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Arzt bei der Bundeswehr, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt am Main, Hessen
(4. Teil: Das Finale und der weitere Ausblick, 01.07.1991 - 31.01.2001)

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4. Teil: Das Finale und der weitere Ausblick
Der Abschluß des Studiums
Die Auswahl der AiP-Stelle
Die weitere Planung
Ausblick auf das weitere Arztleben bei der Bundeswehr
Änderungen in der aktuellen Ausbildung gegenüber meiner Ausb

Der Abschluß des Studiums

Im Herbst 1999 hatte ich nun endlich mein Studium abgeschlossen, und es war mir nun möglich, sicher in die nähere Zukunft zu planen. Zunächst kam aber ein Wust von bürokratischen Erledigungen auf mich zu. Zuerst mußte ich beim Landesprüfungsamt (LPA) eine vorläufige Arbeitsgenehmigung als Arzt beantragen, damit ich als AiP ärztliche Tätigkeiten ausführen darf. Dann meldete ich der Bundeswehr die bestandene Prüfung, damit dort die Planung für mein AiP weiter durchgeführt werden konnte.

Da ich schon wußte, daß ich das AiP in Koblenz machen würde, mußte ich mich um eine Wohnung in der näheren Umgebung von Koblenz kümmern. Eine kleine zusätzliche Komplikation ergab sich noch nebenbei, denn just zu dem Zeitpunkt, als ich mein Staatsexamen gemacht hatte, wurde ich auch Vater. Dies kostete zum einen zusätzliche Nerven, gab aber auch zusätzliche Kraft. Die Bürokratie wurde aber dadurch auch nicht weniger, denn neben meinen ärztlichen "Veränderungen" mußte auch der neue Bürger Deutschlands in den entsprechenden Akten vermerkt werden.

Bei der Wohnungssuche erhielt ich sehr gute Unterstützung von der Standortverwaltung in Koblenz, die mir mehrere Wohnungen nannte, die von der Bundeswehr genutzt wurden und die zum fraglichen Zeitpunkt zur Verfügung standen. Schon die zweite Wohnung, die ich besichtigte, sagte mir zu und so entschied es sich, daß ich für die nächsten ca. zwei Jahre in Lahnstein wohnen würde.

Wichtig war bei der Auswahl des Wohnortes, daß ich in möglichst kurzer Zeit im Krankenhaus sein konnte, so daß ich bei Bereitschaftsdiensten auch zu Hause auf die "Alarmierung" warten konnte.

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Die Auswahl der AiP-Stelle

Wie schon in der letzten Folge angedeutet, wurden bei der Auswahl der AiP-Stelle die Wünsche der einzelnen Soldaten in Bezug auf Standort und auch Fachrichtung soweit als möglich berücksichtigt. Ich persönlich wollte in der Nähe des Rhein-Main-Gebietes bleiben, da meine Verlobte dort eine Arbeitsstelle hat und ich auch sportlich und gesellschaftlich noch stark verwurzelt bin. Daher wünschte ich den Standort Koblenz, was auch ermöglicht wurde.

Ebenfalls wurde mein Wunsch, später einmal den Facharzt für Allgemeinmedizin zu machen, berücksichtigt bei der Planung der Stationen, die ich während meiner Standzeit am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz durchlaufen würde. Zunächst würde ich ein halbes Jahr in einem Fach arbeiten, das ich selbst im Rahmen einer gewissen Auswahl bestimmen durfte. Ich entschied mich für die Anästhesie, da ich der Meinung war und auch heute noch bin, daß es nur gut sein kann, wenn man intubieren kann, wenn man weiß, welche Medikamente wie in der akuten Notfallbehandlung wirken und dieses unter den kontrollierten Bedingungen des OP erlernt wird.

Als zweites Fachgebiet wählte ich "zwangsläufig" die Chirurgie, da dies für ein halbes Jahr verpflichtend ist laut der neuen Weiterbildungsordnung für Allgemeinmedizin. Wie man aus der Formulierung schon erkennen kann, war ich davon nicht unbedingt begeistert, aber jetzt, nachdem ich auch dieses halbe Jahr absolviert habe, muß ich sagen, daß es mir sehr viel gebracht hat. Ich habe sehr viele Aspekte der Chirurgie kennenlernen können und hoffe somit, gut auf später einmal auftretende chirurgische Probleme in einer Allgemeinarztpraxis vorbereitet zu sein.

Zur Zeit durchlaufe ich meine dritte und längste Station in Koblenz, ein Jahr und zwei Monate Innere Medizin. Da diese Zeit erst begonnen hat, kann ich noch kein Urteil darüber abgeben, wenn es aber so weiter geht, wie es begonnen hat, so wird es eine sehr lehrreiche und interessante Zeit.

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Die weitere Planung

Die weitere Planung, soweit jetzt schon absehbar, sieht im Anschluß an die Zeit im Bundeswehrkrankenhaus eine Verwendung als Standortarzt vor. Die Bundeswehr will es den entsprechenden Anwärtern ermöglichen, diese Zeit in einem Bereich zu verbringen, in dem auch anrechenbare Zeiten für die Allgemeinmedizin-Weiterbildung erworben werden können. Da im Moment aber ein Umbruch in der Strukturierung der Weiterbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin im Gange ist und die Bundeswehr ihre Strukturen ebenfalls reformiert, kann dies nicht garantiert werden. Sobald die Umstrukturierungen abgeschlossen sind und die Weiterbildungsermächtigungen nach der neuen Ordnung vergeben sind, soll auch dieser Umstand geregelt werden. Wahrscheinlich wird es wie bisher für gewisse Abschnitte in der Weiterbildung, die die Bundeswehr selbst nicht abdecken kann, eine Lösung in Form einer Zivil-Kommandierung geben, in deren Rahmen man im Dienste der Bundeswehr bei einem zivilen, zur Weiterbildung berechtigten Kollegen mitarbeitet.

Die Arbeit als Standortarzt beinhaltet zum Einen im weitesten Sinne die Hausarztrolle für die dort stationierten Soldaten, zum Anderen führt man die Teileinheit des Sanitätszentrums und muß dort auch als militärischer Vorgesetzter tätig werden.

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Ausblick auf das weitere Arztleben bei der Bundeswehr

Während der Truppenarzt-Zeit und während einer sich eventuell anschließenden nochmaligen Zeit in einem Krankenhaus steht man auch immer der Bundeswehr zur Verfügung, um eventuell in einen Auslandseinsatz zu gehen. Dies wird sich mit zunehmendem Engagement der Bundeswehr bei Friedensmissionen und bei Sicherungsaktionen der internationalen Vereinigungen wahrscheinlich verstärken. Es wird ebenso auch bei der Bundeswehr, in Zukunft noch mehr als bisher, auf Effektivität in den einzelnen Bereichen ankommen, so auch im Sanitätsdienst.

Dies bedeutet unter anderem wie in der freien Wirtschaft gegebenenfalls eine Einschränkung in einigen Bereichen der Medizin bzw. eine andere Art der Finanzierung. Wie rigoros diese Änderungen ausfallen werden, muß sich erst in Zukunft noch zeigen.

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Änderungen in der aktuellen Ausbildung gegenüber meiner Ausb

Der Ausbildungsgang des Sanitätsoffizieranwärters hat sich seit meinem Eintritt in die Bundeswehr immer wieder leicht geändert. Ich möchte hier auf die entscheidenden heute (Anm.d.Red.: Stand Januar 2001) gültigen Änderungen eingehen:

- Die Vorlaufzeit vor dem Studium für die militärische Ausbildung hat sich von 15 Monaten auf 9 Monate verkürzt.
- Durch die Verkürzung ist das Krankenpflegepraktikum, das für die Zulassung zum Physikum Bedingung ist, aus dem Ausbildungsgang herausgefallen. Es muß jetzt in voller Länge während der Semesterferien absolviert werden.
- Der Abschnitt der Ausbildung zum Fahnenjunker (Unteroffizier) wurde gekürzt.
- Das Truppenpraktikum wurde von drei auf einen Monat gekürzt.
- Die Verzahnung mit der Truppe während des Studiums wurde verbessert. Die für das Studium notwendigen Praktika müssen nun in Sanitätseinrichtungen der Bundeswehr (Krankenhäuser, zugelassene Sanitätszentren) absolviert werden.

Da sich immer wieder neue Änderungen ergeben können, ist es am besten, sich aktuell direkt bei der Bundeswehr zu informieren. Dies kann man im Internet unter der Homepage www.bundeswehr.de und postalisch unter der folgenden Adresse:

Personalamt der Bundeswehr
Offizierbewerberprüfzentrale
Kölner Straße 262
51149 Köln

Die Wehrdienstberater in den jeweiligen Kreiswehrersatzämtern sind ebenfalls gute Informationsquellen für Interessierte.

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H., M
Koblenz, Januar 2001
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