Das Universitätsklinikum
Vorbereitung und Bewerbung
Warum dieses Klinikum, diese Station/Abteilung?
Meine Arbeit auf der Station
Mein Fazit
Das UniversitätsklinikumDie gesamte Universität befindet sich an vier Standorten in Berlin und ist riesig. Die Station 104i Kardiologie/Intensiv, auf der ich einen Monat des Krankenpflegepraktikums absolviert habe, ist in Berlin Mitte (Charité Campus Mitte, kurz: CCM), der ursprünglichen Charité, die mit den anderen drei Standorten bzw. Campi (Virchow-Klinikum, Benjamin-Franklin-Klinikum und Buch) zusammengelegt worden ist zur „Charité - Universitätsmedizin Berlin“.
Vorbereitung und BewerbungMeine Bewerbung um ein Krankenpflegepraktikum an der Charité – Universitätsmedizin Berlin lief wirklich sehr einfach ab. Ich hatte mich per Brief bei der an der Pflegedirektion zuständigen Ansprechperson direkt am Anfang der Semesterferien vorher beworben, also mit einem Vorlauf von ca. einem halben Jahr. So sind dann die Chancen am größten, dass man auch die Station erhält, die man gerne möchte.
Die Bewerbung besteht aus einem Anschreiben mit Foto an die zuständige Ansprechperson der Pflegedirektion, in dem man seinen Stations-Wunsch eventuell auch begründet, und einem tabellarischem Lebenslauf. Wer schon immatrikuliert ist, kann die Imma dazulegen. Wenn auf der gewünschten Station nichts mehr frei ist, wird man anderweitig zugeteilt.
Vor dem Abschluss des Praktikums-Vertrages muss man sich noch vom Arbeitsmedizinischen Dienst auf ansteckende Krankheiten und körperliche Tauglichkeit untersuchen lassen. Dies steht aber alles genau in der Antwort, die man von der Pflegedienstleitung erhält.
Warum dieses Klinikum, diese Station/Abteilung?Ich hatte mich für dieses Klinikum entschieden, weil ich an der dazugehörigen Universität studiere, und es außerdem fachlich einen guten Ruf hat. Da ich bei meinem ersten Krankenpflegepraktikum vor allem „geübt hatte, die Spülmaschine auszuräumen“, hatte ich einen von den netteren Ärzten um Rat gefragt, und dieser hatte mir daraufhin die Station 104i empfohlen. Seine Begründung: „Es gibt viel zu tun, also wird jede Hand gebraucht. Außerdem ist die Stimmung gut, die Chefärzte und der Klinikchef sind sehr aufgeschlossen und fragen ist erwünscht.“ Und dies stimmte!
Egal, ob die Station groß oder klein ist, wenn Ärzte und Schwestern auf einer Station gut zusammenarbeiten, anstatt zwei feindliche Lager zu bilden, kriegt man mehr von der Arbeit der Schwestern und der Ärzte mit (Visiten, Frühstückspausengespräche!!!). Bei guter Stimmung wird viel erklärt und gezeigt. Und wenn man sich nicht für manche scheinbar niedere Arbeit zu schade ist, bekommt man auch schnell interessante Aufgaben.
Ein wirklich fähiger Chef hat einfach die Souveränität allen, auch den Praktikanten etwas zu erklären - wenn die Zeit es zulässt. Dies ist auf dieser Station, auf der ich war, sehr der Fall. Wenn man z.B. zuviel putzt, heißt es: „Lass das, Du bist zum Lernen hier!“ Auch von den Schwestern und Pflegern! Wir haben zum Abschluss sogar einen kleinen Reha-Kurs erhalten.
Ein Praktikum auf dieser Station ist theoretisch immer interessant, aber mit Physiologie und Biochemie im Hinterkopf bekommt man unvergleichlich viel mehr mit. Zumindest Herz und Atmung sollte man in Physiologie - und Biochemie - unbedingt schon gehabt haben. Also besser etwas warten. Dann ist es richtig toll.
Meine Arbeit auf der StationEs geht morgens sehr früh los mit einer nur knappen Übergabe für alle Patienten. Danach werden die Patienten (2-3 pro Pfleger) verteilt und jeder Praktikant je einem Pfleger aufgehalst. Diesem geht man dann zur Hand. Ungefähr alle zwei Tage kommt man zu jemand anderem, der dann der Betreuer/die Betreuerin ist.
Über die zugeteilten Patienten erfolgt dann eine zweite, sehr detaillierte und interessante Übergabe. Außerdem ist man bei der Visite für diese Patienten dabei. Aufgaben sind, je nach Zustand des Patienten, Waschen, sonstige Körperpflege, Urin Beutel leeren, Betten, Windeln oder Schieber stecken, beim Umlagern helfen, Medikamente stellen helfen, beim Verbinden helfen, aber auch die Zimmer staub- und möglichst keimfrei halten (Intensivmedizin!), desinfizieren und was sonst so anfällt. Hinzu kommen allgemeine Arbeiten wie Schränke auffüllen, kleine Botengänge, steriles Tisch decken usw.
Es wird immer gern erklärt und man kann bei vielen Eingriffen dabei sein. Es gibt immer wieder dramatische Situationen, was nicht schön, aber lehrreich ist. Wenn Zeit dafür ist, kann man bei anderen Patienten (viel Ultraschall!) und Eingriffen auf der Station zugucken oder, falls es passt, zu Eingriffen außerhalb der Station mitgehen, z.B. einer Angiographie.
Mein FazitSelten so viel gelernt!
H., S.
Berlin, April 2005 |