Wahl des Krankenhauses
Arbeit und Aufgaben - Gynäkologie
Arbeit und Aufgaben - Geburtshilfe
Mein Fazit
Wahl des Krankenhauses Ubbo-Emmius-Klinik Aurich |
| Meine Famulatur in der Gynäkologie in Aurich habe ich gemacht, da das Krankenhaus in der Nähe meiner Eltern liegt und ich mich sehr für Gynäkologie interessiere. Es ist jedoch auch für Bewerber aus ganz Deutschland sehr geeignet.
Aurich ist eine Kleinstadt mit sehr schöner Innenstadt und auch vielen Freizeitangeboten wie Kino, Bowling, Kneipen und ist besonders im Sommer für Wassersportfans zu empfehlen. Am nahe gelegenen großen Meer ist Surfen möglich und die Nordsee ist auch nicht weit entfernt. Mir gefällt es natürlich, denn es ist meine Heimat.
Arbeit und Aufgaben - GynäkologieDie Ubbo-Emmius-Klinik ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover und so war zu Anfang meiner Famulatur auch noch eine weitere Famulantin mit mir in der Gynäkologie.
Zu Beginn wurde ich für eineinhalb Wochen der Normalstation zugeteilt. Um 7.15 Uhr begann der Tag mit einer Übergabe, an der alle Gynäkologen teilnahmen. Anschließend ging ich mit der Stationsärztin und dem Oberarzt zur Visite, bei der auch ich gleich die Aufgaben erfuhr, die ich im Laufe des Vormittags zu erledigen hatte. Zu meinen Aufgaben zählten Blutentnahmen, Braunülen legen, Verbandswechsel, Redons und Drainagen entfernen und Fäden ziehen. Die Patientinnen auf der Station waren zuvor meist operiert worden - Brustamputationen, Uterusentfernungen, Brustvergrößerung und -verkleinerung, Bauchdeckenstraffungen, Wiederherstellungsplastiken(Latissimus dorsi Plastiken) usw.
Nachdem ich meine Arbeiten erledigt hatte, ging ich meist mit einer Ärztin mit zu den Aufnahmegesprächen / Aufklärungsgesprächen für die Patientinnen, die in den folgenden Tagen operiert werden sollten. Diese durfte ich auch selber durchführen und dabei lernte man selber die Operationsvorgänge und Nebenwirkungen kennen und zudem die Art, es den Patienten verständlich zu machen. Anschließend erfolgte dann ferner eine körperliche Untersuchung mit Ultraschall, bei der ich anfangs zusah, sie dann aber schließlich selbstständig durchführen konnte, ebenso wie vaginale Untersuchungen, die mir von den Ärzten immer auch vorher erklärt wurden, worauf ich besonders zu achten hätte.
Bei den Operationen war ich fast täglich eingeteilt, so dass ich immer ein paar Stunden am Tag im OP assistiert habe. Ich wurde dort auch von den OP- Schwestern und Pflegern sehr nett aufgenommen und über die Regeln im OP und das Anziehen der Kittel und Handschuhe informiert. Bei den OPs war ich meist erste oder bei größeren OPs zweite Assistenz. Die OPs wurden mir vom Operateur vorher erklärt und auf Fragen meinerseits wurde jederzeit freundlich geantwortet. Natürlich gehört das Hakenhalten auch dazu, aber dies war sehr gut zu ertragen, so dass die OPs sehr lehrreich waren. Da zudem sehr viele unterschiedliche Operationen stattfanden, wurde es nicht langweilig. In dieser Klinik fanden fast täglich plastische Operationen statt, was nicht in jeder Gynäkologie so ist, z.B. Bauchdeckenstraffungen, Brustverkleinerungen und -vergrößerungen.
Die Assistenzärzte aßen mittags meist zusammen, entweder in der Kantine, in der das Essen für Studenten umsonst ist oder auch im „Adlerhorst“, dem Zimmer für die Assistenten.
Arbeit und Aufgaben - GeburtshilfeDie weiteren drei Wochen verbrachte ich dann im Kreissaal und auf der Geburtenstation, was wirklich total super war. Im Jahr gibt es hier ca.1500 Geburten. Nach der Stationsübergabe, ging ich dann mit der für den Kreissaal zuständigen Ärztin mit und wir bekamen eine Kreissaalübergabe.
Zuerst wurden dann die sich im Kreissaal befindenden Frauen untersucht, was ich ebenfalls mitmachen durfte. Anschließend kam die Visite auf der Geburtenstation, bei der ich die Untersuchungen der Kaiserschnittpatientinnen übernahm und auch nach sehr guter Anweisung die Abschlussuntersuchungen der Patientinnen durchführte und nur zum Ultraschall die Ärztin mit dazu rief, um mit draufzuschauen.
Zwischenzeitlich wurden wir auch in die Ambulanz gerufen, um Patientinnen dort aufzunehmen. Dort erfolgte dann immer ein großer Ultraschall mit Doppler, wobei mir die Ärztin immer alles erklärte. Ich selber durfte dann auch oft noch einmal sonographieren zum Üben und die Patientinnen hatten auch nie etwas dagegen. Zwischenzeitlich wurde ich dann auch zu OP Assistenzen gerufen.
Wenn Geburten anstanden, durfte ich mit in den Kreissaal, die Hebammen hatten nichts dagegen und erklärten auch jederzeit gerne etwas, so dass ich dann mal einen Tag mit den Hebammen im Kreissaal blieb, um die Geburten nicht erst in der Schlussphase mitzuerleben, sondern auch von Beginn an. Das war wirklich sehr spannend.
Wenn die Kinderärzte zur U2 kamen, habe ich zugesehen und durfte die Kinder auch selber unter Anleitung untersuchen. Wenn es gerade mal nichts für mich zu tun gab, da die Ärzte alle mit Briefe schreiben beschäftigt waren, dann habe ich bei ihnen gesessen und sie haben mir CTG lesen beigebracht oder auch Nahttechniken und chirurgische Knoten, oder auch Geburtsszenarien am Phantom durchgespielt.
Die Arbeit hat mir sehr großen Spaß gemacht, da auch das Team total nett war und ich wirklich viel lernen konnte. Wer sich besonders für gynäkologische Urologie interessiert, der kann dies ebenfalls erleben. Ansonsten gibt es noch ein Brustzentrum am Krankenhaus. Jeden Donnerstagmorgen begann der Dienst schon um 7.00Uhr, da dann die Krebspatientinnen in einer großen Morgenbesprechung interdisziplinär mit Pathologen und Radiologen zusammen durchgesprochen wurden.
Mein Arbeitstag endete dann immer mit der Dienstübergabe um ca.15.30 Uhr und dauerte bis maximal 16.15 Uhr.
Mein FazitAlso, wer sich wagt, mal für ein paar Wochen in den hohen Norden nach Ostfriesland zu kommen und wirklich etwas lernen will, der sollte sich in Aurich bewerben.
Das Krankenhaus liegt ziemlich zentral und ich denke ein Zimmer im Schwesternwohnheim nebenan ist auch kein Problem. Mittagessen gibt es auf jeden Fall umsonst, das Zimmer sicher auch. Nur eine weiße Hose und weiße Kittel solltet Ihr selber mitbringen. Viel Spaß!
C., T.
Hannover, Mai 2006 |