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Neurochirurgie, Kardiologie und Gynäkologie / Geburtshilfe, Universitätsklinikum Benjamin Franklin, Berlin
(Mit Motivation und Enthusiasmus ins Praktikum, 01.12.2005 - 28.02.2006)

  Sie sind hier:
1. Station: Neurochirurgie
2. Station: Kardiologie
3. Station: Gynäkologie
Bewerbung
Fazit

1. Station: Neurochirurgie

Es war ein kalter düsterer Tag, morgens 6.30 Uhr am 1. Dezember zur „Übergabe“. Es begann der erste stationäre Tag auf der Neurochirurgie. Der Tag begann mit einer kurzen und präzisen Einweisung. Ich wurde einem Pfleger zugeteilt und schon begann die Pflege des Patienten. Die Pfleger und Schwestern sind zum sehr großen Teil immer aufmerksam und beim Kaffee kommt man sogar richtig nett ins Plaudern. Aber jetzt zur Arbeit…

Die Neurochirurgie ist eine rein chirurgische Station, d.h. es gibt nur Patienten die in jedem Fall operiert werden - außer Indikationen sprechen dagegen. So trifft man auf eine Vielzahl von Menschen mit Hirntumoren, Aneurysmen, Hypophysenadenome, Epilepsien, Querschnittslähmungen und natürlich ein Haufen an Bandscheibenvorfällen.

Sucht Euch ein Fach, was Spaß machen könnte, erkundigt Euch vorher, was Euch erwartet.
Wer ein Fachgebiet mit Interesse verfolgt, der hat auch die Motivation, die drei Monate des unentgeltliches Pflegepraktikum zu überstehen. Ich hatte drei Monate lang Frühschicht, nach eineinhalb Jahren frei nach dem Abi, eine harte Bewährungsprobe. Nachmittags bin ich grundsätzlich arbeiten gegangen und habe mir für die restlichen Dinge Zeit genommen. Ganz wichtig. Bis es nächsten Morgen wieder losging.

Den Stationsalltag werdet Ihr noch früh genug kennen lernen. Ich möchte Euch lieber von Dingen erzählen, die mir richtig Spaß gemacht haben und an die ich mich erinnere. Merkt Euch: Wie viel Ihr aus dem Praktikum mitnehmt, hängt von Eurer Motivation und dem gewissen Enthusiasmus viel zu lernen ab.

Also fragte ich öfter die Stationsleitung, ob ich mal bei Untersuchungen und OPs dabei sein dürfte. Das gehört aber nicht zwingend in das Praktikum, aber ich durfte. Also ab in die zentrale OP-Abteilung im 6. OG. Umgezogen. Und los in den Saal 13. Dort lag Patient X mit Vollnarkose auf dem OP-Tisch und wurde vom stationären Oberarzt gerade operiert. Er schneidet den Patienten X in Bauchlage im 3. LWS die Haut, Fettgewebe, Muskeln auf. Es riecht nach verbrannten Insekten (durch das Bipolar), eklig. Nach etwa zwei Stunden mit einem Röntgenmantel stehend, wird ein externer Fixateur externe in den Wirbel geschraubt und ständig durch einen U-Bogen geröntgt, ob er richtig platziert ist. Nach vier Stunden kann ich nicht mehr und verlasse den Saal und ziehe mich um. So sah mein erster OP aus. Nicht schlecht oder? Wartet ab!

Wieder zurück im stationären Alltag geht die Visite los. Es standen weitere Untersuchungen, wie EEG, CTs und MRTs an.

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2. Station: Kardiologie

Kaum umgeschaut, schon war ich auf meiner zweiten Station, der Kardiologie und Pulmologie.

Ein ganz anderer Schlag von Station, aber mindestens genauso spannend. Nach vier gesehenen neurochirurgischen OPs bin ich mit etwas viel Erwartungen in meine zweiten vier Wochen rein gegangen, aber dafür wurde ich mit sehr spannenden Untersuchungen nicht enttäuscht. Die Untersuchungen fanden in der Poliklinik im Mitteltrakt statt. Dort befanden sich Ruhe- EKG, TOE (auch Schluckecho genannt) und die Schrittmacherambulanz.

Noch ziemlich am Anfang durfte ich auch auf dieser Station in OPs. Was ich gesehen habe? Ein Herzkatheter mit einer sehr prägnanten Erklärung neben dem OP-Tisch. Ein Herzkatheter ist die häufigste OP auf einer kardiologischen Station. Einfach gesagt, der Arzt schaut, wenn die Anamnese daraufhin deutet, ob die Herzkranzgefäße optimal durchblutet sind, ob präventiv oder nach einem besagten Herzinfarkt. Die zweite OP war die Implantation eines 5-Mark großen Herzschrittmachers und die nötige Platzierung der Elektronen im Herzen. Nach einer bestimmten Zeit wurden künstliche Herzrhythmusstörungen ausgelöst und geschaut, ob der Schrittmacher ordentlich funktioniert.

Was war jetzt mit den spannenden Untersuchungen? Blutabnehmen ist neben Blutdruckmessen etc. Stationsalltag. Also habe ich nicht nur, wenn viel zu tun war, bei Patienten alleine Blutdruck, Puls, Temperatur und Blutzucker gemessen, sondern auch - unter Aufsicht eines PJ’lers - Blut abgenommen und drei- bis viermal EKGs geschrieben. Dann war ich sehr oft bei der Visite dabei und man fühlte sich damals wie ein Student im Klinischen. Herrlich.

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3. Station: Gynäkologie

Meine letzten vier Wochen habe ich auf der Gynäkologie und Onkologie verbracht. Wieso dort? Die Neonatologen dürfen keine Praktikanten nehmen. Also dorthin, wo der Student die Löwinnen trifft - in der Frauenklinik. Was dies heißt, erfahrt es selber!

Es stellte sich heraus, dass man als Pflegepraktikant nicht mit mehr Respekt behandelt werden kann und ich nie mehr OPs gesehen habe als dort. Ich habe die Anzahl vergessen, aber ich denke, es waren knapp zehn invasive OPs und 3-4 ambulante OPs. Einem Mann kommt der Fachbereich sehr fern und fremd vor, aber genau dies hat mich gereizt. Ich gab der Stationsleitung kurz Bescheid und schon verschwand ich in den OP-Trakt und kam erst nachmittags wieder raus.

Wusstet ihr, dass eine Gebärmutter einer gesunden Frau kleiner ist als die Handfläche derjenigen. Dies ist keine Faustformel, aber für mich nicht anders zu beschreiben. Ich war fasziniert, dass durch dieses „noch kleine“ Organ irgendwann meine Kinder geschützt und heranwachsen werden. Dies sah ich bei einer Hysterektomie (LAVH) durch die Vagina oder eine laparoskopische Hysterektomie (LASH). Bei dieser wird ein Laparoskop (Kamera in einem Stahlrohr) durch den Bauchnabel in den Abdomen gesteckt und die Gebärmutter mit Werkzeugen einzeln von der Blase und dem umliegenden Gewebe getrennt, dann in eine Tüte gepackt und entfernt. Was hier so unproblematisch klingt, hat für alle Frauen die Folge, keine Kinder mehr zu bekommen.

Weiterhin sah ich mehrere Ovariektomien, Tumorexstirpation, Konisationen, Hysterektomie mit Lymphonodektomie und eine radikale Hysterektomie nach Wertheim. Prof. Dr. Achim Schneider, Direktor der Frauenklinik, hat sich immer gefreut, wenn ich als „fast Student“ im OP anwesend war.

Es gab viele Patientenschicksale von einer Patientin Y mit dem Alter 16 Jahre oder auch ältere Frauen mit 80 Jahren. Diese Schicksale sind traurig, aber Realität. Fragt mal einen Gynäkologen wie oft Cervixkarzinome bei jungen Frauen auftreten, wo dann als Folge die Gebärmutter entfernt werden muss.

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Bewerbung

Jetzt weg von der Station, hin zu den Infos. Die Personalabteilung für das Universitätsklinikum Benjamin Franklin ist auf dem Campus des Virchow-Klinikums. Dort müsst Ihr Euch bewerben. Die Bewerbung mit Lebenslauf und Passfoto sowie mit den Angaben zu welche Station/en, Zeitraum und Grund.


Fazit

Macht Eure eigenen Erfahrungen und habt keine Erwartungen an Dinge, die
später nicht erfüllt werden können. Mein Erfahrungsbericht beschreibt mein
Pflegepraktikum, nicht Eures. Man kann also nur lernen und selbst
erfahren. Das Pflegepraktikum soll Euch Einsicht in die Pflege von Patienten geben. Ihr seid als Praktikant kein/e Student/in, d.h. Klartext: Pflegen, pflegen und pflegen. Dann erst irgendwann OPs, Untersuchungen und Visiten.

Lebt das Leben und bleibt gesund.

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G., P.
Berlin, April 2006
News-Alarm