Regensburg
Bewerbung
Ablauf der Famulatur
Freizeit in Regensburg
Fazit
Regensburg Regensburg - Steinerne Brücke |
| Regensburg liegt im Osten Bayerns und ist die Hauptstadt des Bezirks Oberpfalz (nicht zu verwechseln mit der Pfalz in Rheinland-Pfalz). Die Stadt hat ungefähr 150.000 Einwohner, eine Universität mit allen Fachbereichen einer klassischen Universität, eine Fachhochschule und einige große Industrieunternehmen wie BMW (1er und 3er werden hier gebaut) und Siemens VDO. Durch die Stadt fließt die Donau, was im Herbst und Winter leider auch zu den oft durch die Stadt wabernden Nebelbänken führt.
Regensburg hat die einzige voll erhaltene mittelalterliche Altstadt in Süddeutschland, mit der es sich derzeit bei der UNESCO um die Aufnahme in das Weltkulturerbe der Menschheit bemüht. Eine besondere Sehenswürdigkeit der Stadt ist die mittelalterliche Steinerne Brücke, die auch das Wappen der Universität darstellt.
BewerbungDie Bewerbung war denkbar einfach. Einfach eine Email an die Adresse von Prof. Feuerbach mit einer netten Frage, ob man denn famulieren könnte und den Daten, wann man Zeit hätte. Innerhalb von 24h (!) hatte ich die positive Antwort. So einfach geht das!
Da ich in Regensburg studiere, war für mich die Unterkunft kein Problem. Für externe Famuli sollten sich aber auch Möglichkeiten der Unterkunft ergeben, so z.B. im Wohnheim des Bezirkskrankenhauses (gehört als Neurologische bzw. Psychiatrische Klinik zur Universität). Vielleicht könnte man hier auch den lokalen dfa bzw. deren Nachfolgeorganisation um Unterstützung bitten. Preislich dürfte sich die Unterkunft so ungefähr bei 200 Euro pro Monat bewegen.
Ablauf der Famulatur Universitätsklinikum Regensburg |
| Warum soll man also an einer Uniklinik famulieren? Das kennt man doch schon, keiner hat Zeit, alle klagen über ihre geringe Bezahlung und am Schluss hätte man sich die ganze Sache auch sparen können und wäre lieber einem schönen und einträglichen Ferienjob nachgegangen.
Aber anders in der Radiologie von Prof. Feuerbach: Am ersten Tag wurde ich bei der Morgenbesprechung einem jungen Radiologen zugeteilt, mit dem ich die erste Woche in der sog. Befundungszone konventionelle Röntgenbilder befundete. Ein wirklich guter Einstieg insbesondere für mich, da meine Kenntnisse der Radiologie wirklich sehr basal waren. Danach kann man mit dem zuständigen Oberarzt einfach ausmachen, welche Bereiche einen noch interessieren würden. Zur Auswahl würden z.B. MRT, CT, Angio stehen.
Auch am ersten Tag kümmert man sich um etwas weiße Kleidung von der Wäschestelle - alle Regensburger Studenten haben einen eigenen Spind und Wäsche vom Haus! - und die Kantinenkarte. Die Preise dort in der Kantine bewegen sich zwischen 2,50 und 3,50 Euro für das Hauptgericht. Mit dieser Karte kann man auch den Angestelltenparkplatz - leider etwas weit vom Hauptgebäude entfernt - kostenlos benutzen.
Die Betriebsatmosphäre bei Prof. Feuerbach ist sehr kollegial. Der Chef erklärt auch den (zuerst noch) unwissenden Studenten gerne etwas und gibt sich gerne freundschaftlich-locker. In die verschiedenen Demos für die Fachabteilungen kann man mit den Oberärzten auch gerne mitgehen. Insbesondere wenn man sich mit den Demonstrierenden vorher die Bilder angeschaut hat, kann dies sehr lehrreich sein - und man merkt, dass die Herren Doktoren aus den anderen Abteilungen auch nur mit Wasser kochen, zumindest was die Radiologie angeht!
Doch nun zurück zum Arbeitsalltag: Während der Zeit in der konventionellen Befundung hat man auch oft die Gelegenheit, insbesondere die Patienten in der Notaufnahme, klinisch zu untersuchen. Man bekommt den Röntgenschein auf den Tisch, schaut sich kurz das Bild an, geht dann zwei Räume weiter in die Notaufnahme, untersucht den Patienten und ist doch erstaunt, wie viel mehr man plötzlich auf den Röntgenbildern sieht! Auch die unterschiedlichen Herangehensweisen an ein Röntgenbild zwischen Chirurg und Radiologe sind nicht ganz uninteressant.
Für mich ging es dann in der zweiten Woche weiter in die CT-Befundung, da ich dieses für alle ärztlichen Fachgebiete enorm wichtige Medium genauer kennen lernen wollte. Zuerst fiel mir hier schon die richtige Sicht auf die Dinge - im wahrsten Sinne des Wortes - schwer. Doch nach einer gewissen Zeit gewöhnt man sich an die CT-Darstellungsweise und kann zumindest die Anatomie sicher zuordnen. Auch die einfachen pathologischen Phänome sieht man mit der Zeit, ob dies aber für die Ewigkeit im chronisch siebartigen studentischen Gehirn hängen bleibt, da habe ich meine Zweifel.
In der Vorbereitung kann man auch seine Fähigkeiten in den kleinen praktischen „skills“ wie Venflons legen etc. vervollkommnen.
15 Tage sind nun keine wirklich lange Zeit. Einigen der Ärzte erschien die Zeit reichlich kurz. Meiner Meinung nach bieten sie jedoch einen guten Einblick in die Tätigkeiten der Radiologen, die auch, wenn man nicht plant, seine zukünftige Berufszeit in eher dunklen Gefilden zuzubringen, sicher Sinn machen. Viele Probleme und Reibereien mit „der Röntgenabteilung“ könnten so vermieden werden.
Freizeit in RegensburgAls Student hier kann ich über Regensburg - insbesondere im Sommer - nur Gutes berichten. Man hat in der Altstadt eine Unzahl an Kneipen, aus der man wählen kann, das Angebot an Kinos ist gut. Altstadtkinos und „Regina“ als klassische, dazu die Kinos im „Leeren Beutel“ und im „Andreasstadl“ mit eher ausgefallenem Programm und das „CINEMAXX“ kennt man ja. Auch ins Theater, z.B. das „Stadttheater“ mit verschiedenen Spielorten oder auch das „Turmtheater“, kann man gehen. Sportlich hat man in der Nähe der „Barmherzigen Brüder“ das Westbad als größtes der Regensburger Hallenbäder, die Donau ist ein netter Platz zum Laufen und Radfahren, auch Grillen kann man dort gut.
Wer im Winter in die Oberpfalz kommt und gerne Ski fährt, der kann dieser Leidenschaft in den Skigebieten des Bayerischen Waldes (z.B. „Arber“) frönen. Falls einem diese Gebiete etwas zu „flachländerisch“ vorkommen, kann man auch in wenigen Stunden in die Alpen fahren.
Als Ziele fürs Wochenende bieten sich München und Salzburg an, beide mit dem preiswerten Bayernticket von Regensburg aus zu erreichen (München direkt in 90 Minuten, Salzburg in 160 Minuten mit Umsteigen in Landshut).
FazitEs kann sich auch an einer Uniklinik lohnen zu famulieren, insbesondere, wenn sich die Ärzte und auch der Chef Mühe geben wie in der Regensburger Radiologie bei Prof. Feuerbach. Leider wird die gute Stimmung oft durch den Personalmangel getrübt, denn wenn „die Schütte“ (mit Röntgenscheinen) voll ist, fällt der Unterricht naturgemäß mager aus.
Trotzdem möchte ich jedem Medizinstudenten empfehlen, sich einmal in eine radiologische Abteilung zu wagen. Man sieht danach die Dinge mit anderen Augen!
H., C.
Regensburg, März 2006 |