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Innere Medizin und Chirurgie, Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, Bayern
(Ich würde wieder einen Teil meines PJ hier verbringen!, 16.04. - 04.08.2007)

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Bereits bei einer früheren Famulatur hatte ich positive Erfahrungen am Krankenhaus Barmherzige Brüder in Regensburg gesammelt. Warum sollte ich also nicht auch im PJ hierher für einige Zeit zurückkehren. Und um es gleich zu sagen, es war die richtige Entscheidung. Und auch eine spätere Tätigkeit an diesem Krankenhaus würde ich sicher nicht ausschließen.

PJ im In- und Ausland
Warum zu den Barmherzigen Brüdern?
Meine Arbeit in der Inneren Medizin
Meine Arbeit in der Chirurgie
Organisatorisches
Unterbringung
Fazit

PJ im In- und Ausland

Da an meiner Hochschule das Splitten von PJ-Tertialen möglich ist, habe ich jeweils einen Teil meines Innere Medizin als auch meines Chirurgie Tertials am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg verbracht. Auf diese Weise konnte ich sowohl die Arbeit an einem Lehrkrankenhaus meiner Universität kennen lernen, als auch Erfahrungen an Kliniken im Ausland sammeln.

Ich finde es immer sehr schwer, Erfahrungen in anderen Systemen zu beurteilen, wenn man das eigene und seine Voraussetzungen zu wenig kennt. Ich kann deshalb, falls es die Bestimmungen an jeweiligen Studienort zulassen, diese Aufteilung jedem PJ’ler nur empfehlen.

Durch die strenge Auslegung der Approbationsordnung, die innerdeutsche Mobilität betreffend, ist ja leider die Anerkennung von Zeiten an inländischen Kliniken, die nicht Lehrkrankenhaus der Heimathochschule sind, sehr schwierig. Meiner Meinung nach ist dies ein akut verbesserungswürdiger Punkt der Ausbildung! Warum sollte ich als Regensburger Student nicht PJ in Deggendorf machen dürfen, aber ohne Probleme in den USA oder auf den Seychellen?

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Warum zu den Barmherzigen Brüdern?

Ich kannte das Haus bereits von einer Famulatur vor einiger Zeit, wusste also bereits ungefähr, was mich dort erwarten würde. Zusätzlich hatten sich PJ’ler aus früheren Semestern sehr positiv über die Arbeit dort geäußert, was meiner Meinung nach immer ein ganz guter Anhaltspunkt ist. Die Bewerbung erfolgte per Zuteilung des Studiendekanats. Hier gibt man seine Wünsche in einer Reihenfolge nach der persönlichen Präferenz an und wird dann meistens auch dort eingeteilt, wo man gerne sein möchte.

Die Mitarbeiter an diesem Krankenhaus bemühen sich wirklich sehr um einen, eine Erfahrung, die Studenten an anderen Hochschulen anscheinend nicht immer machen dürfen. Einige Tage vor Beginn meiner Zeit hatte ich mich per Email mit dem Chefarzt-Sekretariat in Verbindung gesetzt und bekam sehr schnell eine freundliche Antwort.

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Meine Arbeit in der Inneren Medizin

An meinem ersten Tag meldete ich mich einfach über die Pforte beim PJ-Betreuer der Inneren Medizin. Zusammen mit ihm habe ich meine Wünsche besprochen und wurde dann für meine Zeit der Inneren Medizin I zugeteilt. In dieser Abteilung werden Patienten mit endokrinologischen, pulmologischen und angiologischen Problemen behandelt. Meine Wahl fiel auf diese Abteilung, da ich gerne noch mehr Erfahrung in diesen Bereichen sammeln wollte.

Wenn man ein ganzes Tertial an dieser Klinik verbringt, kann man mit dem zuständigen PJ-Betreuer auch Rotationen vereinbaren, um eine noch größere Bandbreite der Inneren Medizin kennen zu lernen, so z.B. die Internistische Notaufnahme oder die Kardiologie. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder bietet als größtes Ordenskrankenhaus im deutschsprachigen Bereich einiges an Wahlmöglichkeiten für Medizinstudenten im PJ.

Der Tag begann auf der Station mit der Frühbesprechung um 8.00 Uhr, danach ging es auf der Station mit der Blutabnahme weiter. Anschließend ging man mit dem zugeteilten Arzt Visite und hat die Patienten und das weitere Vorgehen besprochen. Abhängig vom Tag, war dann noch jeweils Oberarzt- bzw. Chefarztvisite, bei der man gerne Fragen stellen konnte, aber auch ab und an einige Fragen gestellt bekam. Routinetätigkeiten wie die Blutabnahme konnte man jederzeit unterbrechen, wenn es etwas anderes Interessantes zu sehen oder machen gab, wie z.B. ZVKs, Knochenmarkpunktionen etc.

Nach einiger Zeit bekam ich dann ein Zimmer mit meinen Patienten zugeteilt, für die ich verantwortlich war und zusammen mit dem eigentlich zuständigen Facharzt betreut habe. Tage in der Funktionsdiagnostik, z.B. Lungenfunktion, Endoskopie und Sonographie, waren nach Rücksprache ebenfalls möglich. Mittagessen konnte man eigentlich jeden Tag, danach gab es noch einen Espresso aus der abteilungseigenen Maschine und Kekse. An Fortbildungen konnte man sowohl die Abteilungsfortbildungen einmal pro Woche als auch die für die PJ’ler gehaltenen sowohl in Innerer Medizin als auch in Chirurgie besuchen. Der Tag endete meist gegen 16.30 Uhr, natürlich abhängig vom Arbeitsaufkommen in der Abteilung.

Von allen Ärzten wurde ich stets als junger Kollege behandelt. Man hat sich immer bemüht, mir etwas zu erklären und mich etwas machen zu lassen. Natürlich hängt es aber, wie ja bei den meisten Abteilungen, auch stark von der eigenen Motivation ab, wie viel man an neuem Wissen und Können mitnehmen kann.

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Meine Arbeit in der Chirurgie

Mein zweiter Abschnitt sollte also die Chirurgie sein. In der Woche vor meinem Wechsel hatte ich eine Email an den PJ-Betreuer der Chirurgie geschrieben und mich danach mit ihm und den anderen neuen Chirurgie PJ’lern in seinem Büro getroffen. Bei einer Tasse wirklich guten Kaffees haben wir den Plan für unsere Zeit besprochen. Dabei konnte jeder seine Präferenzen betreffend Fachrichtungen und auch bezüglich freier Tage anmelden. Gemeinsam wurde dann versucht, die einzelnen Wünsche im Plan unterzubringen. Da ich die Unfallchirurgie im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg bereits bei einer früheren Famulatur kennen gelernt hatte, habe ich mich für die Bereiche Allgemeine Chirurgie einschließlich Viszeral- und Thoraxchirurgie sowie für die Gefäßchirurgie entschieden.

Obwohl ich zu Beginn keine wirklich gute Meinung von der Arbeit in der Gefäßchirurgie hatte, konnte ich dieses Vorurteil bald ablegen. Die Stimmung und Kollegialität in der Abteilung sind wirklich sehr gut und mir als dem ersten PJ-Studenten, der dort jemals war, ist jeder sehr positiv begegnet.

Um 7.30 Uhr begann der Tag mit der allgemeinen chirurgischen Frühbesprechung, danach ging es je nach Einteilung entweder auf die Station oder in den OP. Auf der Station habe ich zusammen mit dem Stationsassistenten die Patienten aufgenommen und die anfallende Stationsarbeit erledigt. Hierbei konnte ich nach einer Einarbeitungszeit relativ selbstständig arbeiten und fühlte mich als jüngster Kollege sehr gut eingebunden. Bei etwaigen Problemen oder Missverständnissen mit anderen Abteilungen hat sich bei Bedarf auch der Chefarzt eingeschaltet und einem, wenn nötig, Rückendeckung gegeben. Eine sehr nette Geste des Vertrauens und der Wertschätzung, wie ich finde.

Wenn jemand zusätzlich im OP benötigt wurde, bin ich auf meinem „PJ-Telefon“, einem persönlichen schnurlosen Gerät, wie es auch alle Ärzte haben, angerufen worden. Abhängig von Tageszeit und persönlichen Präferenzen kann so ein Gerät sowohl Segen als auch Fluch sein.

War man für den OP eingeteilt, was man meist am Tag zuvor wusste, dann war ich bei einer Reihe von gefäßchirurgischen Eingriffen oft 1. Assistenz. Anstatt des reinen „Hakenhaltens“ ist man hier schon zum Mitdenken gefordert und fühlt sich so doch mehr in das Geschehen eingebunden als beim klassischen „Maul-und-Haken“-Halten. Fragen wurden, insbesondere vom Chefarzt, immer nett beantwortet, auch wenn ich mich öfters im Nachhinein über meine eigene vermeidbare Ahnungslosigkeit geärgert habe.

Als zweiter Teil meiner Chirurgiezeit folgte dann die Allgemeine Chirurgie einschließlich Abdominal- und Thoraxchirurgie. Durch die wirklich sehr guten Erfahrungen in der Gefäßchirurgie war ich vielleicht etwas zu verwöhnt, aber auch etwas Abdominal- und Thoraxchirurgie sollte man während seines Praktischen Jahres meiner Meinung nach gesehen haben. Leider ist natürlich hier einiges mehr an stillem Hakenhalten erforderlich, insbesondere freitags nachmittags Whipple-OPs als 3. Assistent zu halten, wird sicher nicht eine meiner Lieblingsbeschäftigungen werden. Dennoch eine Erfahrung wert. Interessanter fand ich die Lungen- OPs, was sicher auch an der netten Konversation mit den Operateuren lag.

An Fortbildungen kann man als Chirurgie- PJ’ler die gleiche Bandbreite wie in der Inneren Medizin besuchen. Leider werden die chirurgischen Fortbildungen jedoch oft durch einen Anruf aus dem OP unterbrochen.

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Organisatorisches

Zu Beginn der Ausbildung erhält man von der Personalabteilung Schlüssel und eine Essenskarte.
Mit dieser Essenskarte hat man jeden Tag die Möglichkeit, gratis im Mitarbeiterrestaurant zu essen. Die Auswahl ist meistens gut und ich bin nur ganz selten vom Geschmack des Essens enttäuscht worden. Zudem kann man von der Personalabteilung für 5 EURO eine Parkkarte für das Parkhaus erhalten, was für Autofahrer die Situation jeden Morgen viel einfacher macht.

Kleidung erhält man von der Wäschestelle sehr unbürokratisch gegen Unterschrift. Bei Verschmutzung tauscht man sie einfach dort gegen neue Kleidung ein. Ein Namensschild bekommt man von der Wirtschaftsabteilung nach einigen Tagen auf die Station geschickt. Hierzu muss man nur eine kurze E-Mail an den Verantwortlichen schreiben. Im Vergleich zu anderen Krankenhäusern, die ich bisher erleben durfte, läuft der bürokratische Teil sehr schnell und unkompliziert ab. Leider liegt dies wohl auch daran, dass bei den Barmherzigen Brüdern bisher keine Aufwandsentschädigung für PJ-Studenten gezahlt wird. Dafür gilt die relative Bürokratiearmut auch für die Ausstellung der PJ- Bescheinigungen und Zeugnisse. Man meldet sich nur kurz bei der Sekretärin des betreffenden Chefarztes und schon 1-2 Tage später hat man die Papiere in der Hand.

Für die etwaigen Überstunden, die man ja vor allem in der Chirurgie doch ab und an leistet, erhält man pro zwei Monate PJ eine Woche lernfreie Zeit, die man in Absprache mit dem Oberarzt/Chefarzt und den anderen PJ’lern in der Abteilung nehmen kann.

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Unterbringung

Da ja leider Studenten anderer deutscher Hochschulen derzeit keine PJ-Tertiale bei den Barmherzigen Brüdern absolvieren können, ist der Punkt Unterkunft für die Mehrheit nicht aktuell. Für Famuli wird jedoch regelmäßig eine Unterkunft in Wohnheimen organisiert, was also in Zukunft hoffentlich auch für PJ-Studenten möglich sein sollte.


Fazit

Ich würde wieder einen Teil meines PJ bei den Barmherzigen Brüdern in Regensburg verbringen. Die Betreuung war sowohl in der Chirurgie als auch in der Inneren Medizin gut, natürlich auch jeweils abhängig von den betreuenden Ärzten und dem Gewicht, welches der Chefarzt der Lehre gibt.

Trotz hoher Arbeitsdichte hat man sich die meiste Zeit um mich bemüht und mich nicht als Ballast und reinen Hilfsarbeiter missbraucht, wie es ja an einigen anderen Kliniken durchaus üblich ist.

Eine spätere Tätigkeit in diesem Krankenhaus würde ich sicher nicht ausschließen, wenn die dann herrschenden Rahmenbedingungen angemessen sind.

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H., C.
Regensburg, Mai 2008
News-Alarm