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Innere Medizin, Kreiskliniken Altötting-Burghausen, Altötting, Bayern
(Viel gesehen und gelernt bei freundlicher Arbeitsatmosphäre, 13.03. - 12.04.2006)

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Beweggründe und Ziele
Bewerbung und Vorbereitung
Meine Arbeit auf der Station
Ein sehr positives Fazit

Beweggründe und Ziele

Während des ersten klinischen Semesters entschloss ich mich, in der kommenden vorlesungsfreien Zeit meine erste Famulatur zu machen, was folgende Gründe hatte:

Ich wollte

  • endlich die „richtige“ Praxis eines Stationsarztes kennen lernen
  • grundlegende Fähigkeiten wie Anamnese und körperliche Untersuchung lernen
  • herausfinden, wie sich Universitätsklinik und Kreiskrankenhaus unterscheiden und was mir besser gefällt bzw. wo ich später lieber arbeiten möchte
  • außerdem damit anfangen, in die einzelnen Fachgebiete hineinzuschnuppern, um das für mich später in Frage kommende herauszufinden
  • die nötige Übung im Umgang mit Patienten, Ärzten, Schwester/Pflegern usw. bekommen, da ich zwei Auslandssemester in der Schweiz mache.
Ich studiere an der Charité - Universitätsmedizin in Berlin, komme aber aus Bayern und hatte mich deshalb entschlossen, im Kreiskrankenhaus meines Heimatlandkreises zu famulieren. Meine Wahl fiel auf die Abteilung Innere Medizin, da ich dachte, dass es als Grundlagenfach ein großes Spektrum an Patienten abdeckt und ich hier Anamnese und körperliche Untersuchung am Besten erlernen kann.

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Bewerbung und Vorbereitung

Ich rief ca. 10 Wochen vor Semester Ende im zuständigen Sekretariat an und bekam die Auskunft, dass ich eine Bewerbung mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnissen schicken sollte, was ich auch umgehend tat. Zwei Wochen später bekam ich eine sehr persönliche Antwort vom Chefarzt der Abteilung Innere Medizin - mit dem Versprechen einer gut strukturierten und persönlich betreuten Famulatur. Diese freundliche und vor allem persönliche Antwort hat mich angenehm überrascht und ich fühlte mich sofort gut aufgehoben.

Kurz vor dem ersten Tag rief ich noch einmal kurz dort an, um zu bestätigen, dass ich komme und um nachzufragen, was ich alles mitbringen solle. Da Kleidung gestellt und Mittagessen in der Kantine eingenommen wurde, brauchte ich nichts mehr außer meinem Stethoskop, Lämpchen, Reflexhammer usw.

Extra vorbereitet hatte ich mich auf meine Famulatur nicht. Ich vertraute auf die Kenntnisse des Untersuchungskurses und lieh mir den „Herold“ aus, um im Zweifelsfalle etwas nachlesen zu können.

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Meine Arbeit auf der Station

Am ersten Tag wurde ich vom Oberarzt der Kardiologie, die ja zur Inneren gehört, abgeholt und er brachte mich erstmal auf die Station und stellte mich dem Team der Assistenzärztinnen und Assistenzärzte vor. Eine junge Assistenzärztin nahm sich meiner sofort an und begleitete mich zunächst durch die nötigen Formalitäten und zeigte mir auf diesem Weg auch gleich das Krankenhaus mit den verschiedenen Abteilungen, Funktionsdiagnostik und schließlich die Station, auf der ich arbeiten sollte. Außerdem erzählte sie mir, wie mein Tag ablaufen würde und was es so alles zu tun gibt in der Kardiologie.

Alle Assistenzärztinnen und Assistenzärzte, mit denen ich hauptsächlich den Tag verbrachte, waren unglaublich nett zu mir und rieten mir, viele Fragen zu stellen und möglichst viel selber zu tun.

Als Famulantin begann mein Arbeitstag mit der morgendlichen Runde des Blutabnehmens. Danach ging ich mit den Ärzten und einmal pro Woche auch mit dem Oberarzt gemeinsam zur Visite. Vor den Zimmern wurden die einzelnen Diagnosen und Maßnahmen der jeweiligen Patienten noch einmal kurz besprochen und aktuelle Befunde herausgesucht usw. Ich konnte jederzeit Fragen zu den Krankheiten, Pathomechanismen, Untersuchungen, Verlauf, Medikation und Therapie stellen. Alle meine Fragen wurden mit einer Engelsgeduld beantwortet und ich lernte wirklich viel hierbei. Direkt am Patienten ließen mich die Ärzte neben vielen anderen Dingen z.B. Herz und Lunge abhören und wiesen mich auf pathologische Geräusche hin.

Nach der Visite ging es los mit der Aufnahme der Patienten. Dies durfte ich, nachdem ich einige Male zugesehen und geholfen hatte, schon bald alleine machen. Die von mir aufgenommenen Patienten stellte ich dann dem zuständigen Assistenzarzt vor und wir besprachen gemeinsam das weitere Vorgehen. Dabei sollte ich immer selber überlegen, welche Diagnose ich stellen würde, welche Untersuchungen angeordnet werden sollten und wie die weitere Therapie aussehen könnte.

Mittags fand immer eine Röntgenbesprechung statt, in der alle neuen Röntgenbilder aller Patienten der Inneren Abteilung vorgestellt und besprochen wurden. So lernte ich während meiner Famulatur gleich auch noch, Röntgenbilder zu befunden.

Das Mittagessen nahmen alle Ärzte in der Kantine ein, was die freundliche Atmosphäre sehr förderte. Das Essen war für Famuli und Praktikanten sogar umsonst! Generell war auf der Station unter den Ärzten und zwischen Ärzten und Pflegepersonal ein sehr freundlicher und konstruktiver Umgang, was eine extrem harmonische Arbeitsatmosphäre schaffte.

Der Nachmittag war ausgefüllt mit der weiteren Aufnahme von Patienten und der so genannten Kurvenvisitive. Dabei wird jede Patientenkurve noch einmal durchgearbeitet, neue Befunde werden begutachtet und die Diagnose u./o. Therapie angepasst. Auch hierbei durfte ich selber Überlegungen anstellen und z.B. EKGs, Blutbilder u.ä. befunden. Ich war also rundum in die ärztliche Stationstätigkeit integriert. Zum ersten Mal fühlte ich mich auch als Studentin richtig ernst genommen und respektiert.

In der nachmittäglichen Besprechung wurden alle neu aufgenommenen Patienten den anderen Kolleginnen und Kollegen vorgestellt, gelegentlich auch unklare Befunde gemeinsam besprochen und das weitere Vorgehen bei einzelnen Patienten diskutiert.

Da in den einzelnen Stationen, die alle zur Abteilung Innere gehören (Kardiologie, Gastroenterologie, Hämatologie/Onkologie, Intensivstation, Dialysestation usw.) insgesamt nur zwei Famuli waren, konnte ich mir sehr viel ansehen. Neben meiner Tätigkeit in der Kardiologie und einigen Tagen, die ich auf der Intensivstation verbrachte, war ich auch eine Woche in der Funktionsdiagnostik. Hier werden alle EKGs/Langzeit- EKGs geschrieben, Belastungs- EKGs und Echokardiogramme durchgeführt; hierzu gehört auch die Endoskopie und das Herzkatheterlabor.

Überall durfte ich zusehen und teilweise auch selber Hand anlegen. So habe ich sogar einige Oberbauch- und Pleurasonographien unter Anleitung selber durchgeführt, bei den Ergometrien und Punktionen assistiert und viele EKGs selber befundet. Dies hat nicht nur sehr, sehr viel Spaß gemacht, sondern ich habe hierbei auch wesentlich mehr gelernt als aus jedem Lehrbuch. Es ist einfach etwas anderes, wenn man den Schallkopf selber in der Hand hält oder ein „echtes Herzinfarkt- EKG“ vor sich hat, als wenn man das entsprechende Kapitel im Lehrbuch durchliest.

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Ein sehr positives Fazit

Meine Entscheidung, in einem kleineren Krankenhaus zu famulieren, war goldrichtig. Meine Vorstellung, dass sich hier die Ärzte einfach mehr Zeit für Famuli nehmen (können) und man viel selber tun darf, haben sich voll erfüllt.

Jeder sollte sich vorher überlegen, was er/sie genau in der Famulatur sehen und lernen möchte, denn nur so können Ziel und Vorstellungen erfüllt werden. Ich kann jedem nur raten, möglichst viel selber zu tun und viele, viele Fragen zu stellen. Je mehr man selbst getan hat, desto mehr lernt man.

Meine erste Famulatur hat mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich habe sehr, sehr viel gesehen und gelernt. Ich könnte mir gut vorstellen, später an diesem Krankenhaus zu arbeiten, weil es neben einem breiten medizinischen Spektrum eine freundliche und kollegiale Arbeitsatmosphäre bietet.

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F., G.
Berlin, Juli 2006
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