Warum Dermatologie in Deutschland?
PJ an der Hautklinik Freiburg
Station Rost (konservative Station)
Station Jacobi (chirurgische Station)
Ambulanz
Station Stühmer (Tagesklinik)
Positive Aspekte in der Ausbildung während des PJ- Tertiales
Unterkunftsmöglichkeiten
Fazit
Warum Dermatologie in Deutschland?Im Vergleich zu vielen größeren Fächern wird Dermatologie an verhältnismäßig wenigen Krankenhäusern angeboten. Daneben unterschieden sich die einzelnen Hautkliniken im Umfang ihrer diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Ist die Entscheidung für das Wahlfach Dermatologie gefallen, gibt es verschiedene Varianten der Einbindung des Tertials in das Praktische Jahr.
Wer ins Ausland gehen möchte, findet relativ leicht eine PJ- Stelle für kleinere Fächer wie Haut. Innerhalb Deutschlands hingegen, entscheidet das Zuteilungssystem der Heimatuniversität, wo das Wahlfach absolviert werden darf. Da oft nur wenige Plätze pro Fach zur Verfügung stehen, sollte man sich vorab informieren, wie hoch die Chancen ungefähr sind, tatsächlich am gewünschten Standort einen Platz zu erhalten, um nicht an einem Krankenhaus der 2. Wahl zu landen. Es können entweder alle drei Tertiale oder nur das Wahlfach an einer Universitätsklinik bzw. einem großen Lehrkrankenhaus, das Dermatologie anbietet, absolviert werden. Die Tertiale Innere und Chirurgie kann man auch dann noch an einem peripheren Lehrkrankenhaus verbringen, wenn man das Wahlfach an der Universitätsklinik ableistet.
Da ich mich entschieden hatte, die "großen" Fächer Chirurgie und Innere im Ausland zu absolvieren und das letzte Tertial vor der Prüfung gerne an der Heimatuniversität verbringen wollte, entschloss ich mich zum Derma-Tertial nach Freiburg zurückzukehren.
PJ an der Hautklinik FreiburgDie Hautklinik Freiburg bietet eine allgemein-dermatologische Station, eine chirurgische Station, den ambulanten Bereich und die Tagesklinik. Als PJ werden in der Regel alle verschiedenen Abteilungen durchlaufen.
Im Studentensekretariat, das halbtags besetzt ist, kümmert sich Frau Iredi exzellent um die Betreuung der PJ’ler. Durch sie erfolgen eine besonders nette Einweisung und Zuteilung der Neuankömmlinge auf die verschiedenen Stationen. Bei Fragen und Problemen ist sie jederzeit ansprechbar.
Station Rost (konservative Station)Auf dieser Station lernt man Krankheitsbilder aus allen Bereichen der Dermatologie in oft akuten und dadurch einprägsamen Krankheitsstadien kennen. Besonders häufig werden Patienten mit Psoriasis, Autoimmunerkrankungen oder allergologischen Erkrankungen betreut. Für den PJ’ler gehört die selbständige Entnahme von Probebiopsien zu den High-Lights, die auf dieser Station erlernt werden können.
Station Jacobi (chirurgische Station)Hier stellen die meisten Studenten mit Erstaunen fest, dass Dermatologie zu einem großen Teil auch ein operatives Fach ist. Auf dieser Station obliegen den PJ’lern jeden Tag zahlreiche Aufnahmen. Die Patienten werden bereits am frühen Mittag von den Oberärzten und später der Anästhesie gesehen. Da täglich mehrere Patienten untersucht werden, stellt sich bei den Aufnahmen schnell eine gewisse Routine bei der Erkennung der häufigsten Hauttumore ein. Weitere operativ zu behandelnde Erkrankungen sind unter anderem Venenoperationen und Fistel bildende Erkrankungen. Im Operations-Saal können die Entfernung und plastische Deckung beispielsweise des malignen Melanoms verfolgt werden. Als PJ’ler erhält man vor allem auf dieser Station die Gelegenheit, Patientenvorstellungen gegenüber Oberärzten und bei der Chefvisite zu üben. Die Patientenvorstellung macht einen wichtigen Teil der Note beim 3. Staatsexamen aus.
Auf den Stationen beginnt der Alltag in der Regel wie gewohnt mit Blutabnahmen und der Visite. Einmal wöchentlich finden die Oberarzt- und Chefarzt-Visite statt. Am Vormittag werden neue Patienten aufgenommen. Bei der Aufnahme dermatologischer Patienten wird zum Teil auf andere Dinge Wert gelegt, als man es von der Inneren oder Chirurgie gewohnt ist: Internistische Begleiterkrankungen sind gelegentlich weniger erheblich für die Therapie. Dagegen wird bei der körperlichen Untersuchung die gesamte Haut betrachtet und die Anamnese umfasst auch Fragen aus z.B. dem atopischen Formenkreis.
Im weiteren Tagesverlauf werden die Neuaufnahmen den zuständigen Oberärzten vorgestellt und die jeweiligen Therapiepläne besprochen. Je nach Station hat man die Möglichkeit, eigenständig Kurven zu bearbeiten und die Verordnungen anschließend prüfen zu lassen sowie den Arztbrief vorzubereiten.
AmbulanzEin eingespieltes Pflegeteam und die jeweiligen Assistenten ermöglichen den erstaunlich reibungslosen Ablauf im täglichen Ambulanzbetrieb. Die Sprechstunde ist bis mittags für Patienten ohne und mit Terminvergabe offen. Im Anschluss an die Stationsarbeit ist es interessant zu sehen, meist erfolgt der Einsatz in der Ambulanz zum Ende des Tertials, welche Krankheitsbilder im dermatologischen Alltag eines Niedergelassenen zu finden sind. Je nach eigenem Ermessen ist auch die eigenständige Patientenbefragung und -betreuung möglich.
Station Stühmer (Tagesklinik)Das Aufgabenfeld für den PJ’ler ist hier vergleichbar mit dem auf Station Rost. Allerdings ist der Tagesablauf strenger strukturiert, da für die Behandlung eines Patienten jeweils nur wenige Stunden zur Verfügung stehen. Auf Station Stühmer können vielfach Aufgaben wie Wunddebridements eigenständig durchgeführt werden.
Dienstags bis donnerstags um 12.30 Uhr findet eine Mittagsbesprechung für die Ärzte statt. Besonders interessante oder komplexe Fälle ambulant gesehener Patienten werden hier vorgestellt und gemeinsam besprochen. Daneben werden aktuelle Anliegen geklärt. Anschließend besteht für PJ’ler seit Januar dieses Jahres die Möglichkeit, im Personalrestaurant kostenfrei Mittag essen zu gehen.
Die Arbeitszeit wird wesentlich vom persönlichen Engagement bestimmt - wer nicht länger als 17.00 Uhr in der Klinik bleiben möchte, hat seinen Feierabend zur freien Verfügung. Einmal monatlich, jeweils mittwochnachmittags, findet eine große Fortbildungsveranstaltung statt. Dieses Angebot sollte man sich nicht entgehen lassen. Die Vorträge werden unter anderem durch externe Redner gehalten. Beim sich anschließenden gemeinsamen Abendessen besteht die Möglichkeit, seine Kollegen näher kennen zu lernen.
Da Dermatologie im Studium vom Umfang her eher begrenzt und oberflächlich erlernt wird und Multiple-Choice Fragen zum Verständnis nur begrenzt beitragen, wäre es optimal, wenn man sich kurz vor Tertial- Beginn nochmals in die wichtigsten Themen einlesen könnte (z.B. atopische Dermatitis, Psoriasis, bullöse Hauterkrankungen, malignes Melanom usw.), damit man bei den Aufnahmen ungefähr weiß, worauf man zu achten hat und den Ablauf der Untersuchungen besser verstehen kann.
Positive Aspekte in der Ausbildung während des PJ- TertialesIm Gegensatz zum Chirurgie- Tertial empfand ich den Umgangston und die Stimmung innerhalb des Ärzteteams der Hautklinik als besonders angenehm. Das Klima unter den Assistenten und Leitenden habe ich als entspannt und offen empfunden; eine rasche Integration ist auch für PJ’ler möglich. Ebenso war die Pflege immer sehr entgegenkommend und gab durch langjährige Erfahrung oft wertvolle Hilfestellungen.
Insgesamt entspannend am Fach Dermatologie im PJ ist, dass - anders als auf der Inneren oder Chirurgie - die Wochenenden immer frei sind. Eine Teilnahme an Bereitschaftsdiensten wird nicht verlangt und ist vielleicht auch wenig reizvoll.
UnterkunftsmöglichkeitenWer von auswärts kommt und für die Dauer des Aufenthaltes ein Zimmer benötigt, sollte sich zunächst mit der Leiterin der Auslandsabteilung in Verbindung setzen; sie kümmert sich auch um die Vermittlung von Unterkünften für inländische
Besucher:
Britta Goertz
Studiendekanat Klinik
Elsässerstraße 2m
D-79110 Freiburg
Tel.: +49-761-270 72 32
E-mail: (siehe Weiterführende Links)
Zudem sind über Aushänge der verschiedenen Fakultäten leicht Wohnungen zur Zwischenmiete zu beziehen.
FazitSuper! Dermatologie-Begeisterte können in Freiburg ein spannendes Tertial mit guter Betreuung verbringen.
Je nach dem persönlichen Kenntnis- und Interessensstand wird es dem Studenten ermöglicht, viele Tätigkeiten unter Anleitung und mit Gelegenheit der Rückfrage durchzuführen. Oder sie können den Assistenten einfach nur begleiten, um zuzusehen.
Enttäuschte Kommentare von Kommilitonen bestanden lediglich darin, dass einzelne feststellen mussten, sich im Hinblick auf die weitere Zukunft im Fach geirrt zu haben. Andere wiederum wurden sich umso sicherer, in welchem Bereich sie ihren Facharzt abschließen wollten.
W., S.
Freiburg, Juli 2006 |
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