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Innere Medizin, Charité – Universitätsmedizin Berlin
(Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Ärzte, 25.10.2004 - 13.02.2005)

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Kleineres Haus oder Universitätsklinik?
Erster Tag und Wahl der Fachrichtung
Kardiologie am Campus Mitte
Arbeitstag
Arbeitsatmosphäre und Lehre
Mein Fazit

Kleineres Haus oder Universitätsklinik?

Mein PJ-Tertial in der Inneren Medizin habe ich auf der kardiologischen Abteilung der Charité-Universitätsmedizin des Campus Mitte vom 25.10.2004 bis 13.02.2005 absolviert. Bei meinen Überlegungen, wo ich dieses Tertial am besten machen könnte, spielte die Tatsache, dass ich nach meinem Studium auch in der Inneren Medizin beginnen möchte, eine hervorgehobene Rolle.

Aus diesem Grund suchte ich eine Stelle, bei der ich einerseits die Gelegenheit bekam, viel praktisch zu arbeiten und andererseits eventuell schon erste Kontakte knüpfen könnte, um bei einer späteren Arbeitssuche und sich anschließenden Bewerbungen einen guten Start zu haben. Deswegen entschied ich mich auch, dieses Tertial nicht im Ausland zu verbringen, so dass sich für mich allein die Frage stellte, ob ich in einer Universitätsklinik oder in einem kleineren Haus die vier Monate auf einer Inneren Station arbeiten sollte.

Obwohl man mir den Rat gab, mich eher für ein kleineres Haus zu entscheiden, da man dort die bessere, praktischere Ausbildung bekommen könnte, bemühte ich mich um einen Platz an der Charité, da ich bereits mit dem Gedanken spielte, auch später in einer Universitätsklinik zu arbeiten. Deswegen wollte ich nach diversen Famulaturen nun noch einmal die Möglichkeit nutzen, über einen längeren Zeitraum die Arbeitsverhältnisse an einer solchen Klinik für mich zu testen.

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Erster Tag und Wahl der Fachrichtung

Da es viele PJ- Plätze im Bereich der Inneren Medizin an der Charité mit ihren Standorten Benjamin Franklin, Mitte und Virchow gibt, war es dann auch kein weiteres Problem, eine solche Stelle zugeteilt zu bekommen. Mir wurde eine Stelle am Campus Mitte zugewiesen, so dass ich am ersten Tag meines Tertials zusammen mit den anderen Studenten erst eine allgemeine Einweisung über die Hygienevorschriften im Krankenhaus bekam, um dann mit dem PJ- Beauftragten Oberarzt aus der Endokrinologie die Zuteilung auf die jeweiligen Abteilungen zu besprechen.

Hier durfte jeder Student seine Wünsche äußern, in welche Fachrichtung er die nächsten Monate gehen will. Da im Normalfall auf jeder Station zwei bis drei Studenten gleichzeitig arbeiten können und es mehr Plätze als Studenten gab, konnte jeder Wunsch ohne größere Probleme erfüllt werden. Insbesondere gab es dabei auch noch die Möglichkeit, nach zwei Monaten die Station zu wechseln, um in eine andere Abteilung zu gehen. Ich entschied mich, die ersten acht Wochen in der Kardiologie zu verbringen, um während der zweiten Hälfte auf der Rheumatologie zu arbeiten. Da es mir aber im Verlauf des Tertials sehr gut in der mir zugewiesenen Kardiologie gefiel, änderte ich nach Absprache ohne Probleme diesen Plan, um auch den Rest der Zeit auf dieser Station zu verbringen.

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Kardiologie am Campus Mitte

Die Kardiologie des Campus Mitte der Charité-Universitätsmedizin steht unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. G. Baumann. Die Abteilung wird unterteilt in zwei Stationen, die sich im 17. Stock des großen Bettenhauses befinden, einer eigenständigen Intensivstation und einem Herzkatheterlabor, in dem bis zu vier Untersuchungen gleichzeitig ablaufen können. Die PJ- Studenten werden zuerst auf die beiden Bettenstationen aufgeteilt, wobei jeder die Möglichkeit erhält, sowohl eine Woche auf der Intensivstation als auch in der Notaufnahme zu arbeiten. Je nachdem wie viele Studenten sich jeweils auf den Stationen befinden, gibt es außerdem die Alternative, nach einer Absprache mit seiner Station die Zeit auf der Intensivstation zu verlängern.

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Arbeitstag

Der Arbeitstag auf der kardiologischen Station begann um 7.30 Uhr mit den gestellten Blutabnahmen und dem Anlegen der einzelnen Infusionen. Außerdem bekam man als Student die Aufgabe, die Patienten für die Katheteruntersuchungen vorzubereiten. Dies bedeutet letztendlich, die Aufklärungsgespräche zu führen, Flexülen anzulegen und bei einer entsprechenden Allergieanamnese die Prämedikation zu geben.

Um 8.30 Uhr fand täglich die Abteilungsbesprechung statt, während der die wichtigsten Fälle besprochen, Aufnahmen aus der Radiologie gezeigt und interessante Befunde aus dem Katheterlabor vorgeführt wurden. Einmal in der Woche wurde an dieser Stelle außerdem der Journal Club durchgeführt.

Nach der Besprechung startete die Visite auf der Station. Dabei bekam man, wenn man das Interesse bekundete, auch Patienten zugeteilt, um diese, beginnend mit der Anamnese, bis zur Entlassung mit dem entsprechenden Arztbrief zu begleiten. Die beiden Stationen haben jeweils bis zu 30 Betten und die Liegezeiten sind im Normalfall recht kurz, so dass es eine sehr große Fluktuation unter den Patienten gibt, was dazu führt, dass pro Tag bis zu zehn Aufnahmen und Entlassungen zu bewältigen sind. Gerade aber durch die Aufnahmen, für die hauptsächlich die Studenten verantwortlich waren, bekam man sehr schnell ein Gefühl für die auf einer kardiologischen Station wichtigen Krankheitsbilder.

Nach einem gemeinsamen Frühstück mit den Stationsärzten, die alle Studenten der Station zu diesem einluden, wurde die Routine abgearbeitet, um ca. gegen 14.00 Uhr bei der Katheterbesprechung die Fälle für den nächsten Tag vorzustellen. Jeweils am Montag einer jeden Woche gab es außerdem eine kardiologische Fortbildung für die gesamte Abteilung, zu der diverse Redner aus dem In- und Ausland eingeladen wurden. Für die PJ- Studenten der Inneren Medizin des Campus Mitte gab es des Weiteren an jedem Freitag eine interne Fortbildungsveranstaltung, bei der die Oberärzte der jeweiligen Fachrichtungen über zwei Stunden unterschiedliche typische Fallbeispiele vorstellten. Dies ermöglichte mir, obwohl ich das gesamte Tertial auf der kardiologischen Abteilung arbeitete, regelmäßig auch andere Krankheitsbilder zu wiederholen.

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Arbeitsatmosphäre und Lehre

Wirklich betonen möchte ich die Arbeitsatmosphäre auf meiner Station. Trotz der hohen Arbeitsintensität war das Klima immer freundlich, was sicherlich hauptsächlich auf die sehr sympathische Art der Ärzteschaft zurückzuführen war. Ich fühlte mich stets sehr gut aufgehoben, da man von Anfang an ohne weiteres in die Arbeitsgruppe integriert wurde. Da man als Student während eines Arbeitstages ein bestimmtes Aufgabengebiet zugewiesen bekam, konnte man den Assistenzärzten einiges an Arbeit abnehmen, was aber auch immer honoriert wurde. Nachfragen wurden nicht als lästig betrachtet, sondern dienten vielmehr als Ansatzpunkt für kleine Nachhilfestunden.

So war es auch keine Seltenheit, dass trotz fortgeschrittener Stunde immer noch einmal Fälle besprochen, EKGs erklärt oder Therapien überlegt wurden. Insbesondere der für meine Station zuständige Oberarzt Dr. Schönfeld nahm sich überdurchschnittlich viel Zeit für die Studenten, so dass es mir manchmal selbst unangenehm wurde, da ich das Gefühl hatte, den Arbeitsablauf zu sehr zu verzögern. Man ging gemeinsam während des Nachmittags über die Station, um die interessantesten Fälle noch einmal zu besprechen, um Herzgeräusche bis ins Detail wahrzunehmen und zu deuten und um die Medikation der einzelnen Patienten zu kontrollieren.

Alle Arbeiten auf der Station konnte man, wenn man wollte, übernehmen. Auch war es zum Beispiel kein Problem, elektrische Kardioversionen bei Vorhofflimmern auf der Intensivstation unter Anleitung durchzuführen. Interventionen im Herzkatheterlabor und Untersuchungen in der Echokardiographie dufte man so oft wie es ging besuchen. Obwohl man die Ärzte in diesen Abteilungen nicht persönlich kannte, überraschte mich immer deren offene und freundliche Art, die dazu führte, dass ich viel aus diesen Abteilungen mitnehmen konnte.

Die einzigen „unangenehmen“ Momente erlebte ich allein mittwochs bei der Chefarztvisite. Der leitende Oberarzt Prof. Dr. Stangl, der diese normalerweise durchführte, erwies sich als jemand, der gerne die Studenten während der Visite in eine Prüfungssituation brachte. Dabei wurde quer durch den Bereich der Inneren Medizin gefragt, was mir des Öfteren den Angstschweiß auf meine Stirn trieb. Allerdings gewöhnte ich mich, zugebender maßen etwas langsam, an diese Situation und konnte später auch viel Positives aus dieser Visite ziehen, da diese zwar oft „unangenehm“, aber auch sehr lehrreich waren. Denn neben den vielen Fragen bestand die Visite auch in großen Teilen aus kleinen Lehrveranstaltungen.

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Mein Fazit

Zusammenfassend kann ich nach vier Monaten auf der kardiologischen Abteilung der Charité-Universitätsmedizin des Campus Mitte sagen, dass ich meine Entscheidung, dort dieses Tertial zu absolvieren, immer wiederholen würde. Natürlich war das Spektrum der Krankheitsbilder begrenzt und man könnte sicherlich mehr in kleineren Häusern sehen, deren Abteilungen nicht wie in einer Universitätsklinik so spezialisiert sind. Doch durch die enorme Anzahl der Patienten und durch viele sehr selten vorkommende kardiologische Krankheiten hatte ich nie das Gefühl, immer nur das Gleiche zu sehen.

Wichtig war es mir auch, dass ich ohne Probleme in die Arbeit auf der Station integriert wurde. Ich konnte selbstständig arbeiten, meine eigenen Patienten betreuen und lernen, ausgewählte Zimmer eigenständig zu leiten. Gerade dies ist für mich rückblickend die entscheidende Begründung, warum ich immer wieder mein Innere Tertial hier in Deutschland machen würde, da ich aus der Erfahrung von einigen ausländischen Famulaturen sagen kann, dass man normalerweise im fremdsprachigem Ausland nicht so viele Kompetenzen bei der Führung einer Station bekommt. Aber genau dies wollte ich im Hinblick darauf, dass ich später auch in der Inneren Medizin tätig sein will, erlernen.

Überrascht war ich außerdem über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Ärzte in dieser Abteilung. Immer wurden alle Fragen freundlich beantwortet und die Zeit, die man sich für die Lehre der Studenten nahm, war enorm. Natürlich muss ich zugeben, dass ich außerhalb der Kardiologie trotz der Fächer übergreifenden Fortbildung nicht sehr viel gelernt habe. Doch konnte ich die Zeit nutzen, noch einmal einen Bereich der Inneren Medizin auf das Genaueste zu erlernen.

Durch die einfühlsame Art des Oberarztes und die etwas strengere Gangart des Chefarztes bekam man viele Strategien der Behandlung kardiologischer Erkrankungen mit. Da man auch regelmäßig in die Überlegungen einbezogen wurde, konnte ich des Weiteren viel Wissen, was ich normalerweise nicht in den entsprechenden Büchern finden würde, aus diesem Tertial mitnehmen. Außerdem habe ich das Gefühl gewonnen, durch die stetige Anwendung der Arbeitsabläufe, vieles, was ich lernen konnte, auch für eine längere Zeit behalten zu können.

Durch die lehrreiche Zeit, in der ich außerdem das Vergnügen hatte, in einer äußerst sympathischen, hilfsbereiten und aufgeschlossenen Arbeitsgruppe gearbeitet zu haben, kann ich heute ohne Einschränkungen jedem empfehlen, sein Innere Tertial am Campus Mitte der Charité-Universitätsmedizin zu durchlaufen.

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B., P.
Berlin, November 2005
News-Alarm