVK legen etc., an. In die Visiten wurde ich immer integriert. Es wurde viel erklärt und Fragen waren immer willkommen.

In den OP kam ich aber trotzdem fast täglich, da unser Oberarzt, auch wenn von unserer Station aus selbst nicht viel operiert wurde, ständig für andere Stationen im Einsatz war. So kam ich in den üblichen Genuss des Hakenhaltens, durfte aber auch mal eine Naht und andere kleine Dinge machen. Die Stimmung im OP war immer sehr nett, alle Fragen wurden mir geduldig beantwortet. Allerdings wurden mir des öfteren auch mal Fragen gestellt, bei denen ich doch merken musste, dass meine anatomischen Kenntnisse mal wieder aufgefrischt werden sollten... Also vielleicht doch noch mal einen Blick in den Atlas werfen! Wer wollte, der konnte an den PJ- Fortbildungen teilnehmen und so noch mal Nahttechniken oder bestimmte Untersuchungsmethoden lernen.

Wenn etwas Interessantes stattfand, wurde ich, besonders von unseren jüngeren Stationsärzten, dazugerufen. So kam ich dazu, mal eine Explantation mitzuerleben, die frühmorgens stattfand und für die extra in der Nacht Chirurgen aus ganz Deutschland angereist waren.

Was ich außerdem lernte, und dies hat vor allem die Art der Station mit sich gebracht, war der Umgang mit dem Tod. So direkt war ich damit noch nicht in Berührung gekommen, und anfangs nagte es ziemlich an mir, wenn ein Patient verstarb. Über dieses Thema konnte ich sehr gut mit den Ärzten reden, die mir den Umgang damit auch erleichterten. Was ich dabei auch lernte, war, wie man Gespräche mit den Angehörigen in solchen Situationen führt.

Generell war mir freigestellt, alles anzusehen, was ich wollte. So habe ich auch mal in der Ambulanz mitgeholfen oder mich in der Endoskopie umgesehen, mir das neueste CT-Gerät erklären lassen usw.

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Wohnmöglichkeiten

Wenn jemand Interesse hat, aber nicht aus Würzburg kommt: Es gibt um die Ecke vom ZOM ein großes Studentenwohnheim, das Studentenwohnheim am Straubmühlweg, in dem viele Medizinstudenten wohnen, die in den Semesterferien nicht da sind. Ich denke, dass man gute Chancen hat, jemanden zu finden, der sein Zimmer zwischen vermieten würde. Ansonsten hängen in der Mensa immer sehr viele Angebote zur Zwischenmiete. Ob das ZOM selber Unterkünfte anbietet, weiß ich leider nicht.

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Mein Fazit

Außer den Dingen, die ich lernen und sehen durfte, hat mir besonders die gute Atmosphäre in der Klinik gefallen als auch die Freundlichkeit und das Interesse, die mir als Student entgegengebracht wurden - auch von den Chefärzten.

Ich kann also eine Famulatur im ZOM nur empfehlen. Ich könnte es mir gut vorstellen, noch eine Famulatur oder einen Teil meines PJ dort zu machen. Von anderen Studenten, die auf den anderen Stationen waren, habe ich auch nur Positives gehört.

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H., E.
Würzburg, November 2005
News-Alarm