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Hallo, ich bin 24 Jahre alt und ich habe im Sommersemester 2008 endlich mein Physikum bestanden! Endlich sage ich, weil es mein dritter Versuch war und ich das Gefühl hatte, mich ein ums andere Mal umsonst angestrengt zu haben. Der erste Anlauf
Mein zweiter Versuch
Die Schriftliche - ein drittes und letztes Mal
Meine abschließenden, persönlichen Tipps
Der erste AnlaufBeim 1. Versuch hatte ich mich, Gott sei Dank, sofort mit einer Kommilitonin zusammengetan und gelernt, die die gleichen Prüfer hatte wie ich. Dies war auf jeden Fall eine große Hilfe. Nicht nur, dass ein Lernpartner die Dinge oft anders interpretiert, man zusammen übt, Fragen kurz und knapp zu beantworten und nicht mehr so viel Zeit damit verschwendet, „auf dem Schlauch zu stehen“, sondern auch weil es einem Mut und Durchhaltevermögen gibt.
Neben den obligatorischen Prüfungsprotokollen aus dem „Hexenhäuschen“ sowie den Homepages der Charité Fachschaftsinitiative und von „Medi-Learn“ habe ich sehr gerne und gut vor allem mit der Kurzlehrbuchreihe vom Thieme Verlag gelernt. Diese Bücher habe ich immer noch…
Außerdem hatte ich folgende Bücher benutzt:
- Biochemie light (Verlag Harri Deutsch)
- Biochemie des Menschen (Horn, Thieme Verlag)
- Taschenatlas der Physiologie (Silbernagl, Thieme Verlag)
- Histologie (Lüllmann-Rauch, Thieme Verlag)
- Lehmanns FACTs! für Anatomie, Biochemie und Physiologie
- Sobotta Atlas
- Komplette Schwarze Reihe (GK1, Thieme Verlag)
- Mediskript Lern-CD
Wie man vielleicht merkt, sind das jede Menge Bücher- rückblickend meiner Meinung nach, zu viele! Ich hatte immer die Befürchtung, dass nicht alles in jedem Buch stünde und habe mich somit ziemlich schnell ins Aus manövriert. Ich habe zwar während des Lernens Lernkarten gemacht, doch hat dies den großen Zeitverlust beim ständigen Hin- und Herblättern nicht wieder wettgemacht. Leider bin ich sowohl im schriftlichen als auch im mündlichen Teil durchgefallen.
Mein zweiter VersuchAls ich vor meinem zweiten Versuch stand, wusste ich wiederum nicht so richtig, wie ich anfangen bzw. weitermachen sollte. Diesmal suchte ich mir wieder eine Lernpartnerin, mit der ich viel intensiver gelernt habe als zuvor.
Desweiteren hatte ich mich zu diesem Zeitpunkt entschieden, Nachhilfeunterricht in Biochemie und Physiologie zu nehmen. Für Biochemie suchte ich mir einen privaten Nachhilfelehrer und, um in Physiologie besser zu werden, besuchte ich den Physio-Crashkurs, der von Herrn Dr. Frank Schnalke regelmäßig angeboten wird. Dies war schon mal eine Verbesserung in Sachen Lerntechnik! Die meiste Zeit habe ich mir tatsächlich am großen „Löffler/Petrides“ für Biochemie zu schaffen gemacht, weil in meiner ersten mündlichen Prüfung sehr viel Wert auf Detailwissen gelegt worden war. Da ich diese beim 2. Mal bestanden habe, kann ich, neben dem „Löffler“, guten Gewissens folgende zwei Bücher empfehlen, die für mich die Rettung waren: Die Fallbücher Physiologie und Biochemie von Thieme! Für alle, die es vor ewig langen Textpassagen grault, an deren Ende man schon vergessen hat, wie sie anfingen und man letztlich doch keinen zusammenhängenden Satz dazu fabrizieren kann!
Und um in Anatomie mehr ins Detail gehen zu können, benutzte ich den „Schiebler“, der sehr gute Tabellen hat.
Während der mündlichen Prüfung hat man dann meist ein paar Minuten Zeit, sich zur gestellten Frage Gedanken zu machen. Es werden einem auch manchmal so genannte „Schmierblätter“ angeboten, um seine Ideen festzuhalten. Und ich muss Euch hierbei aus eigener Erfahrung um Vorsicht dabei bitten! Denn am Ende der Prüfung behalten die Prüfer diese Blätter als „Beweismaterial“ ein, sprich alles, auch die falschen Dinge, selbst wenn man die nicht vorgetragen hat, können zur letztendlichen Bewertung beitragen. Daher würde ich diese zwar immer wieder in Anspruch nehmen, aber man sollte vor Abgabe dieses Zettels unbedingt all die Dinge unkenntlich machen, von denen man denkt, dass sie falsch sein könnten!
Die Schriftliche - ein drittes und letztes Mal Nun hatte ich, wie gesagt, die Mündliche hinter mir und ich stand ein drittes und letztes Mal vor der Schriftlichen. Was tun? Wie man sich sicher vorstellen kann, stieg Panik in mir hoch und ich fasste den Entschluss, einen dieser „Medi-Learn“ Kurse zu machen. Ich kratzte das Geld zusammen und entschied mich für das günstigste und kürzeste der angebotenen Repetitorien.
Die Prüfung war gegen Ende August und ich fing Anfang Mai mit meiner Vorbereitung an. Diesmal suchte ich mir keinen Lernpartner, weil es in diesem Fall nicht so viel bringt, da im schriftlichen Physikum oftmals Spezialwissen abgefragt wird, welches man sich zum Teil nur aus der „Schwarzen Reihe“ aneignen kann. Also lernte ich vorwiegend sowohl mit der „Medi-Learn“ Kreuz-CD als auch mit den Büchern der „Schwarzen Reihe“, denn es ist das Beste, sich darauf so realistisch wie möglich vorzubereiten. Ich ging jeden Tag in die „Stabi“ und wenn ich mein Pensum bis Freitag nicht geschafft hatte, musste manchmal leider auch das Wochenende dran glauben. Das ging so weiter bis ich Mitte Juli nach Marburg fuhr. Eine Unterkunft hatte ich mir im Internet (Homepage siehe „Weiterführende Links“) gesucht, was wesentlich kostengünstiger war!
Ich hatte den Kurs bewusst zeitlich so knapp vor dem Schriftlichen gewählt, weil ich auf den „letzten Metern der Strecke“ nicht versagen wollte. Denn wenn man sich das zum dritten Mal antut, hat man weder Kraft noch Motivation sich nach einem guten Kurs, sagen wir Mitte Mai, noch aus eigenen Stücken acht lange Wochen zum steten, effektiven Lernen zu bewegen!
In diesem Kurs bringen sie einem an sich nichts komplett Neues bei, das war mir schon klar. Aber ich brauchte dringend einen geregelten Tagesablauf und Gleichgesinnte, weil einem doch irgendwann die Puste ausgeht. Die Leute, die Dozenten und vor allem die Skripte gaben mir neuen Mut, dass das alles doch zu schaffen sei!
Ich habe, wie Ihr seht, viel Zeit und Geld investiert, denn ich wollte mir im schlimmsten Fall nicht vorwerfen müssen, nicht alles Mögliche versucht zu haben… - und letztlich hat es sich ja doch gelohnt.
Meine abschließenden, persönlichen TippsIch war heilfroh, dass das Ganze endlich vorbei war und kann Euch zum Schluss nur noch eines ans Herz legen: Bitte übernehmt Euch nicht! Lernt, wenn möglich aus einem festen Buch und nutzt andere Bücher nur, um etwas nachzuschlagen! Sucht Euch eine Lerngruppe oder zumindest einen Lernpartner, mit dem Ihr das Sprechen übt, denn in der Prüfung bleibt einem schon schnell mal die Spucke weg, wenn man es nicht gewohnt ist, vor anderen zu reden.
Und natürlich das, was man immer hört: Kreuzt, was das Zeug hält und haltet dies auch über einen langen Zeitraum durch - selbst wenn man zwischenzeitlich das Gefühl hat zu verblöden.
Und nicht zuletzt, so banal dies auch klingen mag, behaltet einen ruhigen Kopf, denn nicht selten geht es den Prüfern eher darum zu sehen, dass man seinen gesunden Menschenverstand einsetzen kann… - und zu dem gehört, wie alles andere, auch mal zu entspannen!
Viel Glück und Erfolg, ich gönne es jedem!
L., C.
Berlin, November 2008 |