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Samstagvormittag, Du bist im Supermarkt, um einige Besorgungen für das Wochenende zu machen. Plötzlich bricht Hektik aus. Eine Frau ist umgefallen, schnell bildet sich ein Menschenkreis. Jemand ruft: „Kann denn hier niemand helfen?“. Mit einem Mal wird Dir ganz kalt. Erste Hilfe in der Vorklinik vernachlässigt
Kurs von Medizinstudierenden für Medizinstudierende
Realistische Unfalldarstellung
Die Teilnehmer sind begeistert
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Erste Hilfe in der Vorklinik vernachlässigtAuch in der neuen ÄAppO sind die ersten vier Semester sehr theorielastig. Das Erlernen von Grundlagenwissen steht im Vordergrund, die Praxis wird in den Hintergrund gedrängt. So weiß man - mal mehr, mal weniger - in Fächern wie Physik, Biochemie, Physiologie oder Anatomie Bescheid. Bei dem Notfall im Supermarkt allerdings kann man so vielleicht jeden einzelnen Knochen benennen, hat aber nach zwei Jahren Medizinstudium den notfallmedizinischen Stand eines Führerscheinbewerbers, der gerade einen Erste Hilfe-Kurs besucht hat.
Für die Anmeldung zum Physikum ist zwar der Besuch eines solchen Erste Hilfe-Kurses gefordert. Diesen absolviert man aber normalerweise im Rahmen der Breitenausbildung für Laien und ist dort angesichts seines Vorwissens unterfordert. Diese Ausbildungssituation wird dem Selbstverständnis aller Medizinstudierenden nicht gerecht.
Kurs von Medizinstudierenden für Medizinstudierende Bild 1: Teilnehmer üben die Herz-Lungen-Wiederbelebung |
| 1996 haben sich Studierende verschiedener Universitäten in einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um Erste Hilfe-Kurse für Vorkliniker anzubieten. Die Arbeitsgemeinschaft Erste Hilfe und Notfallkunde für Medizinstudierende e.V. (AG EH-MED e.V.) bietet Kurse an, die auf dem Wissen der Teilnehmer aufbauen und den Schwerpunkt auf die Praxis legen.
An einem Wochenende rotieren die Kursteilnehmer durch verschiedene Stationen, um alle Aspekte der Ersten Hilfe kennenzulernen. Die praktische Umsetzung des Erlernten steht dabei im Vordergrund. Ein Schwerpunkt liegt auf der Durchführung der Herz-Lungen-Wiederbelebung. So erhält jeder Teilnehmer die Möglichkeit, die Maßnahmen der Wiederbelebung eine halbe Stunde lang an einem eigenen Trainingsgerät zu üben und unter Aufsicht der Trainer zu optimieren.
Realistische Unfalldarstellung Bild 2: In der Realistischen Unfalldarstellung werden Verletzungen simuliert und müssen von den Teilnehmern versorgt werden. |
| Das erlernte Wissen wird in der Realistischen Unfalldarstellung angewandt. In konkreten Situationen versorgen die Teilnehmer verschiedenste Notfälle vom Asthmaanfall bis zur stark blutenden Wunde. So werden die Maßnahmen im Gesamtablauf gefestigt.
Ziel ist es, die Teilnehmer für die Notfallmedizin zu interessieren und sie auf konkrete Situationen vorzubereiten, wie sie im Alltag oder im Krankenhaus auftreten können.
Die Teilnehmer sind begeistert Bild 3: Evaluation des Kurses - Zusammenfassende Beurteilung |
| Am Ende des Wochenendes evaluiert die AG EH-MED e.V. in Zusammenarbeit mit der Universität Lübeck den Kurs. Ziel ist es, das Kurskonzept immer weiter zu verbessern. In der Evaluation, die seit 1999 durchgeführt wird, zeigt sich, daß die Teilnehmer die ehrenamtliche Arbeit ihrer Kommilitonen zu schätzen wissen. 98% bewerten das Engagement der AG EH-MED e.V. dabei als hoch oder sehr hoch. Insgesamt wird das Kurswochenende sehr positiv beurteilt.
Weitere InformationenDie Kurse werden derzeit in Berlin, Dresden, Gießen, Greifswald, Lübeck und Rostock angeboten.
Weitere Informationen über die AG EH-MED e.V. findest Du auf der Homepage der Arbeitsgemeinschaft. (-> Weiterführende Links)
L., A.
Berlin, Februar 2009 |